Einkaufszentren stecken im Umbruch – das ist längst bekannt. Onlinehandel und Konsumflaute setzen ihnen zu. Das Lechpark-Center, ein Relikt der 1990er Jahre, hat nie richtig Fuß gefasst. Damals schossen solche Zentren wie Pilze aus dem Boden. Auch ein Kauferinger Fliesenleger hatte seine Vision: ein Einkaufszentrum auf der grünen Wiese, eine Mini-City-Galerie auf dem Lechfeld. Doch mehr als ein paar Geschäfte fanden sich dort nie. Investoren kamen und gingen, Auffanggesellschaften übernahmen, Zwangsversteigerungen folgten – eine wechselvolle Geschichte, die nun erneut auf Leerstand zusteuert.
Bis auf zwei Mieter haben alle Unternehmen den Komplex verlassen. Auch die Großraum-Disco PM schloss Ende 2025 ihre Türen. Geblieben sind das Fitnessstudio Lexfit und das Ristorante Ercolano, die weiterhin auf den Standort setzen – nicht zuletzt, weil beide viel Geld in ihre Räume investiert haben. Doch trotz der Lage an der B 17 kämpft das Gebäude seit Jahrzehnten mit strukturellen, juristischen und baulichen Problemen.
Untermeitingens Bürgermeister Simon Schropp glaubt dennoch an den Standort. „Die Lage ist gut. Aber das Kaufverhalten hat sich verändert. Deshalb muss sich auch das Gebäude anpassen. “ Er denkt an ein Fahrrad-Center, einen Sportfachmarkt wie Decathlon, einen Baumarkt oder einen Bio-Supermarkt. Die Gemeinde sei bereit, mit Eigentümer Zlati Cioca über Nutzungsänderungen zu sprechen.
„Nach dem Kauf durch den jetzigen Eigentümer waren Fachleute am Werk, um ein Nutzungskonzept zu entwickeln. Doch es kam nie richtig in Gang“, erinnert sich Schropp. 2019 stand ein Outlet zur Diskussion, doch Widerstand regte sich. Kritiker warnten, es würde die Kaufkraft in der Region einseitig verlagern.
Mit Stefan Egger, dem langjährigen Betreiber des PM, zog zeitweise neues Leben in den Komplex ein. „Egger war ein Marketing-Profi. Er brachte Mieter an den Standort und sorgte für eine gute Stimmung. Er war der richtige Mann für die Vermarktung“, lobt Schropp.
Ohne konkreten Plan droht Dauerleerstand
Schropp bleibt optimistisch und steht in Kontakt mit den Eigentümern. Doch diese haben derzeit keinen konkreten Plan. Das Immobilienunternehmen Charlottes Business, dessen Geschäftsführer Samuel Stancu, ein Neffe des Eigentümers, ist, sucht auf Immobilienportalen nach neuen Mietern. Die Anzeige preist „moderne Architektur, großzügige Glasfassaden und ausgezeichnete Sichtbarkeit“ an. Das Objekt sei ideal für „Retail und Outlet“ und verspreche mit einem „attraktiven Mieter- und Branchenmix“ neue Perspektiven. Doch die Realität sieht anders aus: Nur zwei Flächen sind vermietet.
Die angegebene Zahl von 29.800 vorbeifahrenden Autos täglich wirkt fragwürdig. Laut Schropp liegt der Wert bei 16.000 bis 18.000. Auch für das PM wird ein Nachfolger gesucht. Über soziale Medien wird die Disco als „exklusive Club- und Eventfläche“ beworben – betriebsbereit und sofort verfügbar. Doch Zweifel bleiben. Wäre sie betriebsfähig, hätte Egger sie wohl weitergeführt. Eine neue Konzession ist nötig, und die Räumlichkeiten müssen baurechtlich zugelassen werden. Vor allem der Brandschutz war der Grund für die Schließung. Der Gemeinderat will den Fortbestand des Lechparks unterstützen. „An uns soll es nicht scheitern“, versichert Schropp.
Kritik aus der Nachbarschaft
Anders sieht es Grabens Bürgermeister Andreas Scharf: „Das Projekt war von Anfang an Schwachsinn und hätte nie genehmigt werden dürfen“, sagt er unverblümt. Das Center habe nie Charme gehabt und sei für Gewerbe unattraktiv. „Da war nie was los, und da wird auch nie was los sein“, bringt er es auf den Punkt.
Was passiert, wenn der Lechpark wieder in den Dornröschenschlaf fällt? „Dann ist es so“, sagt Schropp nüchtern. Die Gemeinde könne in diesem Fall nichts tun.
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