Wohin führt die Reise des FC Augsburg im Endspurt der Fußball-Bundesliga? So richtig weiß man das auch nach dem Gastspiel bei RB Leipzig nicht. Nach der unglücklichen 1:2-(1:0)-Niederlage ist die Klettertour des FCA zwar vorerst gestoppt, doch das Team verschaffte sich mit seinem Auftreten nach dem 0:6-Debakel aus der Vorrunde gehörigen Respekt.
Alexis Claude-Marice fehlte aus privaten Gründen
Vor dem Duell mit dem Tabellenfünften hatte FCA-Trainer Manuel Baum zwei Änderungen in der Startelf gegenüber dem 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln vorgenommen. Den gelb-gesperrten Cedric Zesiger ersetzte erwartungsgemäß Hoffenheim-Leihgabe Arthur Chaves, Linksverteidiger Dimitrios Giannoulis kehrte auf die linke Außenbahn zurück. Sein Ersatz, Fabian Rieder, musste aber nicht auf der Bank Platz nehmen, sondern rückte ins Augsburger Mittelfeld. Denn Alexis Claude-Maurice fehlte aus privaten Gründen und verpasste so sein 50. Bundesligaspiel für den FCA.
Schon vor dem Duell in Leipzig sprachen alle Statistiken gegen den FCA. Und das blieb auch so. Seit 16 Spielen hatte der FCA gegen Leipzig nicht mehr gewonnen. Und in der Vorrunde gab es ein 0:6-Heimdebakel. Am 25. Oktober 2025 feierte Leipzig seinen höchsten Auswärtssieg in der Bundesliga, der FCA kassierte seine höchste Heimniederlage. Nach 22 Minuten stand es schon 0:3. Trainer Sandro Wagner hatte seine Mannschaft naiv in die Konter der Leipziger laufen lassen.
FCA-Trainer Baum zog Lehren aus den Fehlern seines Vorgängers
Manuel Baum hatte seine Lehren aus den Fehlern seines Vorgängers gezogen. Sein Team tat den von Beginn an vehement anstürmenden Gastgebern nicht den Gefallen, seine disziplinierte Igel-Taktik aufzugeben. Igel-Taktik, weil der FCA dann doch hin und wieder seine Stacheln ausfuhr. Doch zunächst waren die Augsburger froh, die schnell vorgetragenen Angriffe der Sachsen meist vor der wirklich gefährlichen Zone stoppen zu können. Zwar entwischten die handlungsschnellen und dribbelstarken Cardosos, Diomandes oder Nusas ihren FCA-Gegenspielern doch hin und wieder, doch bevor es zu spät war, fand das Augsburger Defensiv-Kollektiv immer wieder einen Weg, die RBler zu stoppen.
Selbst versuchte man mit gelegentlichen Nadelstichen zum Erfolg zu kommen. Schon der erste gelungene schien nach 20 Minuten den Leipzigern weh zu tun. Nach einem Konter gab es eine Ecke für den FCA, den abgewehrten Ball nahm Mert Kömür direkt und Christoph Baumgartner ging im eigenen Strafraum dazwischen. Elfmeterwürdig mit dem Oberarm, entschied Schiedsrichter Martin Petersen, nachdem er sich mit dem VAR besprochen und die Szene selbst am Bildschirm überprüft hatte. FCA-Kapitän Keven Schlotterbeck übernahm selbst die Verantwortung – und scheiterte in der 23. Minute mit dem schwach geschossenen Elfmeter an RB-Torhüter Maarten Vandevoordt.
Fellhauer brachte den FC Augsburg gegen RB Leipzig in Führung
Es schien alles wieder einmal gegen den FCA zu laufen, denn RB drückte sofort wieder auf den Führungstreffer. Doch der FCA hatte die richtige Blaupause gefunden. Und in der 39. Minute saß der zweite Konter. Dimitrios Giannoulis schickte Fabian Rieder geschickt in die Tiefe und der Schweizer behielt die Übersicht, sah Robin Fellhauer und der bugsierte den Ball zum 1:0 (39.) für den FCA über die Torlinie.
Mit der Führung ging der FCA in die Halbzeit. Glücklich, aber beileibe nicht unverdient. RB-Trainer Ole Werner hatte schon vor der Partie gewarnt: „Augsburg ist sehr gut drauf und sehr effektiv, sie brauchen nicht viele Chancen.“ So war es bis dahin.
Abpraller trifft Chaves – Ball fliegt ins eigene Tor
Nach dem Seitenwechsel brannte es gleich zweimal in beiden Strafräumen. Der Auftakt einer wilden zweiten Hälfte. Torjubel gab es zunächst aber weder bei den rund 300 mitgereisten FCA-Fans (die aktive Fan-Szene boykottiert ja Leipzig), noch bei den über 41.000 Leipziger Anhängern in der auch im Heimbereich nicht ausverkauften Arena. Doch eins wurde sichtbar: Der FCA spielte nun mutiger und überraschte die RB-Abwehr immer wieder mit schnellen Kontern. In der 60. Minute scheiterten Giannoulis und der eingewechselte Anton Kade an RB-Torhüter Vandevoordt.
Wie schon beim 2:1-Sieg in München bot der FCA nun dem Favoriten die Stirn. Weiterhin mit viel Defensivarbeit, einem starken Torhüter Finn Dahmen, eigenen Offensivbemühungen und natürlich auch mit etwas Glück. So köpfte in der 66. Minute Junior Lukeba den Ball an den Außenpfosten. Bis zur 76. Minute ging der Matchplan auch auf. Dann verlor Schlotterbeck ein Laufduell gegen Yan Diomande und der überwand Dahmen zum 1:1 (76.). Doch der FCA biss zurück. In der 83. Minute überlupfte Rodrigo Ribeiro nach einem feinen Konter Vandevoordt, doch der Ball hüpfte gegen den Pfosten.
Es deutete alles auf ein Unentschieden hin, als der FCA sich in der Nachspielzeit selbst besiegte. FCA-Torhüter Finn Dahmen wehrte eine scharfe Flanke ab, doch der Abpraller traf Arthur Chaves und von ihm ging der Ball zum 2:1 für Leipzig ins Tor (90.+2). Als dann Dahmen in der Schlusssekunde im RB-Strafraum nach einer Ecke per Kopf das RB-Tor knapp verfehlte, war die unglückliche Niederlage perfekt.
Am Samstag geht es für den FCA zum zweiten Auswärtsspiel in Folge zu Borussia Dortmund.
FC Augsburg: Dahmen - Chaves, Schlotterbeck, Banks (85. Schnitzer) – Fellhauer (72. Wolf), Massengo, Jakić (77. Rexhbecaj), Giannoulis – Kömür (46. Kade) – Ribeiro (85. Gregoritsch)
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