Über Wochen und Monate droht der Super-Gau. Europa ist gefühlt so weit entfernt wie das Westfalenstadion vom Mond. Am Ende ist dann doch alles gut. Mit einem beeindruckenden finalen Sprint schafft Borussia Dortmund auf den letzten Metern den Sprung in die Königsklasse – das Minimalziel. Und nun?
Die (leidige) Klub-WM – eine Erfolgsgeschichte für Schwarz-Gelb? Finanziell ein Glücksfall. Der achtmalige Deutsche Meister kassiert in den Staaten gut 50 Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp 44 Millionen Euro. Dafür lohnt es sich durchaus, in der Sommerpause durchzukicken. Ordentlich läuft es auch auf dem Grün. „Wir haben den BVB, die Stadt Dortmund und die Bundesliga würdig vertreten, sind unter den besten acht Teams der Welt“, bilanziert Sport-Chef Lars Ricken. Und ganz nebenbei stürmt die Marke (weiter) nach vorne. „Jenseits der klaren Fokussierung auf den Sport haben wir diese Bühne genutzt, um uns als Verein bestmöglich außerhalb des Spielfelds zu präsentieren. Das ist uns von Fort Lauderdale über New York und die Vereinten Nationen bis nach Cincinnati ganz gut gelungen“, freut sich Geschäftsführer Carsten Cramer.
Erst (durchaus) umstritten, dann gefeiert – wann verlängert der BVB mit dem Trainer? Gut Ding will Weile haben. Ricken lässt sich mit einer Vertragsverlängerung von Niko Kovac noch Zeit. Die Rückendeckung für den Coach ist im Verein und im Umfeld massiv. Wenn man bei Ricken zwischen den Zeilen liest, scheint es nur eine Frage der Zeit, wann der auslaufende Kontrakt verlängert wird. „Er ist ehrlich, geradeaus, lässt sich nicht verbiegen. Mir war während unseres Kennenlernens deshalb auch schnell klar, dass er nicht nur ein Feuerwehrmann ist, sondern jemand, dem man die Möglichkeit geben muss, eine Mannschaft zu entwickeln.“ Kovac selbst lächelt solche Aussagen freundlich weg, fokussiert sich auf seine Arbeit. Der Kroate ist sowas von entspannt.
Jobe Bellingham – das neue Wunderkind an der Stobelallee? Jobe Bellingham tritt in Dortmund in die Fußstapfen seines älteren Bruders Jude, der im Revier eine unglaubliche Entwicklung nahm und inzwischen bei den Königlichen aus Madrid in Lohn und Brot steht. Schlägt der Jüngere der Familienbande nur annähernd so ein wie sein Bruder, werden die Dortmunder Fans, die ansonsten sehnlich auf weitere Transfers warten, viel Freude an dem Dribbelkünstler haben. Und die Chef-Etage erst. Für über 100 Millionen Euro wechselte Jude 2023 in die spanische Hauptstadt – zum Weltstar gereift. Für Ricken ist der Jüngere schon jetzt ein „außergewöhnlich talentierter Spieler, der trotz seines Alters bereits über eine bemerkenswerte Reife und Spielintelligenz verfügt“. Abwarten, ob ihm die hohen Erwartungen Flügel verleihen. Ob er will oder nicht: Jobe wird sich an Jude messen lassen müssen.
Schon wieder – was läuft da mit Jadon Sancho? Der Engländer hat bei Manchester United keine Zukunft mehr. Sein Wechsel zu Juventus Turin galt als sicher, jetzt stockt der Transfer nach Italien. Und nun? Soll angeblich die Borussia wieder mitmischen. Kommt es zur neuerlichen Liaison? Wirklich teuer wäre der 25-Jährige nicht, angeblich hat United die Ablöseforderungen auf unter 20 Millionen Euro gesenkt. Ein Schnapper. Sancho soll sogar bereit sein, bei einer Rückkehr in den Pott auf einen Großteil seines fürstlichen Salärs verzichten zu wollen. Der junge Mann will einfach nur spielen. Nach dem Verkauf von Jamie Gittens (FC Chelsea) und dem verletzungsbedingten Ausfall von Julien Duranville hätte der BVB auf den Flügeln sogar dringend Bedarf.
Emre Can – die Konstante? Trotz seiner Verletzungsanfälligkeit ist Emre Can eine wichtige Stütze dieser Mannschaft, eine Führungspersönlichkeit. Er kann außen wie innen verteidigen, solo oder im Doppel die Sechs besetzen oder sich auf der Acht austoben. Nach der Verletzung von Niklas Süle ist der 31-Jährige gefragter denn je. Fußballerisch steht er indes nicht gerade für die feinste Klinge, was durchaus ankommt in einer „Malocher-Stadt“ wie Dortmund. Unbestritten: Sein Wort hat Gewicht. Kovac schenkt ihm darum uneingeschränkt als Kapitän das Vertrauen. „Es gibt keine Gründe, etwas zu verändern.“ Das Pokalspiel am Montag gegen Essen verpasste er mit Adduktorenproblemen. , verloren dabei in der Schlussphase allerdings auch noch Außenbahnspieler Yan Couto nach einem brutalen Foul. Möglicherweise fällt auch noch der 23-Jährige zum Ligastart beim FC St. Pauli aus.
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