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Philipp Tietz über Sandro Wagner: „Der erste Trainer, bei dem mir der Kopf raucht“

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Philipp Tietz über Sandro Wagner: „Der erste Trainer, bei dem mir in den ersten Wochen der Kopf raucht“

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    Philipp Tietz ist einer der Spieler des FCA, die unter dem neuen Trainer Sandro Wagner eine neue Rolle erhalten.
    Philipp Tietz ist einer der Spieler des FCA, die unter dem neuen Trainer Sandro Wagner eine neue Rolle erhalten. Foto: Harry Langer, dpa (Archivbild)

    Phillip Tietz gibt alles. Wie immer. Jeder Ball ist umkämpft, selbst beim Fußball-Tennis. Am Ende gewinnt der Stürmer des FC Augsburg zusammen mit Torwart Finn Dahmen das kleine Turnier am Ende der Trainingseinheit vom Samstag. Kein Spiel haben die beiden verloren.

    Tietz freut das, er jubelt ausgiebig. Tietz will immer gewinnen, ein echter Profisportler. Er will aber auch Spaß an seinem Beruf haben. In der vergangenen Saison war der nicht immer da. Weil der FC Augsburg meist defensiv spielte, was nur zu einer eingeschränkten Spielbeteiligung der Offensivkräfte führte. Mit dem neuen Trainer Sandro Wagner hofft Tietz nun auf einen Zeitenwandel.

    Wagner möchte aktiven Fußball spielen lassen, mit mehr Ballbesitz und strukturiertem Aufbau. Er lässt gerade viel daran üben. Abläufe sollen automatisiert werden, jeder Spieler soll genau wissen, was zu tun ist. Tietz ist von der Neubesetzung des Trainerpostens begeistert. „Sandro ist der erste Trainer, bei dem mir schon in den ersten drei Wochen der Kopf raucht, weil es sehr viel Input ist. Aber er ist auch ein Trainer, bei dem ich richtig was lerne vom Fußball. Und da kommt definitiv noch viel dazu“, sagt der 28-Jährige.

    Der FCA trainiert in Kollerschlag: Das Trainingslager in Bildern

    Der FCA trainiert im idyllischen Kollerschlag in Österreich.
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    Der FCA ist mit seinem neuen Trainer Sandro Wagner nach Österreich gereist und trainiert für die anstehende Saison. Unser Fotograf hat einige Momente festgehalten.

    Sandro Wagner ist nah dran an den FCA-Spielern

    Besteht denn aber die Gefahr einer Überbelastung, zu vieler Informationen in einem zu kurzen Zeitraum? „Nein, er macht alles mit Augenmaß. Er weiß, wann wir mal eine Pause brauchen. Er ist sehr nah dran an den Spielern“, sagt der Stürmer. Vor allem könne sich Wagner nicht nur in die Offensivspieler hineinversetzen, was aus seiner eigenen Zeit als Stürmer verständlich wäre. Wagner habe auch „ein extrem hohes Wissen im defensiven Bereich. Dass wir unter so einem Trainer mal trainieren dürfen, ist herausragend“, so Tietz.

    Phillip Tietz erklärt im Trainingslager in Österreich die Neuerungen unter Trainer Sandro Wagner.
    Phillip Tietz erklärt im Trainingslager in Österreich die Neuerungen unter Trainer Sandro Wagner. Foto: Klaus Rainer Krieger

    Vor allem Variabilität ist Wagner wichtig. Er will seinen Spielern einen Baukasten aus verschiedenen Taktiken mit an die Hand geben. Auch lang und hoch gespielte Bälle können da mal dazugehören, wenngleich sie nicht das gewünschte Mittel sind. Wagner bevorzugt den Spielaufbau mit flachen Bällen durch das Zentrum des Spielfelds. „Man merkt in den Trainingseinheiten, dass er viele Ideen hat, lässt uns aber trotzdem die gewisse Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen. Von hinten bis nach vorne ist alles strukturiert, alle haben einen Plan“, sagt Tietz.

    Auch seine Rolle wird sich verändern. Unter Jess Thorup sei er eher „Wandspieler“ gewesen, sollte also Bälle festmachen oder zurückprallen lassen. Nun aber hoffe er darauf, dass er auch mal in den freien Raum vorstoßen oder selbst den entscheidenden Pass spielen kann.

    Vor allem zu Beginn der Bundesliga-Saison dürfte Tietz gefragt sein. Samuel Essende ist nach seiner Roten Karte aus dem Spiel in Stuttgart noch für drei Ligapartien gesperrt, Steve Mounié muss sich nach einer Saison zum Vergessen erst mal so richtig reinfinden beim FCA. Als gesetzt aber sieht sich Tietz nicht. „So darf und werde ich auf keinen Fall in die Saison gehen, dann würde ich mich ja ausruhen. Das wäre der komplett falsche Ansatz. Du darfst dich nie zufriedengeben“, erklärt er.

    Sieben Tore hat er in der vergangenen Saison erzielt, in der Runde zuvor waren es acht Treffer gewesen. Für die anstehende Saison möchte er sich steigern. Zweistellig soll es werden. „Ich möchte mehr Tore schießen als in der vergangenen Saison“, formuliert er zurückhaltend.

    Tietz gefällt die neue, teure Videoleinwand des FCA

    Tietz sieht seine große Chance auf Steigerung gekommen. Dank Wagner und dessen Neuerungen. Dazu gehört auch eine riesige, 100.000 Euro teure Videoleinwand, die bei den Trainingseinheiten neben dem Platz steht. Auch jetzt in Kollerschlag. „Ich kannte das vorher nicht, sehe es aber sehr positiv. Normalerweise hast du die Videoanalyse vor dem Training und vergisst dann ein, zwei Details. Wenn wir auf dem Platz ins Taktische gehen, kann er die Szenen einspielen, und du weißt direkt, was du falsch gemacht hast“, sagt Tietz. Für ihn eine sinnvolle Veränderung.

    Auch für die vielen Neuzugänge ist sie hilfreich, um sich schnell zurechtzufinden. Deren Einstandsritual hat sich verändert. Bislang musste meist gesungen werden. Beim FCA aber gehen sie nun neue Wege. Die neuen Spieler bekommen Aufgaben zugelost, die sich ihre Kollegen ausgedacht haben, wie Tietz verrät. Kylian Dong etwa musste tanzen, Robin Fellhauer ein Gedicht schreiben.

    Viel Lob findet Tietz für Finn Dahmen. Nicht nur wegen des gemeinsamen Erfolges im Fußballtennis. Für Tietz gehört Dahmen zu den deutschen Toptorhütern. Für ihn muss er zwingend in die Diskussionen um die Vertreterrolle des verletzten Nationaltorwarts Marc-André ter Stegen. „Er kann mitspielen, hat überragende Reflexe und ist super im Eins-gegen-Eins“, sagt Tietz. Ein besseres Bewerbungsschreiben für die Nationalmannschaft kann sich Dahmen kaum wünschen.

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