Das Oktoberfest steht nicht im Verdacht, ein Ort für Schnäppchen zu sein. Nur der Eintritt auf die Theresienwiese ist umsonst. Bleibt das auch so? In einem Interview mit unserer Redaktion stieß Bayerns Brauerpräsident Georg Schneider jüngst die Debatte an. „Bei einer Veranstaltung wie dem Oktoberfest sollte man darüber nachdenken, Eintritt zu verlangen. Warum denn nicht? So könnte man einen Teil der Kosten tragen“, sagte er und erntete nicht nur Kritik.
Das zeigen auch Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Civey: 45 Prozent und damit knapp die Hälfte der Deutschen würden eine Gebühr für die Wiesn begrüßen. Vor allem im Norden und Osten Deutschlands ist die Bereitschaft größer, für den Besuch des größten Volksfests der Welt zu bezahlen. Lediglich 28 Prozent bewerten den Vorstoß negativ, der Rest ist unentschlossen. In Bayern zeichnet sich hingegen ein anderes Bild. Nur ein Drittel würde sich eine Gebühr wünschen. 45 Prozent der Befragten geben an, dass der Eintritt aufs Oktoberfest auch künftig frei bleiben soll. Die dargestellten Daten auf Bundeslandebene basieren auf sogenannten Small-Area-Methoden. Die Ergebnisse sind repräsentativ, unter Berücksichtigung ihres jeweiligen statistischen Fehlers.
Eintritt für das Oktoberfest? Kritik kommt aus München
Eine mögliche Erklärung für die bayerische Ablehnung: Gäste aus Bayern dürften die Wiesn öfter besuchen – auch, um etwa Bekannte zu treffen, und nicht zwingend, um viel Geld für Fahrgeschäfte, Essen und Bier auszugeben. Oktoberfestgäste mit weiterer Anreise dürften den Besuch eher als Event sehen, für das man ohnehin bereit ist zu bezahlen.
Eine klare Absage erteilte jedenfalls Wiesn-Chef Christian Scharpf dem Schneider-Vorstoß: Ein Eintritt passe nicht zum Volksfestcharakter des Oktoberfests. Menschen, die nur über die Wiesn schlendern wollen, seien ebenso willkommen wie Zeltgäste oder Fans der Fahrgeschäfte. Ähnlich äußerte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Zudem käme auf die Wiesn ein riesiger Verwaltungsaufwand zu, wenn täglich 200.000 Gäste Eintritt zahlen müssten.
Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzerinnen und -nutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung von Deutschlands Bevölkerung gewichtet. Für die Frage „Wie würden Sie es bewerten, wenn Besucherinnen und Besucher künftig Eintritt zahlen müssten, um das Oktoberfest-Gelände zu betreten?“ wurden im Zeitraum vom 6.2.2025 bis 9.2.2025 die Antworten von 5000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern aus Deutschland berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,6 Prozent.
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