Nachdem die Freie Universität Berlin angekündigt hat, die umstrittene Promotion von Franziska Giffey (SPD) ein zweites Mal zu überprüfen, hat die Familienministerin kurzerhand selbst die Zügel in die Hand genommen - und erklärt, ihren Doktortitel künftig nicht mehr führen zu wollen.
Viele Deutsche glauben, dass dieser Schritt Giffeys Karriere eher schaden als ihr nutzen wird. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag unserer Redaktion. Ein ähnlich großer Teil ist in der Frage allerdings gespalten. Zwar meinen rund vier von zehn Deutschen (38,1 Prozent), dass Giffeys Entscheidung ihrer Karriere nicht zuträglich ist, während nur zwei von zehn Deutschen (20,3 Prozent) davon ausgehen, dass dieser Schritt ihr nutzen wird. Jeder Dritte (33,1 Prozent) gibt jedoch an, dass der Verzicht auf den Doktortitel sowohl Schaden als auch Nutzen für Giffey nach sich ziehen wird. Der Rest (8,5 Prozent) der 5001 Befragten ist in der Frage unentschieden.
SPD-Wähler stehen am ehesten hinter Giffey
Dass Giffeys Doktortitel-Verzicht ihrer Karriere Auftrieb geben könnte, davon sind mehrheitlich nur SPD-Anhänger überzeugt. Rund jeder Dritte rechnet mit positiven Folgen, genau so viele sehen neben dem Nutzen jedoch auch die Schattenseiten. Der Anteil derjenigen, die überwiegend mit negativen Folgen für die Familienministerin rechnen, ist unter SPD-Wählern mit rund einem Viertel im Parteienvergleich am geringsten. Am höchsten ist er unter Anhängern der AfD, gefolgt von FDP- sowie Unionswählern.
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Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung gewichtet. Für die Frage "Wird es der Karriere von Franziska Giffey (SPD) eher schaden oder nutzen, dass sie auf ihren Doktortitel wegen erneuter Plagiatsvorwürfe verzichten will?" wurden im Zeitraum vom 14.11. bis 16.11.2020 die Antworten von 5001 Teilnehmern aus Deutschland berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.