Michael Ströll war sauer. Im Geschäftsführer des FC Augsburg hatte sich etwas angestaut. Er wartete auf den richtigen Moment, um es loszuwerden. Die Partie gegen den FC St. Pauli war seit gut einer halben Stunde vorbei, Strölls Ärger aber noch nicht verraucht. Trotz des 2:1-Erfolgs seines Teams.
Ströll tigerte durch die Katakomben des Stadions, ehe er bei den Pressevertretern stehen blieb. Nach einer kurzen Begrüßung legte er los. Er habe an diesem Abend die nächste „kapitale Fehlentscheidung“ von Sascha Stegemann in Augsburg gesehen.
Ströll erinnerte zunächst an die Partie aus dem August 2024, als eben dieser Stegemann ein Handspiel von Bremens Anthony Jung trotz Sichtung der Videobilder nicht mit einem Strafstoß geahndet hätte. Und am Samstag missfiel Ströll Stegemanns Entscheidung, in Minute 29 auf Elfmeter für den FC St. Pauli zu entscheiden.
Das Maß sei voll, so Ströll. Der FCA habe in dieser Saison schon viele strittige Entscheidungen gegen sich gepfiffen bekommen. Aber kaum zu eigenen Gunsten. Das Verhältnis passe nicht, so Ströll.
Ströll zeigt ein Video der umstrittenen Szene
Um seine Sichtweise der Szene vom Samstag zu verdeutlichen, nahm der Augsburger Geschäftsführer sein Handy zu Hilfe. Auf dem Video sei deutlich zu sehen, dass Marius Wolf zunächst klar den Ball spiele, ehe Hamburgs Manolis Saliakas in Wolf reinlaufe. Die Bewegung also gehe vom Gästespieler aus.
Trotz gestreckten Beins des Augsburgers sei das nie ein Elfmeter, so Ströll. Eine Sichtweise, die Sportdirektor Benjamin Weber und Trainer Manuel Baum teilten. Sie alle hatten kein Verständnis für den Elfmeterpfiff. Weber hatte das mit Schiedsrichter Stegemann bereits in der Pause diskutiert. Stegemann aber blieb bei seiner Einschätzung.
Für Wolf ist es eine klare Fehlentscheidung
Auf dem Platz hatte er Wolf seine Sicht erklärt. DEr Augsburger sei mit offener Sohle in den Zweikampf gegangen und habe eine Verletzung riskiert. Eine Argumentation, der er nicht folgen könne, so Wolf. Für ihn sei es „glasklar kein Elfmeter“, so Wolf. „Ich spiele nicht im Pressschlag den Ball, sondern deutlich davor. Und dann macht er einen Schritt in mich rein“, sagte Wolf, „es ist bitter, dass so etwas nicht angeschaut wird.“ Der Videoschiedsrichter hatte offenbar keine klare Fehlentscheidung erkannt.
Anders als Ströll, der an die Schiedsrichter appellierte, nicht immer Gründe oder Ausreden zu suchen. Sondern zuzugeben, wenn sie einen Fehler gemacht hätten.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren