Zu diesem Zeitpunkt der Saison hätte der Druck kaum größer sein können. Der FC Augsburg musste zu Hause gegen den Hamburger SV gewinnen, um in der Fußball-Bundesliga nicht noch tiefer in den Abstiegskampf zu geraten. Zugleich musste Sandro Wagner zeigen, dass er als Trainer mit einer solchen Drucksituation umgehen kann. Nach gerade einmal sieben Punkten in zehn Spielen zählte mehr denn je das Elementare des Fußballs: das Ergebnis.
Letztlich erfüllte der FCA die Minimalanforderungen und besiegte den Aufsteiger mit 1:0 (0:0). In der ersten Hälfte hätten die Augsburger die Partie frühzeitig entscheiden können, vergaben allerdings reihenweise Torchancen. Die Erlösung brachte ein Treffer von Anton Kade (76.). Nach einem Platzverweis gegen Keven Schlotterbeck zitterte sich der FCA in der Schlussphase zum knappen Erfolg. Das nächste Spiel bestreitet er bei der TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr).
Wagner hatte seine Startelf auf einer Position verändert. Elvis Rexhbecaj nahm auf der Ersatzbank Platz, statt seiner stand Mert Kömür vom Anpfiff weg auf dem Rasen. Anton Kade rückte auf die rechte Seite, Robin Fellhauer ins zentrale Mittelfeld. Bereits nach wenigen Minuten hätten sich diese Umstellungen positiv aufs Ergebnis auswirken können. Nach Doppelpass mit Kömür tauchte Kade allein vor Hamburgs Torhüter Daniel Heuer Fernandes auf. Der FCA-Spieler schoss den Keeper an, von dort flog der Ball ins Toraus (5.).
FC Augsburg lässt Chancen zur Führung liegen
Die Augsburger waren früh drin in der Partie, nur Zentimeter fehlten Fabian Rieder zum 1:0. Vor seinem vermeintlichen Führungstreffer stand er allerdings im Abseits. Nach VAR-Überprüfung bestätigte Schiedsrichter Robin Braun die Entscheidung seines Assistenten an der Linie (9.). Der FCA agierte druckvoll und drängte die Gäste in deren Spielhälfte. Plötzlich deutete der HSV an, wie er in Augsburg punkten wollte. Nach einem Konter schlenzte Ransford-Yeboah Königsdörffer den Ball an den rechten Pfosten (17.) – wenngleich er zuvor im Abseits stand.
Es war nur ein kurzes Lebenszeichen, weiter bestimmte der FCA das Geschehen. Einzig die Chancenverwertung blieb mangelhaft. Auch Dimitrios Giannoulis nutzte seine aussichtsreiche Position nicht zu einem Treffer, seinen unplatzierten Schuss parierte Heuer-Fernandes (23.). Allmählich löste sich der HSV aus der Umklammerung und sorgte über eigenen Ballbesitz für Entlastung.
HSV verbucht in den Minuten vor der Pause seine ersten Chancen
Verdient wäre die Führung nicht gewesen, doch in den Minuten vor der Pause hätten die Hamburger diese erzielen können. Einen Schuss von Fabio Vieira parierte FCA-Torwart Finn Dahmen, das Nachgestocher von Königsdörffer klärte FCA-Verteidiger Chrislain Matsima auf der Torlinie (43.). Mit einem letzten, ergebnislosen Torschuss vo HSV-Spieler Nicolai Remberg gingen die Teams in die Pause.
Nach Wiederanpfiff hatte erneut der HSV eine Torchance. Weil Giorgi Gocholeishvili ungenau wie alle Vorgänger zielte, hatte Dahmen keinerlei Mühe bei der Abwehr (46.). Auf der anderen Seite sprintete Han-Noah Massengo mit Ball gen HSV-Tor, sein Abschluss aus spitzem Winkel war letztlich zu ungefährlich (52.).
Anton Kade erzielt den Siegtreffer für den FCA
Der FCA kombinierte teils gefällig, ohne Durchschlagskraft zu entwickeln. Wagner reagierte, brachte Elias Saad sowie Samuel Essende für Alexis Claude-Maurice und Kömür in die Partie. Noch scheute der FCA-Trainer das Risiko, einen zusätzlichen Angreifer einzuwechseln. Positiv bemerkbar machten sich die Einwechslungen zunächst nicht, der FCA tat sich schwer, den gleichen Druck wie in Hälfte eins zu entwickeln.
Die Partie plätscherte vor sich hin – dann jedoch riss Kade die Fans aus der Lethargie. Giannoulis nutzte den Platz auf der linken Seite zu einer fein getimten Flanke, die Kade mit einer überlegten Volleyabnahme zum 1:0 verwandelte (76.). Der Treffer wirkte wie eine kleine Befreiung. In der Schlussphase sah Innenverteidiger Keven Schlotterbeck wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (81.), doch das Ergebnis hatte bestand. Auch, weil HSV-Keeper Heuer-Fernandes in der Nachspielzeit bei einer Ecke im FCA-Strafraum den Ball knapp verfehlte.
Mit dem knappsten aller Resultate hat der FCA seine Ergebniskrise beendet und den HSV in der Tabelle überholt.
Augsburg Dahmen - Banks, Matsima, Schlotterbeck - Kade, Massengo (73. Rexhbecaj), Fellhauer, Giannoulis - Rieder (83. Zesiger), Claude-Maurice (64. Saad) - Kömür (64. Essende)
Tor 1:0 Kade (76.) Schiedsrichter Braun (Wuppertal) Gelb-Rote Karte Schlotterbeck (81./FCA/wh. Foulspiel) Zuschauer 30.660 (ausverk.)
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