An der Unfallstelle an dem unbeschrankten Bahnübergang haben Unbekannte Kerzen aufgestellt. Als Zeichen der Trauer um Alexander Manniger. Aber wie der folgenschwere Auto-Unfall am unbeschrankten Bahnübergang bei dem kleinen Örtchen Pabing (Salzburg) passieren konnte, bei dem der ehemalige Torhüter des FC Augsburg am Donnerstag ums Leben kam, ist weiterhin nicht geklärt. Um diese Frage zu beantworten, arbeitet die österreichische Polizei auch mit einem Gutachter zusammen.
Alexander Manninger fuhr wohl zum Angeln
Wie mehrere österreichische Medien und die Bild berichten, ist nun wohl geklärt, warum Manninger die enge Straße befuhr. Er wollte wohl dort zum Angeln. Die Fischteiche und den Pabinger See, die zwischen Salzach und Haunsberg im Salzburger Flachgau liegen, kannte Manninger genau. Der 48-Jährige war leidenschaftlicher Angler. Er fuhr regelmäßig in dieses Gebiet, das nicht weit von seinem Wohnsitz entfernt ist. In seinem zerstörten VW-Minivan fanden die Ermittler Brotscheiben und im Kofferraum Angelausrüstung.
Bahnstrecke war kurz zuvor für mehrere Tage gesperrt
Wie jetzt auch bekannt wurde, war die Bahnstrecke in der Zeit vom 28. März bis zum 6. April gesperrt. Sie wird derzeit modernisiert. Der Bahnübergang war zwar nur mit Schildern gesichert, aber gut einsehbar. Der Gutachter erwartet aussagekräftige Hinweise auf die Unfallursache, nachdem das Airbagsteuergerät ausgelesen ist. Dort sind Geschwindigkeitsdaten, Beschleunigung, Verzögerung, Lenkwinkel und Stillstände gespeichert. Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet.
Manninger hatte erst Anfang April der italienischen Sportzeitung La Gazzetta dello Sport ein großes Interview gegeben. Er war in Italien ein angesehener Fußball-Profi, verbrachte dort lange Zeit und spielte unter anderem für den AC Florenz, für den FC Bologna, Udinese und Juventus Turin. Bei Juve war er bis Juli 2012 unter Vertrag. Vier Monate später wechselte er zum FC Augsburg, bei dem er bis Juli 2016 blieb. Der FCA verlängerte seinen Vertrag kurzfristig nicht und wenige Wochen später unterschrieb Manninger beim FC Liverpool, seiner letzten Profistation.
Vom FC Augsburg zum FC Liverpool
Wie es zum Wechsel zu englischen Kultklub kam, der damals von Jürgen Klopp trainiert wurde, beschrieb er so: „Es begann alles mit einem Anruf. Jürgen wusste alles über mich; zwei Jahre zuvor hatte ich seinen Dortmunder Verein mit Augsburg geschlagen. ´Ich will diesen Torwart. Du hast gegen uns damals alles gehalten, das musst du jetzt auch für mich tun.‘ Tatsächlich habe ich nie gespielt, aber ich war 40. Den Fußball zu verlassen und mich von den Kop-Fans zu verabschieden, war ein aufregendes Erlebnis.“
Im Juli 2017 beendete Manninger seine Profi-Karriere vor der Kop, der berühmten Fankurve im Stadion an der Anfield-Road. Danach zog er sich vom Profifußball zurück. Die Entwicklung im Fußball begleitete er sehr kritisch. „Im heutigen Fußball dreht sich alles nur noch um Mode und Geschäft, und ich habe nicht mal Instagram, wohlgemerkt. Ich genieße meine Ruhe und Einfachheit.“
Der gelernte Tischler arbeitete gern mit Holz
Der gelernte Tischler widmete sich dann der Immobilienentwicklung in seiner Heimat, arbeitete viel selbst mit. Im Interview erwähnte er, dass er gerade ein Haus in den Bergen baute. Es sei die Arbeit mit Holz gewesen, die ihm die Ruhe nach dem hektischen Fußballgeschäft gegeben habe. Und das Angeln.
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