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FC Augsburg
26.04.2021

FCA trennt sich von Heiko Herrlich: Markus Weinzierl soll es richten

Markus Weinzierl war schon einmal Trainer beim FC Augsburg.
Foto: Tom Weller, dpa

Drei Spieltage vor Schluss hat der FC Augsburg die Reißleine gezogen und trennt sich von Trainer Herrlich. Ex-Coach Weinzierl übernimmt.

Das Wochenende war intensiv. Klaus Hofmann, Stefan Reuter und Michael Ströll hatten viel zu besprechen. Schlaf gab es nur wenig, was in einer solchen Situation aber normal ist. Schließlich ging es um die Zukunft des FC Augsburg. Der Präsident und die beiden Geschäftsführer mussten beratschlagen, wie es nach dem 2:3 am Freitagabend gegen den 1. FC Köln und der katastrophalen ersten Halbzeit beim Fußball-Bundesligisten weitergehen soll. In erster Linie auf der Trainerposition.

Am Montagnachmittag bestätigte der FCA schließlich die Informationen unserer Redaktion vom Vormittag: Heiko Herrlich und sein Co-Trainer Iraklis Metaxas werden ihre Posten verlieren, für sie rücken Markus Weinzierl als Cheftrainer und der Allgäuer Reiner Maurer als Assistent nach. Der Mindelheimer war zuletzt als Trainer bei Drittligist Türkgücü München bis zum 31. Mai 2020 tätig. Weinzierl unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022, der wohl auch für die zweite Liga gilt. Wer den FCA kennt, weiß, dass der Vereine gerne weitsichtig plant.

Reuter: Verantwortliche sahen keine erfolgreiche Zukunft mit Herrlich

Weinzierl war am Montag bereits auf dem Augsburger Trainingsgelände, es standen erste Besprechungen mit seinen neuen Mitarbeitern an. Das für Montag geplante Training hatte der FCA abgesagt, die Spieler waren am Morgen vom Wechsel auf dem Trainerposten informiert worden. Am Dienstag steht nun das erste Training an, zudem werden sich Markus Weinzierl und Stefan Reuter bei einer gemeinsamen Pressekonferenz den Fragen zur Zusammenarbeit stellen.

Schon nach dem Spiel am Freitag hatte sich angedeutet, dass der FCA den Schritt des Trainerwechsels gehen wird. Erstmals war Stefan Reuter vom Trainer abgerückt. Bis dahin hatte er Herrlich immer den Rücken gestärkt und sich sogar eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen können. Nun aber war eine Reaktion nötig. Vielleicht zu spät? Drei Spieltage stehen nur noch an, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist stark geschrumpft. „In der ausführlichen Analyse sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir einen Wechsel auf der Trainer-Position vornehmen müssen“, erklärte Reuter. Und: „Und hat am Ende der Glaube gefehlt, die restlichen Spiele in der bisherigen Konstellation erfolgreich zu gestalten.“

Reuter musste also von seiner bedingungslosen Unterstützung abrücken. Also suchten die Augsburger Verantwortlichen am Wochenende das Gespräch mit Weinzierl. „Hierbei sind wir zur Überzeugung gelangt, dass Markus der absolut richtige Trainer für die jetzige Situation ist und er enorm große Lust verspürt, wieder beim FC Augsburg zu arbeiten“, erklärte Reuter weiter.

Weinzierl hatte die Mannschaft des FCA in der Vergangenheit trainiert

Weinzierls Vorteil: Er hat bereits von 2012 bis 2016 beim FC Augsburg gearbeitet und dabei großen Erfolg gehabt. Er führte die Mannschaft in die Europa League. Bei seinem Abschied zum FC Schalke 04 blieben aber zunächst Misstöne hängen. Es gab Unstimmigkeiten mit Stefan Reuter wegen des Wechsels. Die seien aber ausgeräumt, wie beide betonen. Weinzierl hatte bereits in einem Interview mit unserer Redaktion im Juli 2018 gesagt: „Stefan Reuter ist ein Supertyp, auch wenn es zum Schluss, als es um meinen Wechsel ging, zwischen uns beiden gekracht hat. Das sehe ich heute als Wertschätzung an. Heute ist alles wieder gut. Unter Freunden kann es auch ruhig einmal krachen.“

Am Montag betonte der 46-Jährige zudem, dass er mit viel Optimismus die neue Aufgabe angehe. „Ich freue mich riesig, wieder mit Stefan Reuter und der Mannschaft zusammenzuarbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir unser Ziel, die Klasse zu halten, gemeinsam erreichen werden“, sagte Weinzierl. Seine erste Bewährungsprobe wird die Partie am Freitag, 7. Mai, beim VfB Stuttgart sein. Ausgerechnet bei dem Verein also, bei dem er seine bisher letzte Trainerstation hatte. Im April 2019 hatten sich die Stuttgarter nach nur sechs Monaten von ihm getrennt – nach einer 0:6-Niederlage beim FC Augsburg.

Das war`s: Nach der 2:3-Niederlage gegen Köln hat sich der FC Augsburg von Trainer Heiko Herrlich getrennt.
Foto: Matthias Balk, dpa

Herrlich zum Abschied: Der FC Augsburg hätte die Klasse mit ihm halten können

Weinzierls Vorgänger Heiko Herrlich war daran gescheitert, der Mannschaft einen offensiven Spielstil beizubringen. Sein meist auf Defensive konzentriertes Konzept hatte zwar zu 33 Punkten geführt, die Auftritte waren aber oft unansehnlich. Darauf hatte auch Präsident Klaus Hofmann zuletzt mehrfach hingewiesen.

Heiko Herrlich ist davon überzeugt, dass er das Saisonziel mit dem FC Augsburg erreicht hätte. Das teilte er in seinem persönlichen Statement mit, das der Klub auf Herrlichs Wunsch hin auf seiner Vereinsseite im Internet veröffentlichte. „Mir ist es gelungen, viele Spieler weiter zu entwickeln. Ich bin überzeugt davon, dass der FCA mit mir die Klasse gehalten hätte“, schrieb Herrlich. Und: „Es war für mich heute kein einfacher Tag. Aber ich muss die Entscheidung des FCA akzeptieren.“

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27.04.2021

Typisch, der, die Augschburger Grandler sehen wieder nur schwarz. Seid doch froh, dass der Herrlich endlich gehen musste! Der Weinzierl kanns nur besser machen! Also, think positive!

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26.04.2021

Der FCA und Markus Weinzierl passen meiner Meinung nach gut zusammen. Es ist gut, dass er da weitermacht, wo er vor ein paar Jahren zu früh aufgehört hat. Er ist ehrgeizig und stellt die Mannschaft fokusiert und angriffslustig ein. Sein Problem ist, dass er sich selbst in die Falle geht. Menschlich wirkt er auf mich manchmal zu verbissen und unflexibel. Wenn es Konflikte gibt, braucht es einen, der wieder Ruhe reinbringt. Ich erinnere mich an ein Interview mit einem FCA-Spieler, der meinte, Weinzierl habe einfach nicht mehr mit ihm geredet. Sowas darf nicht sein. Ich wünsche ihm wirklich sehr, dass es gut für ihn in Augsburg läuft. Bleib locker, Markus.

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26.04.2021

Es ist mit Sicherheit kein Zuckerschlecken mit den vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten als Trainer für den FCA Verantwortung zu übernehmen: Bis jetzt ist es 9.9 Jahre gut gegangen

Nach den Dramen und Abgängen von Luhukay, Weinzierl, Baum und Schmidt kam Herrlich und erzielte mit dem 12. Platz und +19 Punkten das beste Hinrunden-Ergebnis, trotz unglücklichem Zahnpastakauf in Bobingen.

Es wird jedoch gefährlich, wenn man mit einer unrealistischen Erwartungshaltung und Illoyalität permanent den Kopf des Trainers fordert, denn man wird mit dieser Einstellung und Mentalität den Schicksalen von 1860, HSV und dem Club folgen.

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26.04.2021

So ein Trainer ist für unseren FCA nicht geeignet. Ohne Emotion, ohne Spielverständnis, ohne Analyse während des Spiels und ohne Zahnpasta wenn es wieder in die Quarantäne gehen sollte. Ne, ne der Trainer war ein Reinfall. Hätte er weitermachen dürfen, wäre meine Konsequenz die Kündigung von Mitgliedschaft und Dauerkarten gewesen. Ohne auf den Blick auf die Liga im nächsten Jahr.

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26.04.2021

Alles Gute zum (erneuten) Einstand beim FCA. Sie sind der letzte Versuch von Herrn Reuter (hoffentlich).

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26.04.2021

Die Gegner Stuttgart und Bayern kann man abhaken, aber im Heimspiel gegen die derzeit noch schwächeren Bremer könnte schon
1 Punkt reichen zum rettenden 15. Platz. Markus Weinzierl wäre es zu wünschen. Heiko Herrlich war mit der Aufgabe beim FCA
wohl überfordert, außerdem hat er seiner Mannschaft die Schuld an Niederlagen gegeben anstatt sich selbst kritische zu hinter-
frage.
Willi Dietrich

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26.04.2021

nen guten Start, war gemeint!

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26.04.2021

Bravo und viel Glück, der Retter von Schalke kommt wieder als Rettungsschwimmer an den Lech.

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26.04.2021

Das ist eine Entscheidung, die geprägt ist von Nostalgie und der Hoffnung, es könnte doch wieder alles so werden wie vor 2016. Rein faktisch gesehen hat Weinzierl nach seinem Abgang vom FCA bei keinem anderen Verein auch nur annähernd erfolgreiche Arbeit geleistet.
Ich bin sehr skeptisch, würde mich aber natürlich gern täuschen.

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26.04.2021

Mir erschließt sich die Euphorie der hier publizierten Leserbriefe nicht.
Außer einer Saison, in der der FCA sich für Europa qualifiziert hatte, sind alle Weinzierl-Saisons mehr als dramatisch verlaufen.
Und bei Schalke und Stuttgart hat er außer deutlich mehr Geld zu verdienen, rein gar nichts geliefert.
Und, dass er überhaupt solange beim FCA bleiben und die Euro-Quali erreichen konnte, hat er ausschließlich Stefan Reuter zu verdanken, der im Dezember 2012 gegen alles "Weinzierl-Raus" Geschrei an ihn geglaubt und an ihm festgehalten hat.

Aber vielleicht wiederholt sich Geschichte - nun einmal andersherum.

Kämpfen und siegen, Jungs! Und drin bleiben!

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26.04.2021

K. Brenner

Herr Claus M., soweit ich mich erinnern kann, hat der FCA in der 2. Saison mit Weinzierl sogar noch mehr Punkte geholt als in der dritten, als man sich für den Europapokal qualifizierte. Man hatte neben Mannschaftsmeisterschaft auch Einzelkönner wie Bobadilla. Ich bin mir sicher, die Trennung kommt 2 Spiele zu spät, aber jetzt gilt, FCA, kämpfen und siegen!

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26.04.2021

Frau Brenner, ich habe nachgeschlagen und Sie haben Recht.
Zweimal 43 Punkte, einmal 30 Punkte und einmal 31 Punkte nach dem 31. Spieltag.
Wir bleiben drin und dann wiederholt sich Geschichte!

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26.04.2021

Leider zu spät die Entscheidung in meinen Augen, gegen Bremen dürfte wohl das entscheidende 'Endmatch' für den FCA werden. Ansonsten kommt ja kommende Saison, wenn man wieder gegen Schalke verliert, vielleicht ein 'thumbs down' aus dem Steuersparparadies Delaware in Sache Reuters.

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26.04.2021

Endlich die genau richtige Entscheidung ,jetzt muss nur noch Reuter gehen!!!!

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26.04.2021

Da hat sich unser Sonnenkönig Reuter wieder gut aus der Affäre gezogen.

Bei einem Nichtabstieg, sollte auch seine Position hinterfragt werden.

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26.04.2021

Natürlich hätte Herr Reuter auch seinen Hut nehmen müssen, aber für den Moment egal, später hoffentlich ein Thema auf der Agenda von Herrn Hofmann...es zählt aktuell nur der hoffentlich noch zu realisierende Klassenerhalt für unseren FCA. Markus Weinzierl muss halt in diversen Einzelgesprächen schnellstmöglich in die Köpfe der Spieler kommen und ihre unter Herrlich verschütteten Stärken wieder rausholen und vor allem in der Kürze der Zeit wieder eine glasklare Spielidee auflegen und allen eintrichtern...wird schwer genug, drücke die Daumen und hoffe, es gelingt noch rechtzeitig.

Viel Glück und nur der FCA

Nobby - Die Stimme der Rosenau

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26.04.2021

Die letzten Engagements von Weinzierl waren ja wohl alles andere als erfolgreich.

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26.04.2021

Die - hoffentlich nicht zu späte - richtige Entscheidung.

Als in Köln Gisdol von Heldt entlassen wurde, schrieb ich an anderer Stelle:

Ich finde es immer wieder beeindruckend, mit welcher Chuzpe sich die Sportmanager, Sportdirektoren, Sportgeschäftsführer - oder welch Titel sie sonst auch immer spazieren tragen - sich hinstellen und Trainerentlassungen verkünden. Immer die gleiche (wie vorgedruckt) Formulierung von "leider", "menschlich schwer" "neuer Impuls", usw Leier.
Keiner hatte bisher den Allerwertesten in der Hose zu sagen, ICH trage die Verantwortung, ich habe den Kader zusammengestellt, ich habe den Trainer engagiert, ich habe die Ziele und die Spielphilosophie vorgegeben - ICH bin gescheitert!

Genau das trifft hier auch zu. Insbesondere, wenn man die Summe der Fehlleistungen von Reuter und die Tendenz dabei sieht.

Mal schauen, wie es mit (dem auf Schalke und in Stuttgart verbrannten) Weinzierl läuft. Das "Vorwärts mit der Vergangenheit" kann durchaus funktionieren, wie man in Mainz gerade sieht. Nur da wurde der Umbau grösser und grundsätzlicherr angegangen.

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26.04.2021

...und (hoffentlich) noch rechtzeitig...

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26.04.2021

Bemerkenswert ist das sich Herr Weinzierl unter GF. Herr Reuter das nochmals antut. Oder wird hier auch an einer Lösung gearbeitet?

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26.04.2021

Endlich und die richtige Entscheidung! Vielleicht reicht es nun doch noch zum Klassenerhalt .

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26.04.2021

Endlich! Wundert mich nur das Reuter nicht gehen musste, aber wie schwach seine Position ist sieht man daran ja das Weinzierl wieder kommt. Da hieß es wohl sich fügen oder auch gehen. Wahrscheinlich warten Hoffmann und Co. nur auf den passenden Augenblick, Trainer und Geschäftsführer gleichzeitig zu entlassen wäre in der derzeitigen Situation eher schädlich.

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26.04.2021

An Peter M,
Ich hoffe auch, dass der Hauptpfuscher möglichst bald verschwindet.

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26.04.2021

Die Trainerbank für Gäste findet er in Stuttgart jedenfalls problemlos! Wünsche ihm nein guten Start!

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26.04.2021

Vielleicht hilft es für diese Saison. Darüber hinaus muss man schon mehr hinterfragen.

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26.04.2021

Hat (wohl zu) lange gedauert. Hoffentlich schafft Weinzierl noch, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, wird kompliziert. Pikant, sein Einstand erfolgt in Cannstatt, wo er zuletzt beurlaubt wurde...da hätte er einiges zu korrigieren, vielleicht ein weiterer kleiner Impuls auf dem erhofften Königsweg zur Rettung unseres FCA!

Nobby - Die Stimme der Rosenau

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