FCA-Geschäftsführer Michael Ströll fühlte sich und sein Team nach dem 2:2 gegen Werder Bremen, um den Sieg betrogen. Normalerweise sollte man mit solchen Verben vorsichtig umgehen. Doch in diesem Falle beklagte sich der 40-Jährige zu Recht. Der VAR bat Schiedsrichter Sascha Stegemann zur eigenen Begutachtung an die Seitenlinie. Wie er dann zur Erkenntnis kam, dass das Handspiel von Anthony Jung nicht elfmeterwürdig war, bleibt nicht nachvollziehbar, genauso wie seine Erklärungsversuche. Ehrlicher wäre es gewesen, wenn er einfach eingestanden hätte, er hat einen Fehler gemacht. Zur Ehrenrettung der Schiedsrichter muss man aber auch sagen, dass die Handregel ein so komplizierter Konstrukt ist, der so einfach nicht mehr tragbar ist. Warum sagt man nicht: Hand ist Hand? Das ist manchmal vielleicht hart, aber insofern fair, als alle wissen, woran sie sind. So weiß es niemand.
Natürlich hätte der FCA den Elfmeter erst verwandeln müssen, aber ein Sieg zum Saisonauftakt wäre unheimlich wichtig gewesen. Erstmals haben sich die Verantwortlichen im Vorfeld einer Saison weiter aus der Deckung gewagt, mehr als den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Drei Punkte hätten da gutgetan und die eigenen Ansprüche untermauert. Es wäre auch der erste Sieg zum Saisonstart im eigenen Stadion gewesen, seit dem Aufstieg in die Bundesliga. Das zarte Pflänzchen Euphorie unter den FCA-Fans hätte einen gehörigen Schub Dünger erhalten. So herrschte nach dem Schlusspfiff eine gewisse ratlose Ruhe. Keiner weiß nun genau, wie das 2:2 mit seinem hohen Unterhaltungswert einzuordnen ist. Elvis Rexhbecaj nannte es ein „Mischmasch-Gefühl“. Ein treffender Ausdruck.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren