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FC Augsburg setzt auf Konstanz für Erfolg gegen 1. FC Heidenheim

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Verlieren verboten? FCA-Trainer Baum fordert einen erwachsenen Auftritt

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    Trainer Manuel Baum steht als Trainer des FC Augsburg vor einem äußerst bedeutenden Heimspiel gegen den Tabellenletzen 1. FC Heidenheim.
    Trainer Manuel Baum steht als Trainer des FC Augsburg vor einem äußerst bedeutenden Heimspiel gegen den Tabellenletzen 1. FC Heidenheim. Foto: Florian Wiegand, dpa

    Mit jeder Pressekonferenz scheint Manuel Baum sich in seiner Rolle wohler zu fühlen. Sein Dasein als Trainer eines Fußball-Bundesligisten hatte der 46-Jährige eigentlich aufgegeben. Doch es kam bekanntlich anders. Baum sitzt also wieder regelmäßig auf dem Podium im Bauch der Arena. Beantwortet Fragen, weicht mancher geschickt und mit einem Lächeln aus. Wer in der Startelf steht? Will er erwartungsgemäß nicht verraten. Ob der gesundete Linksverteidiger Dimitrios Giannoulis dazu zählt? Auch nicht. Zu einfach möchte man es dem Gegner schließlich nicht machen. Viel reden und wenig sagen, das gehört in Pressekonferenzen zum Standardprogramm. Wie das Klappern zum Handwerk.

    Dennoch wirkt Baum an diesem Freitag locker, als er sich den Fragen der Journalisten stellt. Womöglich demonstrativ locker. Nichts deutet darauf hin, dass Baum vor seinem bislang bedeutendsten Spiel seit seiner Rückkehr auf den Trainerposten des FC Augsburg steht. In rund zwei Tagen sollte der 46-Jährige erneut auf einem der Stühle auf dem Podium sitzen. Dann ist die Partie gegen den 1. FC Heidenheim Geschichte. Und noch ist nicht ganz klar, welche Story dann erzählt werden wird. Dann wird von Baum die Anspannung des Spiels abgefallen sein. Doch ob er dann immer noch so locker wirkt?

    FCA-Trainer Manuel Baum wünscht sich ein Happy End

    Die Leistungen und die Ergebnisse des FCA sind in der laufenden Saison derart schwankend, dass eigentlich nur der Regisseur und der Drehbuchautor wissen können, auf welches Ende der Plot dieses Mal hinausläuft. Baum hat einen naheliegenden Wunsch: „Am Ende wäre ein Happy End ganz cool.“ Eine Idee für den Abspann hat er auch noch, drei Punkte für den FCA sollen darin stehen. Bei der Überschrift, dem zentralen Thema, das über dieser Begegnung mit den Heidenheimern prangen soll, ist sich Baum allerdings noch uneins. „Vielleicht klaue ich mir noch einen Titel aus einem Film“, erklärt er. Gegen den FC Bayern München hatte Baum das Motto „A day to remember“ ausgegeben. Tatsächlich dürfte dieses 2:1 etliche Jahre überdauern, die Erinnerungen werden lange erhalten bleiben.

    Wer den Ausführungen von Baum vor der nächsten Partie zuhört, dem dürften am ehesten die Worte „Seniorität“ und „Cleverness“ auffallen. Das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim (Sonntag, 15.30 Uhr, DAZN) ließe sich also ins Genre eines „Coming-of-Age“-Filmes verorten: eine Geschichte über das Erwachsenwerden. „American Pie“ vielleicht. Die Protagonisten machen Erfahrungen, die sie reifen lassen und ihre Identität formen. Nach der Selbstfindung (Trainer Sandro Wagner und taktische Experimente), prägenden Erfahrungen (Niederlagen und Trainertrennung) und dem Konflikt mit Erwartungen (sorgenfreie Saison und nächster Entwicklungsschritt) sind die Spieler des FCA in der nächsten Phase angekommen. Die wilden Zeiten jugendlichen Leichtsinns sind vorbei, jetzt wirkt alles weniger aufregend, geregelter und geerdeter. Wie bei Erwachsenen eben.

    FC Augsburg befindet sich mittendrin in wegweisenden Wochen

    Plötzliche Wendungen sind nicht mehr vorgesehen. Manchmal, so scheint es, wollen Baums Spieler sich nochmals jung fühlen. Der Trainer beschreibt: „Ich habe manchmal das Gefühl: In Heimspielen und je nach Gegner werden wir übermütig. Wenn wir die Klarheit verlieren, wird es deutlich schwieriger.“ Daher wird Baum seiner bisherigen Herangehensweise treu bleiben. Wird versuchen, das bisher Gelernte zu verinnerlichen. Wenngleich die Heidenheimer wenig gepunktet haben, ist ein Offensivspektakel der Augsburger kaum zu erwarten. Ein kompakter Verteidigungsblock soll die Basis des Erfolgs bleiben. Ihm helfe der wissenschaftliche Ansatz, dass neue Inhalte innerhalb eines Tages zu 70 Prozent vergessen würden, meint Baum. Deshalb sei Redundanz entscheidend. „Immer wieder die gleichen Dinge wiederholen, damit Konstanz in Leistung und Ergebnissen wahrscheinlicher wird.“

    Der FCA befindet sich mittendrin in wegweisenden Wochen. Durch den überraschenden Sieg in München hat sich der Klub ein kleines Polster aufgebaut, die Niederlage in Mainz (0:2) bedeutete einen Rückschlag. Gelingt gegen Heidenheim der Pflichtsieg, befindet sich Augsburg im Ringen um den Ligaverbleib im Soll. Bleibt er aus, verschärft sich die Lage wieder. Baum bemüht sich, die Bedeutung des Spiels nicht zu überhöhen. „Nach dem Spiel ist nicht alles entschieden. Diese ‚Jetzt ist es ganz wichtig‘-Geschichte wiederholt sich ständig. Davon muss man sich frei machen“, betont er.

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