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Olympia 2026: Deutsche Rodler mit Wahl-Augsburgerin Dajana Eitberger holen Gold

Olympia 2026

Erst eingesperrt, dann zu Gold gerodelt: Wahl-Augsburgerin Dajana Eitberger hat allen Grund zum Jubeln

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    Jubel über den Sieg in der Mixed-Teamstaffel: Julia Taubitz (links) umarmt Dajana Eitberger.
    Jubel über den Sieg in der Mixed-Teamstaffel: Julia Taubitz (links) umarmt Dajana Eitberger. Foto: Michael Kappeler, dpa

    Dieser eine Anruf fehlte noch. Zumindest am Freitagmorgen. Der Bundeskanzler hatte sich noch nicht bei Dajana Eitberger gemeldet. Auch nicht bei ihren goldenen Kollegen Julia Taubitz, Magdalena Matschina, Max Langenhan, Tobias Arlt und Tobias Wendl. Anders als nach Langenhans Einzelgold, als Merz versucht hatte, den Triumphator zu erreichen. Der allerdings ging nicht ans Handy – weil er die Nummer nicht kannte. Wird wohl kein weiteres Mal passieren.

    Der Donnerstagabend hatte die nächste Chance auf einen Anruf des Kanzlers ergeben. Die sechs deutschen Rodlerinnen und Rodler hatten Gold in der Teamstaffel gewonnen. Ein besonderer Moment. Für das Männerduo Artl/Wendl, weil die beiden mit nun sieben Olympiasiegen seit 2014 die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken. Aber auch für Eitberger, die momentan noch in Augsburg wohnt.

    Für die 35-Jährige aus Ilmenau war es die zweite Medaille in Italien. Zuvor hatte sie sich bei der Olympia-Premiere im Frauen-Doppel mit Matschina Silber geholt. Es sind starke Spiele für Eitberger. Aber auch welche, die nicht ganz problemlos verliefen. Zu einem Zittermoment kam es am Donnerstagabend.

    Deutsches Team war in der Umkleidekabine eingeschlossen

    Die deutschen Athleten waren kurz vor ihrem Start in der Umkleidekabine eingeschlossen. Weil ein Rumäne beim Schließen der Tür den Griff abgerissen hatte. Bange Momente folgten. „Das schlägt das Herz schon ein bisschen schneller“, sagte Eitberger. Man habe ja seine Routinen vor dem Start, können die nicht vollzogen werden, gerät mancher Sportler in Panik. Zum Glück aber dauerte es nicht lange, bis die Situation gelöst war. Der rumänische Auslöser nahm Kontakt mit einem Trainer auf, sodass die Tür geöffnet wurde. So war auch die letzte Hürde in Richtung Triumph genommen.

    Die deutschen Rodlerinnen und Rodler haben wieder geliefert. Zunächst im Eiskanal, später im deutschen Haus. Es wurde eine wilde Party am Rande eines Golfplatzes. Doppelstöckig ist das Holzhaus im Wald. Der obere Bereich ist für die Sportler gesperrt. Es wurde eine lange Feier.

    Am nächsten Morgen saßen vier aus dem goldenen Sextett bereits wieder im deutschen Haus zur Pressekonferenz der Medaillengewinner. Die Stimme versagte noch dem ein oder anderen. „Wir haben würdig gefeiert“, sagte Tobias Wendl. Mit Freunde und Familien, die diesmal vor Ort sein konnten. Anders als bei den vergangenen Spielen in Südkorea oder Peking. Es wurde viel gelacht und getanzt. Und zur Gitarre gegriffen.

    Auch Eitberger genoss den Abend. Vor allem das Mitgrölen beim Hit Bella Napoli von Roy Bianco und Die Abbrunzati Boys. Ein Schmankerl aus der momentanen Heimat. Die Band kommt aus Augsburg, auch Eitberger wohnt hier. 2020 war sie von München nach Augsburg gezogen. Bald wird der Umzug mit ihrem Lebensgefährten und ihrem fünfjährigen Sohn Levi in den Landkreis Aichach-Friedberg nach Aindling anstehen.

    Eitbergers Sohn war nicht in Norditalien dabei

    Eitberger fühlt sich in Augsburg wohl. Auch wenn die Fahrten zu den Trainingseinheiten im Eiskanal weit sind. Aufgewachsen ist sie in Thüringen. „Ich mache gern einen Unterschied zwischen Heimat und Zuhause. Heimat ist da, wo meine Wurzeln sind, was auf meiner Geburtsurkunde steht. Aber ein Zuhause haben mir mein Lebensgefährte und mein kleiner Sohn gegeben“, sagt Eitberger. Ihr Lebensgefährte ist in Norditalien dabei, ihr Sohn nicht. Er blieb bei den Großeltern.

    Für Eitberger waren es die letzten Olympischen Spiele. Sie wird nach dieser Saison ihre Karriere beenden. Zwei Weltcups stehen noch an, dann ist Schluss. Die 35-Jährige hat Höhen und Tiefen erlebt. Sie hat 2018 im Einer in Pyeongchang Silber gewonnen. Vier Jahre später in Peking wollte sie nach Gold greifen. Es kam anders. Weil das Covid-Virus sie ausbremste. Sie wollte schnell wieder fit werden, wohl zu schnell. Ihr Körper streikte. „Ich hab’ mich am Start in den Rodel gesetzt und wusste gar nicht mehr, was mir die Trainer gesagt hatten. In unserem Sport muss man innerhalb von Hundertstel Sekunden eine Entscheidung treffen. Das kann man nur machen, wenn man gesund und wirklich wach ist“, sagte sie damals unserer Redaktion.

    Sie war nicht fit. Ihr passierten Fehler, die Stürze und Verletzungen zur Folge hatten. Eitberger zog die Reißleine. Sie verpasste Olympia und gönnte sich eine Pause. Im Winter 2022 kehrte sie in den Leistungssport zurück. Mit dem klaren Ziel der Qualifikation für Olympia 2026. Der Traum erfüllte sich. Nicht nur im Einer, sondern auch im erstmals ausgetragenen Frauen-Doppelsitzer. Und das mit einer neuen Partnerin. Sie wechselte von Saskia Schirmer zu Magdalena Matschina. 15 Jahre Altersunterschied trennen die beiden – kein Problem, wie sich in Italien zeigte.

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