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Neue Pläne für den Industriepark Bobingen: Wie es nach der Rettung von Perlon weitergehen soll

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Industriepark Bobingen: Wie geht es nach der Rettung von Perlon weiter?

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    Zuletzt ist der Industriepark Bobingen immer wieder in die Schlagzeilen geraten.
    Zuletzt ist der Industriepark Bobingen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Foto: Elmar Knöchel

    Der Bobinger Industriepark war in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten: Zunächst drohte der Perlon Nextrusion Monofil GmbH, ein weltweit führender Hersteller von synthetischen Filamenten, das Aus. Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung wurde eingeleitet. Dann folgte die nächste Hiobsbotschaft. Die SPIE MLB wurde geschlossen. Die Gesellschaft bot technische Standortdienstleistungen an und organisierte die Ausbildung für die im Industriepark ansässigen Unternehmen. Jetzt gibt es eine Lösung.

    Bei einem Unternehmensbesuch erkundigten sich Bobingens Bürgermeister Michael Ammer (Mitte) und Wirtschaftsförderin Maria Schempp (fehlt auf dem Bild) bei Geschäftsführer Christoph A. Bock (rechts) und seinem Stellvertreter und zugleich Leiter der Werksfeuerwehr, Daniel Rozankovic (links), über die Entwicklungen im Industriepark.
    Bei einem Unternehmensbesuch erkundigten sich Bobingens Bürgermeister Michael Ammer (Mitte) und Wirtschaftsförderin Maria Schempp (fehlt auf dem Bild) bei Geschäftsführer Christoph A. Bock (rechts) und seinem Stellvertreter und zugleich Leiter der Werksfeuerwehr, Daniel Rozankovic (links), über die Entwicklungen im Industriepark. Foto: Maria Schempp, Stadt Bobingen

    Bei einem Treffen von Bürgermeister Michael Ammer, der Bobinger Wirtschaftsförderin Maria Schempp und dem Geschäftsführer der Standortbetreibergesellschaft, Christoph A. Bock, im Industriepark Werk Bobingen (IWB) wurde klar, dass nun die Standortbetreibergesellschaft IWB GmbH & Co. KG die Ausbildung vor Ort in die Hände nimmt. Der Ausbildungsbetrieb läuft laut Pressemitteilung der Stadt bis zur geplanten Übernahme durch IWB weiter, so haben die Standortunternehmen sowie Unternehmen aus der Region, die zwar selbst ausbilden, das geforderte Wissen und die Fertigkeiten allerdings nicht in vollem Umfang im eigenen Betrieb vermitteln können, unterbrechungsfrei die Möglichkeit, ihre Auszubildenden ganz oder für einzelne Ausbildungsmodule in den Industriepark zu schicken. Damit werde das jahrelange Engagement der Betreibergesellschaft zur Fachkräftesicherung am Standort unterstrichen, teilt die Stadt Bobingen mit.

    Grüner Wasserstoff soll im Industriepark Bobingen produziert werden

    Um die Nachwuchskräfte zu sichern, entstand in jüngster Vergangenheit beispielsweise eine enge Kooperation mit der Dr.-Jaufmann-Mittelschule Bobingen oder die „Azubi-Night Bobingen“ in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Bobingen. Um den Industriepark in die Zukunft zu führen, setzt der Geschäftsführer Christoph A. Bock neben der Akquise neuer Standortunternehmen auch auf Fachkräftesicherung und Energiesicherheit. Ziel sei es, unabhängig vom Energiemarkt zu werden, um auch zukünftig für die energieintensiven Industrieunternehmen ein attraktiver Standort zu sein.

    Auch ein Batteriespeicher wird im Industriepark Bobingen geplant

    Dazu sollen in den nächsten Jahren auf insgesamt 218.000 Quadratmetern Photovoltaik-Anlagen mit einem Ertrag von über 40 Megawatt errichtet werden, ein Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff soll installiert werden, ein Batteriespeicher sei geplant sowie Überlegungen einer Anbindung von Windkraft bestehe.

    Die Bobinger Textilindustrie: Bilder einer wechselvollen Geschichte

    Bilder aus der Produktion von Trevira im Hoechst-Werk in Bobingen im Jahre 1969. Hier die Qualitätskontrolle.Ab 1951 gehörte das Werk zur Farbwerke Hoechst AG und wuchs erheblich an, ab 2000 wurde es von Hoechst ausgegliedert und in einzelne Unternehmen aufgeteilt.Bild überlassen vom Stadtarchiv Bobingen, Fotograf unbekanntAufnahme privat, zur kostenlosen Veröffentlichung,
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    Vor 150 Jahren wurde der Grundstein für die Bobinger Wirtschaftsgeschichte gelegt. In dieser Bildergalerie zeigen wir historische Bilder.

    „Der historische Industriepark ist prägend für die Stadt Bobingen. Nun gilt es, den Industriestandort in die Zukunft zu führen. Gerne unterstützen wir von Seiten der Stadt Bobingen den Industriepark im Rahmen unserer Möglichkeiten, die geschmiedeten Entwicklungspläne umzusetzen“, sagte Bürgermeister Ammer. Geschäftsführer der Standortbetreibergesellschaft Christoph A. Bock sagte: „Die jüngsten Entwicklungen waren ein herber Rückschlag für den IWB, nun gilt es nach vorne zu schauen.“ Wegen der wirtschaftlichen Lage würden die ansässigen Betriebe aktuell mit großen Preissteigerungen und Einbrüchen in der Produktion kämpfen, was zuletzt auch zu Personalabbau führte. Dieser könnte sich in den kommenden Monaten umkehren, hofft die Industriegewerkschaft IGBCE in Augsburg.

    Es gelte jetzt, die insgesamt gute Auftragslage und die neue Strategie von Wuxi Yinda Nylon zusammenzuführen und den Betrieb weiter auszubauen. „Die Hoffnung bleibt, dass auch der Personalabbau, der mit der insolvenzbedingten Sanierung der Perlon Nextrusion Monofil GmbH i.I. verbunden war, in gewisser Weise durch Personalaufbau in den nächsten Monaten wieder ausgeglichen werden kann“, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Es sei gelungen, das Unternehmen auch weiterhin als Mitglied im Arbeitgeberverband der Chemischen Industrie zu halten und mit einem Tarifvertrag ein klares Bekenntnis zu Mitbestimmung und Tarifbindung zu erhalten.

    Übernahme der Perlon-Gruppe: ein Erfolg mit einer Schattenseite

    Wie berichtet, ist die Zukunft der Perlon-Gruppe gesichert. Die Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd., ein familiengeführtes Chemieunternehmen aus der Nähe von Shanghai, ist beim Hersteller von synthetischen Filamenten eingestiegen. Das chinesische Chemieunternehmen hatte sich in einem weltweiten Investorenprozess durchgesetzt. Mit dem neuen Eigentümer wechselt Perlon in eine Struktur mit dem Fokus auf operative Stabilität und Wachstum. Der Name bleibt als weltweite Kernmarke und Identität der Gruppe unverändert bestehen. Rund 450 der insgesamt rund 510 Arbeitsplätze in den deutschen Werken der Gruppe konnten erhalten werden.

    • Autor Maximilian Czysz hält die Pläne für ambitioniert, wie er in einem Kommentar schreibt.
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