Schladming, Österreich, im Juli 2023. Während des Trainingslagers im bekannten Bergort in der Steiermark ist Felix Uduokhai Aussage klar und deutlich. „Jetzt beginnt quasi die zweite Halbzeit für mich und es ist ein gutes Alter, um noch einmal etwas Neues zu beginnen, entweder im Ausland oder auch in der Bundesliga“, sagte er damals im Interview mit unserer Redaktion. Er werde seinen Vertrag nicht verlängern und suche noch in derselben Transferperiode eine neue Herausforderung. Es war der Startschuss für eine langwierige Transfer-Saga, die den Verein über Monate beschäftigen und schließlich in einen unruhigen Abschied münden sollte.
Heute, rund drei Jahre nach dieser Ankündigung, steht der Innenverteidiger vor einer Rückkehr nach Deutschland. Bei Beşiktaş Istanbul spielt der 28-Jährige in den sportlichen Planungen keine Rolle mehr.
Der FC Schalke 04 beschäftigt sich wohl mit Felix Uduokhai
Der FC Schalke 04, der sich in der Bundesliga defensiv stabilisieren muss, zeigt offenbar konkretes Interesse an einer Verpflichtung des routinierten Abwehrspielers. So berichten türkische Medien und Transfer-Journalisten. Ein Wechsel würde für beide Seiten eine Chance bieten. Als Uduokhai 2019 zunächst auf Leihbasis vom VfL Wolfsburg nach Augsburg kam, entwickelte er sich schnell zum sportlichen Stabilisator. Insgesamt 124 Pflichtspiele absolvierte er im FCA-Trikot. Mit seiner Zweikampfstärke und einer besonnenen Spieleröffnung empfahl er sich zeitweise sogar für die Nationalmannschaft unter Joachim Löw.
Keine Interessenten für einen Transfer, dafür verlängerte Uduokhai beim FCA
Allerdings bremsten ihn schwere Verletzungen, darunter ein Kreuzbandriss und langwierige Sehnenprobleme, immer wieder aus. Dennoch genoss er im Verein und bei den Fans hohes Ansehen. Er galt als reflektierter Profi und stieg zum Vize-Kapitän auf. Nach seiner Wechselankündigung im Trainingslager 2023 folgte jedoch eine überraschende Wende: Da sich kein passender Abnehmer fand, verlängerte er seinen Vertrag doch noch einmal um ein Jahr bis 2025 – auch, um dem FCA im darauffolgenden Sommer eine Ablösesumme zu garantieren.
Hin und Her mit Istanbul im Sommer 2024
Das geplante Ende der Zusammenarbeit im Sommer 2024 gestaltete sich dennoch kompliziert. Die Verhandlungen der Augsburger sportlichen Leitung um Marinko Jurendic mit potenziellen Interessenten zogen sich über Wochen hin. Mitte Juli schien ein Transfer zu Beşiktaş Istanbul bereits beschlossene Sache zu sein. Uduokhai war bereits in die Türkei gereist und hatte Teile des Medizinchecks absolviert, ehe er den Wechsel im letzten Moment vorerst absagte. Der Abwehrspieler hoffte zu diesem Zeitpunkt auf Angebote aus England oder Italien.
Diese Entscheidung sorgte beim FCA für erhebliche Unruhe, da die Kaderplanung für die neue Saison dadurch blockiert wurde. Der Innenverteidiger trainierte zwar professionell mit, war sportlich aber bereits außen vor. Erst Ende August, unmittelbar vor dem Schließen des Transferfensters, einigten sich die Parteien schließlich doch noch auf den Transfer zu Beşiktaş – zunächst auf eine halbjährige Leihe für rund 500.000 Euro. Dann griff eine Kaufpflicht für kolportierte fünf Millionen Euro plus Boni und eine Weiterverkaufsbeteiligung von 20 Prozent. Es war ein zäher Abschied, der bei vielen Beteiligten in Augsburg einen unglücklichen Nachgeschmack hinterließ.
Beşiktaş Istanbul soll Felix Uduokhai die Freigabe erteilt haben
In der Süper Lig konnte Uduokhai die Erwartungen anschließend nicht dauerhaft erfüllen. Das oft unruhige Umfeld des Istanbuler Traditionsklubs, wechselnde Trainer und erneute Verletzungssorgen – darunter ein schwerer Bänderriss im Sprunggelenk – verhinderten, dass er sportlich dauerhaft Fuß fassen konnte. Diese Saison war er eher auf der Bank zu finden, als in der Startelf. Beşiktaş signalisierte dem Innenverteidiger nun wohl, dass man für die neue Spielzeit trotz Vertrag bis 2027 ohne ihn plane. Uduokhai, so war zu lesen, würde gerne nach Deutschland zurückkehren.
Türkische Medien: Erste Gespräche mit Schalke 04
Hier könnte der FC Schalke 04 ins Spiel kommen. Dem Vernehmen nach suchten die Königsblauen für die Bundesliga erfahrene Defensivspieler, die den Abstiegskampf kennen und eine Abwehrreihe organisieren könnten. Uduokhai würde genau dieses Profil mitbringen. Erste Gespräche sollen laut türkischen Medien bereits stattgefunden haben.
In den Medien wird auch spekuliert, dass für den Transfer eine Ablösesumme von rund fünf Millionen Euro im Raum stehe. Setzt man diese Zahl in Relation zu seinem Abschied aus Augsburg, ginge der FCA trotz Weiterverkaufsbeteiligung wohl leer aus. Denn die Basissumme dafür ist die Differenz zwischen Weiterverkaufswert und ursprünglicher Ablösesumme.
Auch der FSV Mainz 05 soll Interesse haben
Noch sind es Spekulationen, zumal Schalke finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Zudem soll sich auch der FSV Mainz 05 für Uduokhai interessieren. Sollte der Transfer tatsächlich zustande kommen, wäre es für den gebürtigen Oberbayern die Möglichkeit, seine Karriere in einem vertrauten Umfeld neu zu beleben. Beim FC Augsburg würde man die Entwicklung sicherlich genau verfolgen – spätestens dann, wenn Felix Uduokhai wieder in der WWK-Arena auflaufen sollte. Mit welchem Verein auch immer.
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