Panem et circenses, Brot und Spiele. Römische Kaiser wussten, wie sie von politischen Unzulänglichkeiten ablenken konnten. Schickten Gladiatoren in Arenen, stellten epische Schlachten nach, unterhielten die Plebs mit brutalen und blutrünstigen Kämpfen um Leben und Tod.
Zu den Errungenschaften des modernen Menschen zählt, dass das Unterhaltungsprogramm fürs Volk mitunter schmerzt, in der Regel aber nicht mehr als Duell mit Schwertern, Speeren und Dreizack daherkommt. Doch: Geblieben sind (Wett)Kämpfe als Zeitvertreib. Der Zerstreuung wegen strömen Tausende in Stadien. Brotleibe werden keine mehr in die Ränge geworfen, aber ohne entsprechende Inszenierung geht nichts mehr. Fans anfüttern – selbst wenn Darbietungen laienhaft wirken.
Zu Beginn war der FC Augsburg in der Bundesliga ein gallisches Dorf
In Augsburg lockt gerade ein kleines Rom. Zu Beginn wirkte der Bundesligastandort wie ein gallisches Dorf. Truppen umlagerten die Widerspenstigen. Experten senkten vor jeder Spielzeit den Daumen, doch der FCA überlebte die Schlachten. Zu martialisch? Dann laufen Sie mal durch den Spielertunnel. Russell Crowe wäre begeistert, könnte er auf diesem Weg nochmals als Maximus eine Arena betreten. Unter seiner Lederrüstung trägt er selbstredend das gehypte Römertrikot.
Die Arenafassade wird demnächst der Hülle des Kolosseums ähneln. Sollten die Legionäre aus Augusta Vindelicum die Besatzer aus Bavaria Monacum am Samstag in den Staub stürzen, rollen Spieler und Trainer Lorbeer bekränzt im Streitwagenkorso die Maximilianstraße rauf und runter. In den Tavernen werden Birra und Vino fließen. Und am Saisonende, nach der Eroberung ganz Germaniens, wird eine Sandro-Siegessäule errichtet. Sie meinen: Die spinnen, die Fußballer!
Dann vielleicht doch aufs Spiel an sich konzentrieren.
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