In den Geschichtsbüchern des FC Augsburg hat Jos Luhukay seinen Eintrag sicher. Der Niederländer war es, der den Klub als Trainer 2011 in die 1. Bundesliga führte. Als Zweitligist hatte der 58-Jährige die Augsburger Mannschaft übernommen. Nach dem Aufstieg hielt er mit dem FCA die Klasse und blieb Erstligist. Nun deutet sich an, dass Luhukay seine Laufbahn als Trainer beenden wird.
Wie der niederländische Zweitligist VVV Venlo bekannt gab, werden Luhukay und der Klub ihre Zusammenarbeit ab sofort beenden. Venlos Geschäftsführer Marco Bogers lässt sich in einer Vereinsmitteilung folgend zitieren: "Wir haben mit Jos eine ausgezeichnete Zusammenarbeit gehabt und ihn als Person schätzen gelernt, der immer das Maximale erreichen will." Dass es dennoch zur Trennung kam, begründete der Verantwortliche mit Zukunftsplänen. "Wir haben eine Vision und Jos hat erkannt, dass er dafür nicht der geeignete Mann ist. Es ehrt ihn sehr, dass er das erkannt hat und nun Platz für einen Neuanfang macht."
Diese Zeilen lassen Interpretationsspielraum. Vor allem mit dem Hintergrund, dass der Vertrag Luhukays im Januar um ein weiteres Jahr bis Sommer 2023 verlängert worden war. Seit März 2021 war Luhukay Trainer in Venlo. In den 14 Monaten hatte er weder den Klassenerhalt in der Eredivisie noch den direkten Wiederaufstieg geschafft. Die Teilnahme an den Aufstiegs-Play-offs verpasste Venlo um einen Platz und acht Punkte.
Jos Luhukay gelingt mit dem FC Augsburg der Aufstieg in die Bundesliga
Luhukay ist in Venlo geboren. Entsprechend leidenschaftlich hat er sich beim Klub eingebracht. "Ich habe mit unfassbar viel Herzblut für mein VVV gearbeitet. Die Zukunftsausrichtung des Clubs steht über allem und deshalb denke ich, dass nun der richtige Moment gekommen ist, um die Position des Cheftrainers jemand anderem zu überlassen." Bei seiner Vertragsverlängerung hatte Luhukay erklärt, er werde nach seiner Station in Venlo seine Trainerlaufbahn beenden und nirgendwo mehr hingehen. Dieser Moment scheint nun gekommen.
Luhukay hatte im April 2009 übernommen und blieb dort bis Sommer 2012. Einmal scheiterte er mit dem FCA in der Aufstiegsrelegation am 1. FC Nürnberg, ein Jahr später gelang mit Platz zwei der direkte Aufstieg in die Bundesliga. Insgesamt betreute der Niederländer den FCA in 122 Spielen, für keinen anderen Klub in Deutschland arbeitete er länger als Cheftrainer. Nach der Saison 2011/12 verließ Luhukay Augsburg. Es folgten Engagements bei Hertha BSC, beim VfB Stuttgart, bei Sheffield Wednesday und dem FC St. Pauli.
Ex-FCA-Profi Erik Thommy verlässt den VfB Stuttgart
Als Luhukay den FCA verließ, spielte Erik Thommy noch in der A-Jugend des Klubs. Später schaffte er den Sprung in den Bundesligakader, ehe er im Januar 2018 zum VfB Stuttgart transferiert wurde. Vier Jahre stand er bei den Schwaben unter Vertrag, doch mit Verletzungen und Leihgeschäften verlief seine Zeit dort nicht unbedingt nach Wunsch. Der VfB wird den auslaufenden Vertrag des 27-Jährigen nicht verlängern. Womöglich kehrt Thommy zu Fortuna Düsseldorf zurück. Zum damaligen Erstligisten war er in der Saison 2019/20 ausgeliehen und erlebte seine beste Zeit. In allen 34 Ligaspielen kam Thommy zum Einsatz, bereitete fünf Treffer vor und erzielte selbst sechs Tore.