Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten
FC Augsburg
Icon Pfeil nach unten

FC Augsburg schreibt Geschichte: Fan-Erinnerungen an das Spiel in Liverpool

Es war das vielleicht größte Spiel der Vereinsgeschichte: Der Auftritt des FC Augsburg beim FC Liverpool lockte die FCA-Fans in Scharen an die Anfield Road.
Foto: Schreyer, imago
FC Augsburg

Zehn Jahre FCA in Liverpool: Das sind die schönsten Erinnerungen unserer Leser an die legendäre Partie

  • |
  • |
  • |
  • |

    Am 25. Februar sind exakt zehn Jahre vergangen, seit für den FC Augsburg das wohl größte Spiel der Vereinsgeschichte anstand: In der Europa League ging es im Rückspiel gegen den großen FC Liverpool mit Jürgen Klopp. Nach einem torlosen Remis im Hinspiel in Augsburg schnupperte der FCA sogar am Weiterkommen, musste sich an der Anfield Road nur knapp mit 0:1 geschlagen geben. Für die vielen Augsburger, die sich auf den Weg nach England gemacht hatten, bleibt das Spiel aber dennoch in Erinnerung: Zu Tausenden machten sie sich auf den Weg in die Heimatstadt der Beatles und des FC Liverpool. Wir haben unsere Leser anlässlich des Jubiläums gebeten, die Bilder und Geschichten einzusenden. Eine Auswahl der besten Einsendungen davon ist hier zu lesen.

    Wenn der FCA in Liverpool spielt, muss das Baby eben mit: Kathrin Bücheler mit Mann, Kind und Oma.
    Wenn der FCA in Liverpool spielt, muss das Baby eben mit: Kathrin Bücheler mit Mann, Kind und Oma. Foto: Kathrin Bücheler

    Zwischen Windeln und der Anfield Road

    Der Februar 2016 – nass, kalt und eigentlich die perfekte Zeit, um mit einer Tasse Tee auf dem Sofa zu bleiben. Aber wenn der FCA an der Anfield Road spielt, werden Prioritäten neu gesetzt. Unsere Tochter Romy war damals gerade mal vier Monate alt, aber wir dachten uns: Man kann nie früh genug mit der Heranführung an die Fan-Kultur anfangen. Dass wir dieses Abenteuer überhaupt gewagt haben, verdanken wir meiner Schwiegermutter. Sie war zu der Zeit als „Au-Pair-Oma“ in Cambridge im Einsatz. Also buchten wir kurzerhand einen Flug nach London, machten Zwischenstation bei der Gastfamilie, packten die Oma ins Auto und starteten den Roadtrip Richtung Liverpool.

    Natürlich verlief nicht alles nach Plan. Wer schon mal versucht hat, unter Zeitdruck im britischen Linksverkehr durch den Stau zu navigieren, während man gedanklich noch den Übergabeort der Tickets mit dem berüchtigten „Germany George“ koordiniert, weiß: Es war sportlich. Aber irgendwie hat sich alles gefügt. Plötzlich standen wir mit Kinderwagen und Oma mitten im Fanmarsch. Wir haben es tatsächlich geschafft, die Karten in Empfang zu nehmen, eine Portion Fish & Chips zu verdrücken und pünktlich die letzten Meter zum Stadion zurückzulegen. Direkt an der Anfield Road gab es für Romy noch eine letzte Stärkung, bevor sie für die Zeit des Spiels in die Obhut der Oma übergeben wurde. Das Stadion, die Kulisse, die engen Straßen mit den typischen Backsteinhäusern – das hat einen ganz besonderen Charme, der auch bei englischem Grau nicht an Reiz verliert. Die Stimmung war fantastisch, und am Ende war das Ergebnis fast zweitrangig. Es war einer dieser Ausflüge, die man so schnell nicht vergisst. Und Romy kann später mal behaupten, dass sie schon als Baby echte Anfield-Luft geschnuppert hat. Kathrin Bücheler

    Eine Freundschaft, die beim FCA-Spiel gegen Liverpool begann: Markus Zimmermann (Mitte) mit Simon und Andy.
    Eine Freundschaft, die beim FCA-Spiel gegen Liverpool begann: Markus Zimmermann (Mitte) mit Simon und Andy. Foto: Markus Zimmermann

    Ein Spiel, das eine bis heute andauernde Freundschaft stiftete

    Meine Geschichte beginnt schon eine Woche vor dem Match in Liverpool - beim Hinspiel in Augsburg. Ich hatte über wirklich alle möglichen Kanäle versucht, Karten für das Heimspiel zu bekommen. Tatsächlich hatte ich dann völlig überraschend drei Karten zu viel und bot diese vor dem Stadion zum Verkauf an. Nach ungefähr 30 Sekunden stürmten zwei Liverpool-Fans auf mich zu: Glatze, bullig und ein Bier in der Hand. Dabei hatten sie auch noch einen etwa elfjährigen Jungen – der Sohn einer der beiden, wie sich später herausstellen sollte. Die Schule war offensichtlich geschwänzt worden, um den Papa zum Auswärtsspiel zu begleiten.

    Sie erzählten mir, dass sie keine Karten mehr bekommen hatten, sich aber trotzdem auf den Weg nach Augsburg gemacht hatten, um ihrem LFC zu folgen - und vor allem, um „good Bavarian beer“ zu trinken. Auf ihre Frage, was die Karten kosten würden, sagte ich: „60 Euro.“ Völlig begeistert streckten mir Simon und Andy sofort 180 Euro hin. Ich erwiderte: „Nein, nein - 60 Euro für alle drei Karten natürlich.“ Simon schaute mich entgeistert an und antwortete: „Is right.“ Eine zusätzliche Forderung hatte ich allerdings noch: Ich erwartete, dass sie mich und meine Freunde Reiner und Robert eine Woche später beim Spiel in Liverpool auf ein Bier einladen würden. Deal done!

    Bei unserem Aufenthalt eine Woche später in Liverpool blieb es dann nicht bei einem Bier. Simon und Andy schleppten uns durch diverse Pubs, besuchten mit uns den legendären Cavern Club und trösteten uns nach dem Spiel mit zahlreichen weiteren Pints. Mittlerweile sind wir seit zehn Jahren befreundet, haben uns regelmäßig gegenseitig besucht und gemeinsam Fußball geschaut. Ach ja: Simon und Andy sehen zwar ein wenig wild aus, sind aber brave Familienväter – und die nettesten Menschen, die man sich vorstellen kann. Markus Zimmermann

    „Deutsche Fans legen die Stadt lahm“, war in einer Liverpooler Zeitung zu lesen.
    „Deutsche Fans legen die Stadt lahm“, war in einer Liverpooler Zeitung zu lesen. Foto: Reiner Bobinger

    Ein Fanmarsch, der die Stadt lahmlegte

    An den Fanmarsch von der Innenstadt Liverpools zur Anfield Road dürften sich viele Augsburger noch erinnern. Reiner Bobinger sendete uns ein Foto eines Artikels in einer Tageszeitung aus Liverpool zu, die titelte: „Deutsche Fans legen die Stadt lahm.“

    Auch für Bobinger war das Spiel ein besonderes Erlebnis: Über einen Liverpooler Arbeitskollegen, der Fan des Stadtrivalen FC Everton ist und somit Augsburg gerne unterstützt hatte, hatte er die Chance, ein Haus für elf FCA-Fans anzumieten. Bobinger selbst wusste aus beruflichen Gründen lange nicht, ob er an dem Spiel würde teilnehmen könnte. Erst kurzfristig organisierte er sich damals eine Eintrittskarte.

    Reiner Bobinger als "fünfter Beatle" vor dem Denkmal der "Fab Four" in Liverpool.
    Reiner Bobinger als "fünfter Beatle" vor dem Denkmal der "Fab Four" in Liverpool. Foto: Reiner Bobinger

    Die große Überraschung, als er einen Blick auf das Ticket warf: Statt im FCA-Fanblock verfolgte er das Spiel im berühmten Kop – der Stehplatztribüne, auf der die leidenschaftlichsten Fans des englischen Traditionsklubs untergebracht sind. Bobingers begeisterte Erinnerung an das Spiel, das er als einziger FCA-Fan inmitten vieler Reds verfolgte: „Mittendrin! Gänsehaut! Noch heute, wenn ich daran denke.“

    Eine gesperrte Autobahn wurde Harald Vogel zum Verhängnis: „So kamen wir trotz Zeitpuffer zu spät zum Spiel, wie viele andere FCA-Fans.“ Kleine Kompensation: Bei der Stadiontour stand eine Stippvisite in der Liverpool-Kabine an.
    Eine gesperrte Autobahn wurde Harald Vogel zum Verhängnis: „So kamen wir trotz Zeitpuffer zu spät zum Spiel, wie viele andere FCA-Fans.“ Kleine Kompensation: Bei der Stadiontour stand eine Stippvisite in der Liverpool-Kabine an. Foto: Harald Vogel

    Zu spät zum Spiel, aber eine Stippvisite in der Kabine

    Eine gesperrte Autobahn wurde Harald Vogel zum Verhängnis: „So kamen wir trotz Zeitpuffer zu spät zum Spiel, wie viele andere FCA-Fans.“ Kleine Kompensation: Bei der Stadiontour stand eine Stippvisite in der Liverpool-Kabine an.

    Zittern bis zum Schluss um die Karten

    Wir haben uns im Block N kennengelernt: Ich, der Augsburger, der in München lebt, und die „Memminger“, Mumsi, die Christians, Daniel und weitere. Dass wir nach Liverpool mussten, war für uns schnell klar. Mit einem geliehenen Kleinbus und neun Personen sind wir in der Nacht vor dem Spiel nach Genf zu unserem Flug gefahren. In Liverpool haben wir bis zum Schluss um unsere Karten gezittert, die uns in einem Hotel überreicht wurden. Leider waren die Plätze nicht alle zusammen, das hat uns aber nichts ausgemacht. Von meinem Platz aus hätte ich keinen Elfmeter gegeben, ich empfand es als Geschenk an den FC Liverpool, der damals nicht viel besser war als der FCA.

    Nach dem Spiel haben wir noch weitergefeiert in dem einen oder anderen Pub. Es war für mich, der damals schon die 50 überschritten hatte, etwas anstrengend mit meinen gut 20 Jahre jüngeren Begleitern. Leider sind wir danach nicht mehr zusammen in der Arena gewesen, die Lebenswege waren dann doch zu unterschiedlich. Die Erinnerung ist weiterhin sehr schön, auch wenn wir keinen Kontakt mehr haben. Alexander Schramm

    Zwei Namensvetter und beste Freunde an der Anfield Road: Oliver Christa und Oliver Kuhn beim FCA-Spiel.
    Zwei Namensvetter und beste Freunde an der Anfield Road: Oliver Christa und Oliver Kuhn beim FCA-Spiel. Foto: Oliver Kuhn

    Gänsehaut bis heute

    Mit seinem besten Freund und Namensvetter Oliver Christa ging es für Oliver Kuhn aus Haunstetten auf die Insel. Das Erlebnis auf der Tribüne in Anfield war für die beiden sensationell: „Die FCA-Fangesänge nach dem Spiel im Stadion mit der Mannschaft, die deshalb nochmal aus der Kabine gekommen ist, macht mir heute noch Gänsehaut!“

    Selfie mit Bobby: Dafür musste am Rande des FCA-Spiels in Liverpool Zeit sein.
    Selfie mit Bobby: Dafür musste am Rande des FCA-Spiels in Liverpool Zeit sein. Foto: Robert und Michael Winter

    Ein Selfie mit Onkel, Neffe und Bobbie in Liverpool

    Für Robert und Michael Winter stand das Spiel unter dem Motto: „Wenn der Neffe mit dem Onkel einen Ausflug macht“ - passend dazu gab es am Rande des FCA-Spiel ein Selfie mit einem Bobby. Zu tun hatte der Ordnungshüter aber nichts, das Spiel lief friedlich ab.

    Ein Foto mit dem Ex-FCA- und -Liverpool-Profi Karl-Heinz Riedle bleibt für Peter Stiller als Erinnerung an den Trip an die Anfield Road als Erinnerung bestehen.
    Ein Foto mit dem Ex-FCA- und -Liverpool-Profi Karl-Heinz Riedle bleibt für Peter Stiller als Erinnerung an den Trip an die Anfield Road als Erinnerung bestehen. Foto: Peter Stiller

    Ein Foto mit Karl-Heinz Riedle

    In Liverpool traf der damalige FCA-Mannschaftsarzt Peter Stiller auf Karl-Heinz Riedle. Dessen Karriere begann in Augsburg und führte ihn über Rom und Dortmund ebenfalls zum FC Liverpool.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren