Als ob nicht schon genug Druck auf dem Kessel wäre. Als stünde Julian Nagelsmann angesichts von Neuer-Nominierung und Undav-Kritik nicht schon jetzt unter Erfolgsdruck. Zudem machte Jürgen Klinsmann, Buddha-Experte und Ex-Bundestrainer, klar, dass nichts weniger als der Siegerpokal das Ziel für die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sein müsste. Die deutsche Elf hat „die Verpflichtung, immer den WM-Titel ins Visier zu nehmen“, sagte Klins- zu Nagelsmann.
In diesen Tagen meldet sich nun auch noch eine der mächtigsten Lobbygruppen zu Wort und fordert unverhohlen nichts weniger als den Turniersieg. Denn daran hängen tausende Arbeitsplätze. Grundsätzlich blicken Deutschlands Brauereien zwar maßvoll optimistisch auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. Die WM könne grundsätzlich die Nachfrage nach Gerstensaft ankurbeln. Sportliche Großereignisse sind jedoch längst kein „automatischer Absatzgarant“ mehr, sagte eine Sprecherin des Brauer-Bundes der Rheinischen Post. Bereits die zurückliegende Europameisterschaft habe nur „begrenzte Effekte“ gebracht.
Das Wetter spielt beim Bierabsatz eine Rolle
Zwar zählt vom Bundesliga-Klub bis zum Kreisklassisten jeder Fußball-Verein mindestens eine Brauerei zu seinem Sponsorenpool. Daraus folgt noch lange nicht, dass sich jeder Fußballfan zum WM-Spiel eine Halbe gönnt. Entscheidend für den Absatz „bleiben deshalb die allgemeine Konsumstimmung sowie Faktoren wie Wetter und der sportliche Erfolg der deutschen Nationalmannschaft“, erklärte die Sprecherin weiter.
Das Problem: Das Bierometer der Republik sinkt seit Jahren. Im vergangenen Jahr haben die Brauereien mit 7,8 Milliarden Litern rund sechs Prozent weniger als 2024 umgesetzt. Beim alkoholfreien Bier, das nicht in diese Statistik einfließt, geht der Umsatz dagegen nach oben.
Auch das Bundeskabinett reagiert auf späte Anstoßzeiten
Die späten Anstoßzeiten seien zudem eine Herausforderung. Darauf reagierte vor kurzem das Bundeskabinett und verabschiedete Ausnahmen von den üblicherweise geltenden Lärmschutzregeln. Städte und Gemeinden können jetzt auch nach 22 Uhr öffentliche Übertragungen von WM-Spielen genehmigen. Wenn das Spiel erst spätabends angepfiffen wird, ist die „drinkability“ des Gerstensafts noch wichtiger, damit genügend Bier fließen kann. Die einfache WM-Formel der deutschen Brauer: Erfolge + geringer Trinkwiderstand = hoher Bierumsatz.
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