Wenige Tage nach der 0:4-Klatsche gegen Borussia Mönchengladbach steht für den FC Augsburg das nächste Bundesligaspiel auf dem Programm. In einer englischen Woche empfängt die Mannschaft von Trainer Manuel Baum in eigener Arena Union Berlin (Donnerstag, 20.30 Uhr, Sky). Für Baum und den FCA ist die Ausgangslage herausfordernd. Lediglich zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang gegen den Abstieg. Das sagte Baum...
...zur englischen Woche und der Möglichkeit einer schnellen Wiedergutmachung:
„Ich bin grundsätzlich immer froh, wenn man viele Spiele hat – das ist das Schönste im Fußball. Und klar: Wenn du so ein Spiel hast wie in Gladbach und vier Tore bekommst, dann willst du es schnell wiedergutmachen, idealerweise mit einem Heimspiel. Insofern freuen wir uns jetzt auf zwei Heimspiele.“
...zur Analyse nach dem 0:4 in Gladbach:
„Übergeordnet haben wir uns mit zwei Begriffen beschäftigt: Klarheit und Konsequenz. Wenn man sich das Spiel anschaut – wie wir die Tore teilweise bekommen haben oder auch nicht geschossen haben, dann hat es an Grundsätzlichem gefehlt. Das Feedback ist härter ausgefallen. Am Ende geht es darum: Welche Aufgabe habe ich in meiner Position und wie werden wir daran gemessen? Wenn man diese Aufgaben nicht erfüllt, dann hat das Konsequenzen. Das ist total normal im Berufsleben. Ich war ursprünglich Lehrer. Wenn ich Wirtschaft unterrichte, kann ich nicht in den Unterricht gehen und sagen: Ich mache jetzt Kunst. Ich habe eine klare Aufgabe, die ich zu erfüllen habe – und daran werde ich gemessen.“
...zu personellen Konsequenzen vor dem Spiel gegen Union Berlin:
„Konsequenzen sind nicht nur das eine Bild, das man sofort im Kopf hat: dass man jemanden vom Platz nimmt. Konsequenzen können auch im Training liegen, in der Anspruchshaltung, in Gesprächen mit Spielern. Mir geht es darum, Maßnahmen zu finden, damit wir das Ziel erreichen und die Dinge umgesetzt werden. Klar kann es auch personelle Anpassungen geben – einmal aus Leistungsgründen, auf der anderen Seite hilft in einer englischen Woche frisches Personal.“
...zum Kader gegen Berlin:
„Jeffrey Gouweleeuw (Knieverletzung) und Chrislain Matsima (Sehnenabriss) fallen aus. Dimitrios Giannoulis ist fit, kann wieder spielen – auch von Beginn an. Trotzdem bin ich froh, dass wir auf der Position mehrere Möglichkeiten haben und ein Stück weit Jobsharing machen können. Bei Chrislain gibt es noch keinen finalen Stand. Mit dieser Sehnen-Thematik muss man sehr genau überlegen, was gemacht wird. Operativ oder konservativ – beides ist grundsätzlich möglich. Entscheidend ist, dass er langfristig keine Probleme hat und gleichzeitig schnellstmöglich wieder zurückkommt.“
...zur Aussage von Kapitän Keven Schlotterbeck, die Mitspieler würden das Tor nicht treffen:
„Das klingt nach dem Spiel natürlich sehr absolut, wenn jemand sagt, wir treffen im Training nicht – natürlich treffen wir im Training. Aber nach so einem emotionalen Spiel darf man auch mal emotional antworten. Wichtig ist, dass wir es intern klar besprechen: Wir haben vorne keins gemacht und hinten zu viel bekommen – dafür tragen wir alle Verantwortung. Bei den Statistiken muss man aufpassen: Wenn da steht, wir hätten 2,5 Tore machen können, führt uns das auch mal in die Irre. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir wirklich 2,5 Tore hätten schießen müssen. Wir müssen an einer Ebene davor arbeiten: Uns fehlt Zielstrebigkeit – wie kommen wir überhaupt regelmäßig ins letzte Viertel? Wir haben viele Spieler, die den Ball eher in den Fuß fordern. Man kann den Ball aber auch fordern, indem man vom Ball weg startet – in den Raum hinter die Kette. Das ist der Schlüssel: Wir müssen die Anzahl der Tiefenläufe erhöhen – und das Ganze besser synchronisieren zwischen dem, der reinspielt, und dem, der reinläuft.“
...zu weniger Trainingseinheiten aufgrund der englischen Woche:
„Wenn man in die Zukunft des Fußballs schaut, wird Entwicklung immer weniger über Training passieren, weil es mehr Wettbewerbe und mehr Spiele gibt. Training bleibt eine Maßnahme, aber man muss kreativer werden: Videos, Gruppen- und Einzelgespräche, andere Formate außerhalb des Platzes. Solche Maßnahmen haben wir ergriffen.“
...zu den Qualitäten von Gegner Union Berlin:
„Union ist ein sehr unangenehmer Gegner. Sie können richtig gut verteidigen, haben sehr enge Abstände und gehen gnadenlos in die Zweikämpfe. Offensiv haben sie zwei, drei einstudierte Abläufe mit gutem Timing. Und ein Riesenthema sind die Standardsituationen: gute Schützen und gute Zielspieler. Trotzdem ist es immer besser, wenn wir uns schwerpunktmäßig auf uns konzentrieren – ohne den Gegner aus den Augen zu verlieren. Es wird ein ganz anderes Spiel als in Gladbach: andere Spielanlage, andere Grundordnung, wir spielen zu Hause.“
...zur Tabelle und wachsendem Druck im Abstiegskampf:
„Ich versuche zu vermitteln, dass wir jedes Spiel isoliert anschauen. Wenn wir uns zu sehr in Wenn-und-aber-Strategien und Tabellenrechnereien verlieren, kostet uns das Energie. Manche motiviert die Tabelle, andere hemmt sie – ich möchte das rauslassen. Trotzdem sind wir uns mega bewusst, wie wichtig jedes Spiel ist und welche Verantwortung wir für den Verein, die Region und die Fans haben. Mein Ziel ist immer, jedes Spiel zu gewinnen. Jetzt geht es um drei Punkte gegen Union – und dann wieder um drei gegen Freiburg. Sechs Punkte aus zwei Heimspielen sind natürlich das Ziel.“
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