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Eintracht Frankfurt und die Millionen-Verkäufe: Clever in Europas Spitze vorgestoßen

Bundesliga-Prognose

Die Multi-Millionen-Verkäufer: Ist das die Neue Frankfurter Schule?

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    Neuzugang Jonathan Burkardt soll bei Eintracht Frankfurt die Lücke füllen, die Hugo Ekitiké hinterlassen hat.
    Neuzugang Jonathan Burkardt soll bei Eintracht Frankfurt die Lücke füllen, die Hugo Ekitiké hinterlassen hat. Foto: Arne Dedert, dpa

    Eintracht Frankfurt ist längst ein Dauergast im Europapokal. In der neuen Saison tritt der Fußball-Bundesligist zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in der Champions League an. Nach Omar Marmoush (Manchester City) hat mit Hugo Ekitiké (FC Liverpool) allerdings auch der zweite Topstürmer die Hessen verlassen. Für das Duo kassierten die Frankfurter insgesamt 170 Millionen Euro.

    Schwimmt die Eintracht jetzt im Geld? Sollte man meinen. Doch die Wahrheit ist eine andere. „Die Einnahmen werden aufgrund vergangener, aktueller und zukünftiger Transferverpflichtungen mehr oder weniger komplett reinvestiert. Es ist also nicht so, dass wir den Festgeldspeicher von München nach Frankfurt geholt hätten. Das Geld ist und wird für die sportliche Entwicklung benötigt“, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann dem Kicker. Einerseits investierte die Eintracht selbst recht kräftig in neue Spieler, andererseits landet nicht jede Mega-Ablöse komplett auf dem Konto der Hessen. Ekitikés Ex-Klub Paris Saint-Germain kassierte aufgrund einer Weiterverkaufsbeteiligung 20 Prozent an der Transfersumme mit. Spieler wie Marmoush oder zuvor Randal Kolo Muani kamen in der Vergangenheit zwar ablösefrei, die Profis und ihre Berater ließen sich das aber mit üppigen Handgeldern und Provisionen vergolden.

    Wer soll Ekitiké ersetzen? Vom Ligarivalen FSV Mainz kam Jonathan Burkardt für 21 Millionen Euro und für ihn ist der Platz in der Sturmspitze vorgesehen. Er erzielte in der vergangenen Saison 18 Treffer – eine starke Bilanz. Mit ihm wird sich das Offensivspiel aber ein wenig verändern. Während Ekitiké fast wie ein eleganter Künstler agierte – und sich mit dieser Rolle auch hin und wieder begnügte –, ist sein Nachfolger deutlich mehr auf dem Platz unterwegs. Im Pressing macht das die Eintracht besser. Zweifelsohne wird man aber auch Ekitikés Eleganz und Genialität hin und wieder vermissen. Er war ein Unterschiedsspieler für die Hessen.

    Was hat sich sonst noch getan? Wenig. Der Eintracht gelang es, abgesehen von Ekitiké, die Leistungsträger zu behalten. Und sie machte bei den Abgängen – mal wieder – ein gutes Geschäft. Der Brasilianer Tuta ging für 15 Millionen Euro nach Katar zu Al-Duhail. Er war nur noch ein Jahr vertraglich an die Frankfurter gebunden. Der nach Freiburg gewechselte Igor Matanovic spielte zuletzt nur eine untergeordnete Rolle. Den Weg aus dem Breisgau nach Frankfurt ging Ritsu Doan. Den Japaner ließen sich die Frankfurter knapp 21 Millionen Euro kosten. Auf zehn Tore und sieben Vorlagen kam der Flügelspieler in der vergangenen Saison. Seine Verpflichtung ist ein Qualitätstransfer.

    Setzt sich Frankfurter Erfolgsweg fort? Sieben Europapokal-Teilnahmen seit dem DFB-Pokal-Sieg 2018 sprechen für sich. Natürlich wird in der neuen Saison viel davon abhängen, inwieweit Burkardt den abgewanderten Ekitiké ersetzen kann. Und hier kommt Trainer Dino Toppmöller ins Spiel. Er ist ein Bessermacher. Zu sehen an den Entwicklungen der U-21-Nationalspieler Nnamdi Collins und Nathaniel Brown – und nicht zuletzt auch an Marmoush und Ekitiké. 

    Wer wird der nächste Millionenverkauf? Sébastien Haller, Luka Jovic, André Silva, Kolo Muani, Marmoush und Ekitiké – sie brachten den Hessen knapp 400 Millionen Euro an Ablösesumme in den vergangenen Jahren. Und sie alle waren Stürmer. Dieser Gesetzmäßigkeit folgend, müsste Burkardt der nächste Mega-Deal werden. Nach jetzigem Stand drängt sich aber eher ein anderer Spieler auf: Hugo Larsson. Der Marktwert des 21 Jahre alten zentralen Mittelfeldspielers wird auf 40 Millionen Euro taxiert. Larsson war in der vergangenen Saison ein absoluter Leistungsträger. „Er ist in den letzten Monaten Riesen-Schritte gegangen“, staunt Trainer Toppmöller über die Entwicklung des Schweden und freut sich über dessen Lernwilligkeit: „Wie er zuhört, wie er Dinge im absoluten Detail umsetzen und verbessern will. Dafür ist er ein Paradebeispiel.“ Der Mittelfeldmann soll bei Real Madrid und Manchester City ein Thema sein. Möglicherweise ist das auch in einem Jahr noch so. Vertraglich ist Larsson allerdings bis 2029 an die Hessen gebunden. Wenn er also geht, wird es für seinen neuen Club wieder einmal richtig teuer.

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