Nun also doch: Manuel Baum bleibt Trainer des FC Augsburg – zumindest bis zum Saisonende. Der Fußball-Bundesligist hat sich nach den überzeugenden Auftritten in den vergangenen Wochen entschieden, den 46-Jährigen nicht, wie ursprünglich geplant, nur übergangsweise einzusetzen, sondern ihm für den Rest der Saison das Vertrauen zu schenken.
Eigentlich war das Szenario klar umrissen: Drei Spiele sollte Baum nach der Trennung von Sandro Wagner übernehmen, ehe er in seine Rolle als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation zurückkehrt. Doch die Entwicklung der Mannschaft unter seiner Führung hat die Planungen beim FCA durcheinandergebracht.
„Wir sind überzeugt davon, dass Manuel Baum in der jetzigen Situation genau der richtige Trainer für unseren FC Augsburg ist. Er genießt unser volles Vertrauen und wir freuen uns sehr, dass Manuel sich bereiterklärt hat, die Aufgabe bis Saisonende fortzuführen. Nachdem er unsere Mannschaft Anfang Dezember übernommen hat, hat er sehr gute Arbeit geleistet. Darauf wollen wir gemeinsam in 2026 aufbauen“, sagt FCA-Geschäftsführer Michael Ströll.
Baum hat große Freude an der Arbeit mit dem Team
Seit dem 0:0 gegen Werder Bremen, das als Abschiedsspiel des Trainers vorgesehen war, hat sich die Gemengelage grundlegend verändert. Statt eines letzten Auftritts als Übergangslösung ist nun klar: Baum macht bis zum Sommer weiter. „Die Arbeit mit unserer Mannschaft hat mir große Freude bereitet. Daher freue ich mich, noch etwas länger Cheftrainer des FCA zu sein. Für mich ist aber wichtig, wieder in meine ursprüngliche Position zurückwechseln zu können“, sagte Baum. Diese Garantie hat er bekommen.
Ströll hatte ursprünglich angekündigt, möglichst vor Weihnachten einen neuen Cheftrainer präsentieren zu wollen. Nun wird aus der großen Präsentation nur eine kurze Mitteilung: Der bisherige Interimstrainer bleibt im Amt. Ströll hatte bereits nach der Trennung von Wagner angedeutet, dass vieles möglich sei, „aber sehr wenig ausgeschlossen“. Zwar habe man mit Baum klar vereinbart, dass er nur auf Zeit zur Verfügung stehe, doch diese Zeitspanne wird jetzt deutlich ausgedehnt.
Unter Manuel Baum hat sich die Mannschaft des FC Augsburg stabilisiert
Der Grund dafür liegt in den Leistungen auf dem Platz. Baum ist gelungen, das gescheiterte Projekt mit Sandro Wagner in den Hintergrund zu drängen. Aus einer Mannschaft, die taktisch überfordert wirkte, hat er ein kompaktes, gut organisiertes Team geformt, in dem die viel beschworene FCA-DNA wieder sichtbar ist. Defensiv steht Augsburg deutlich stabiler, nur ein – zudem abgefälschtes – Gegentor in den jüngsten Partien belegt diese Entwicklung. Offensiv mag das Spiel weniger spektakulär wirken, dafür aber klarer strukturiert und zielstrebiger.
In den Duellen mit Leverkusen, Frankfurt und Bremen holte der FCA vier Punkte. Mit etwas mehr Fortune bei Aluminiumtreffern und Entscheidungen des Video-Assistent-Referees wären sogar sieben Zähler möglich gewesen. Baum knüpft damit an seine erste Interimsphase vor neun Jahren an, als er ebenfalls binnen kurzer Zeit spürbare Impulse setzte. Für die Vereinsführung wirkt eine Fortsetzung der Zusammenarbeit folgerichtig. „Die Auftritte unter Manuel Baum geben uns den Glauben auf einen erfolgreichen Saisonverlauf“, sagt Benjamin Weber, Sportdirektor des FCA. „Zudem passt Manuel optimal zu unserer Ausrichtung, das Team weiterzuentwickeln und auch jungen Spielern das nötige Vertrauen zu schenken. Das hat er in der Vergangenheit bereits erfolgreich unter Beweis gestellt.“
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