Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten
FC Augsburg
Icon Pfeil nach unten
Innenstadt
Icon Pfeil nach unten

FCA verliert in Leipzig: Finn Dahmen mit Mut, aber Unglück

FC Augsburg

Unglücksrabe im Mittelpunkt: Finn Dahmens mutiger Auftritt beim FCA-Krimi gegen Leipzig

  • |
  • |
  • |
  • |
    FCA-Torhüter Finn Dahmen hatte in Leipzig alle Hände voll zu tun. Hier klärt er vor Romulo Cardoso, Keven Schlotterbeck braucht nicht mehr einzugreifen.
    FCA-Torhüter Finn Dahmen hatte in Leipzig alle Hände voll zu tun. Hier klärt er vor Romulo Cardoso, Keven Schlotterbeck braucht nicht mehr einzugreifen. Foto: Jan Woitas, dpa

    Finn Dahmen musste nicht lange überlegen. Dann machte sich der Torhüter des FC Augsburg auf den weiten Weg in den Strafraum des RB Leipzig. „Das habe ich selbst entschieden“, erzählte Dahmen später in der Mixed-Zone. Ein kurzer Blickkontakt Richtung FCA-Bank hatte gereicht. Es wäre auch niemand auf die Idee gekommen, ihn aufzuhalten. Es stand 2:1 für Leipzig in der Nachspielzeit. Ein letzter Eckball, eine letzte Chance vielleicht noch das 2:2 zu erzielen.

    Finn Dahmen traf für den FSV Mainz II schon einmal mit der Hacke

    Wie die Abläufe bei den FCA-Eckbällen sind, kennt keiner besser als Dahmen. Fast täglich wird er im Training damit konfrontiert. „Ich habe damit spekuliert, dass der Ball an den zweiten Pfosten verlängert wird. Es ist alles so gekommen“, beschrieb er dann die entscheidende Szene. Bei der U23 vom FSV Mainz 05 hat er im April 2018 einmal den 1:1-Ausgleich gegen den VfB Stuttgart II erzielt. Mit der Hacke. So ein Kunststück gelang ihm diesmal nicht. „Ich kann nicht frei köpfen, bin im Duell, streife den Ball nur. Er geht knapp vorbei.“ Danach pfiff Schiedsrichter Martin Petersen (Stuttgart) ab. Es blieb beim 1:2.

    FCA liefert RB Leipzig einen offenen Schlagabtausch

    Der FCA hatte dem RB Leipzig vor allem in der zweiten Hälfte einen offenen Schlagabtausch geliefert, wie in den besten Zeiten von Muhammad Ali gegen Joe Frazier oder George Foreman. Leipzig individuell besser, der FCA aber taktisch optimal eingestellt. Im Mittelpunkt die beiden Torhüter: Finn Dahmen beim FCA und Maarten Vandevoordt bei RB. Sie halten, was zu halten ist. Am Ende haben die Statistiker bei Dahmen sieben Paraden gezählt, bei Vandevoordt vier. Gefühlt waren es viel mehr.

    RB-Torwart Maarten Vandevoordt absolvierte erst sein 10. Bundesligaspiel

    Der 24-jährige Belgier, der seit seinem Wechsel im Juli 2024 vom KRC Genk jetzt gerade mal zehn Bundesligaspiele für die Leipziger absolviert hat, hielt in der 23. Minute sogar einen Elfmeter von FCA-Kapitän Keven Schlotterbeck. Trotzdem ging der FCA in Führung. In der 39. Minute erzielte Robin Fellhauer das 1:0, auch weil er den Ball nicht richtig traf und er damit eine Flugbahn einnahm, die Vandevoordt überraschte.

    RB-Torhüter Maarten Vandevoordt (rechts) sicherte Leipzig den Sieg.
    RB-Torhüter Maarten Vandevoordt (rechts) sicherte Leipzig den Sieg. Foto: Jan Woitas, dpa

    In der 83. Minute rettete dann auch noch der Pfosten beim Heber von Rodrigo Ribeiro. Es wäre das 2:1 gewesen, wohl die Entscheidung. „Es waren genügend Torchancen da, das Spiel zu killen, das zweite Tor zu machen. Dann wäre Leipzig nicht mehr zurückgekommen“, war sich Dahmen nach Schlusspfiff sicher.

    Hätte Finn Dahmen die Flanke in der Nachspielzeit festhalten müssen?

    So viel Glück hatte er selbst nicht. Bis zur 76. Minute brachte er die Leipziger und ihre Fans zur Verzweiflung. Mit Paraden, die zeigten, warum er im Herbst 2025 schon dreimal zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen wurde. Dann hatte er beim Schuss von Yan Diomande keine Chance. Es stand 1:1. Es deutete alles auf ein Unentschieden hin. Bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit. David Raum war durchgebrochen, der Leipziger flankte halbhoch nach innen, Dahmen ging dazwischen, konnte den Ball aber nur ablenken, direkt auf die Brust von Mitspieler Arthur Chaves, von dort sprang der Ball ins eigene Tor. Einfach nur Pech? Hätte er die Flanke sicher fangen können, müssen? Kritische Beobachter könnten so argumentieren. „Es ist sehr bitter, wie wir das 2:1 bekommen haben“, reflektierte Dahmen wenige Minuten nach dem Schlusspfiff gewohnt beherrscht das wilde Spiel und die entscheidende Szene.

    Für die Fans im Stadion sei es ein super Spiel gewesen, sagte er. Für ihn selbst nicht. „Leipzig hatte zu viele Chancen. Aber dafür bin ich auch da, dass ich die Mannschaft im Spiel halte. Knackpunkt war aber, dass wir das zweite Tor nicht nachlegen.“

    Das 17. Spiel in Folge konnte der FCA gegen Leipzig nicht gewinnen, den 100. Bundesligasieg der Sachsen nicht verhindern. Dennoch, der FCA im März 2026 ist nicht mehr vergleichbar mit der Mannschaft, die Ende Oktober zu Hause beim 0:6 von den Leipzigern gnadenlos ausgekontert wurde. „Damals ist alles gegen uns gelaufen. Es war eine schwierige Phase“, erinnerte sich Dahmen. „Wir haben uns weiterentwickelt und wenn wir gut drauf sind, sind wir eine gute Bundesliga-Mannschaft, die auch bei Top-Teams bestehen kann.“

    Finn Dahmen: „Wir können auch in Dortmund gewinnen“

    So hat sich der FCA unter Manuel Baum mit 31 Punkten in das gesicherte Mittelfeld vorgearbeitet. Eine stabile Basis, um die Großen weiter ärgern zu können. Die nächste Gelegenheit dazu hat der FCA schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr) beim zweiten Auswärtsspiel in Folge, beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Finn Dahmen gibt sich selbstbewusst. Das Spiel gegen Leipzig habe gezeigt, „dass wir mit unserer Qualität auch in Dortmund gewinnen können. Das ist uns vergangene Saison gelungen, wir haben bei den Bayern gewonnen. Wir haben gezeigt, dass wir kein Spiel in der Bundesliga abschenken.“

    Wird Finn Dahmen zu den Testspielen der Nationalmannschaft eingeladen?

    Auf die Tabelle blickt der 27-Jährige zurzeit nicht. „Es macht momentan einfach Spaß, aber jetzt bringt das alles nichts.“ Und auch beim Thema Nationalmannschaft gibt er sich entspannt: „Mit dem Torwarttrainer stehe ich eigentlich durchgängig im Austausch. Und dann schauen wir mal, wie sie sich entscheiden.“ Am 27. März wird gegen die Schweiz getestet und am 31. März gegen Ghana. FCA-Sportdirektor Benjamin Weber war da schon deutlicher: „Das war von Finn ein Bewerbungsschreiben für die Nationalmannschaft.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren