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TSV Schwabmünchen mit Landesliga-Spielern in der Kreisklasse: Warum das nicht fair ist

Kommentar

Aufholjagd mit Geschmäckle: TSV Schwabmünchen setzt Landesliga-Spieler in der Kreisklasse ein

Piet Bosse
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    Muhammed Emirzeoglu traf in dieser Saison in 16 Landesligaspielen viermal. In neun Kreisklasse-Partien netzte er sechsmal.
    Muhammed Emirzeoglu traf in dieser Saison in 16 Landesligaspielen viermal. In neun Kreisklasse-Partien netzte er sechsmal. Foto: Christian Kruppe

    Drei Spiele, drei Siege. Zuletzt lief es gut für die zweite Mannschaft des TSV Schwabmünchen in der Kreisklasse Augsburg Süd. Im Abstiegskampf ist man nur noch zwei Punkte vom rettenden Ufer entfernt. In den 17 Spielen zuvor hatte man nur zweimal gewonnen. Dass es plötzlich läuft, ist kein Fußballwunder und hat wahrscheinlich auch nicht mit einem Geistesblitz des Trainers zu tun, der jetzt eine Taktik gefunden hat, die jeden Gegner bezwingt. Der Grund dafür, dass Schwabmünchen wieder Chancen auf den Klassenerhalt hat, ist umstritten und wird am Rande der Fußballplätze im Landkreis-Süden heiß diskutiert.

    TSV Schwabmünchen handelt nachvollziehbar, aber nicht fair

    Denn aus Schwabmünchens zweiter Mannschaft ist in gewisser Weise die „anderthalbte“ geworden. War der 4:2-Erfolg gegen Schlusslicht MBB Augsburg noch mit gewohntem Personal errungen worden, standen in den beiden folgenden Partien beim TSV Haunstetten II (5:2) und gegen Suryoye Assyrer Augsburg (4:0) vier beziehungsweise sechs Spieler auf dem Platz, die in dieser Spielzeit regelmäßig in der Landesliga, und damit drei Klassen höher, zum Einsatz gekommen sind. Zusammen haben sie über 100 Landesliga-Spiele bestritten. Von neun Toren, die Schwabmünchen in diesen zwei Spielen erzielte, kamen sieben von besagten Spielern.

    Nun hat sich der TSV Schwabmünchen diese Lage durch den bereits feststehenden Aufstieg der Landesliga-Mannschaft erarbeitet, weil man manche Spieler nun eben auch ein paar Ligen tiefer einsetzen kann. Für die ehemaligen Langzeitverletzten Benedict Berger und Simon Paulus, die jeweils ein Spiel bestritten, ist es zudem sinnvoll, Spielpraxis zu sammeln. Erlaubt ist die Schwabmünchner Praktik ebenfalls, nur sportlich fair ist sie nicht wirklich.

    Fußball: So hat der Kreisklassist einen klaren Vorteil

    Denn das Team hat sich lange Zeit sehr schwergetan und schien nicht gut genug für die neue Liga zu sein. Dass jetzt ein anderes Team, das eigentlich besser ist als das ursprüngliche Schwabmünchner, wahrscheinlich absteigt, ist unfair. Stellen Sie sich vor, Alphonso Davies und Aleksandar Pavlovic würden nach längerer Verletzungspause in der Regionalliga spielen und dazu noch Akteure wie Tom Bischof, Hiroki Ito oder Raphael Guerreiro. Der FC Bayern München II hätte einen deutlichen Vorteil.

    Das ist im Schwabmünchner Fall erlaubt und auch recht unterhaltsam, wenn ein spielstarkes und auch für Landesliga-Verhältnisse gutes Stürmerduo aus Simon Ammann und Muhammed Emirzeoglu in einem Spiel zusammen fünf Tore schießt, hat aber ein Geschmäckle. Man kann diesen Vorgang aus Schwabmünchner Sicht verstehen, um das Team in der Liga zu halten und weiter behutsam aufzubauen, sehr verständlich ist aber auch das Klagelied der Gegner und derer, die einfach nur einen fairen Wettkampf wollen. Hier ist auch der Verband gefordert: Mit einer neuen Regelung wäre der sportliche Wettbewerb vielleicht fairer.

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