Mit der Interimslösung Manuel Baum hat der FC Augsburg erst einmal Zeit gewonnen, um einen Nachfolger für Sandro Wagner zu finden. Jetzt wird die Liste der Trainer-Kandidaten gesichtet und dann abgearbeitet. Doch welche Kandidaten könnten für den FCA interessant sein? Die Hauptverantwortung liegt nun bei Sportdirektor Benjamin Weber. Bei der Verpflichtung von Sandro Wagner war Weber beim FCA noch gar nicht im Amt. Federführend waren da Geschäftsführer Michael Ströll und FCA-Präsident Markus Krapf. Weber trat seine Stelle erst Ende Juli direkt vor dem Trainingslager an, als er beim SC Paderborn sein Amt als Sportgeschäftsführer geregelt übergeben hatte.
Eins ist klar: Weber ist selbstbewusst genug, dass er die Auswahl in Zusammenarbeit mit den anderen Verantwortlichen selbst im Verein vornimmt und sich nicht von Beratervorschlägen treiben lassen will.
Gesucht wird ein Trainer, der im Gegensatz zu Sandro Wagner bereits im Profibereich gearbeitet hat und als Charakter besser zum FCA passt. Also nicht so polarisiert und nicht so im Medieninteresse steht, wie Wagner. Von der neuen Ausrichtung hin zum aktiveren Fußball mit jungen Profis will der FCA nicht abweichen, allerdings soll das Vorgehen jetzt pragmatischer und flexibler sein.
Die Auswahl ist riesig. Adi Hütter (zuletzt AS Monaco), Marco Rose (zuletzt RB Leipzig) oder Ralph Hasenhüttl (zuletzt VfL Wolfsburg) sind derzeit ohne Verein und auf der Spekulationsliste immer weit oben. Bei fünf anderen Kandidaten lohnt sich eine nähere Betrachtung aber sicher auch.
Urs Fischer führte Union Berlin ins internationale Geschäft
Urs Fischer: Der 55-jährige Schweizer zeigte bei Union Berlin von 2018 bis Mitte November 2023, dass er aus wenig viel machen kann. Fischer stieg 2019 mit Union in die Bundesliga auf und qualifizierte sich danach dreimal für europäische Wettbewerbe. 2023 sogar für die Champions League.
Nach 13 Niederlagen in 14 Pflichtspielen musste er aber im November 2023 gehen. Seitdem ist Fischer vereinslos. Er gilt allerdings nicht gerade als Verfechter eines hyperaktiven Spielstils.
Pellegrino Matarazzo trainierte den VfB Stuttgart und die TSG 1899 Hoffenheim
Pellegrino Matarazzo: Der US-amerikanisch-italienische Fußball-Trainer übernahm 2020 den Zweitligisten VfB Stuttgart, führte ihn in die Bundesliga und stabilisierte den VfB dort. Nachdem er in der Saison 22/23 in den ersten neun Spielen mit seinem Team sieglos geblieben war, wurde Matarazzo am 10. Oktober 2022 als VfB-Trainer entlassen.
Anfang Februar 2023 kehrte Matarazzo zur TSG 1899 Hoffenheim zurück, wo er in der Saison 17/18 unter dem jetzigen Bundestrainer Julian Nagelsmann Co-Trainer war. Matarazzo übernahm die Bundesligamannschaft als Nachfolger von André Breitenreiter. In der Saison 2023/24 qualifizierte sich Matarazzo, der für klare Prinzipien und eine aggressive Spielführung steht, mit der TSG für die Europa League. Im November 2024 musste er allerdings nach nur neun Punkten aus zehn Spielen gehen.
Bo Svensson hatte seine beste Zeit beim FSV Mainz 05
Bo Svensson: Der 46-jährige Däne hatte seine beste Zeit als Bundesliga-Trainer beim FSV Mainz 05. In der Saison 20/21 rettete er die Mainzer, für die er auch als Spieler tätig war, sensationell vor dem Abstieg. Im November 2023 trat Svensson dann nach nur drei Punkten nach neun Spieltagen zurück.
Zur Saison 2024/25 übernahm Svensson dann Union Berlin. Nach acht sieglosen Ligaspielen in Folge wurde er dann Ende Dezember 2024 entlassen. Sein Spielstil (aggressives Pressing, aber auch disziplinierte Defensive mit schnellem Umschalten) könnte zum FCA passen.
Sandro Schwarz war zuletzt Trainer bei RB New York
Sandro Schwarz: Der gebürtige Mainzer war zuletzt Trainer bei RB New York, musste dort aber Ende Oktober seinen Hut nehmen. Der 47-Jährige, der in der Bundesliga einst Mainz 05 und Hertha BSC trainiert hatte, war vor knapp zwei Jahren Trainer in New York geworden.
In dieser Spielzeit verpassten die Red Bulls die Teilnahme an den Play-offs. Sein Spielstil gilt als intensiv, pressinglastig und auf schnelles Umschaltspiel ausgerichtet.
Matthias Jaissle arbeitet in Saudi-Arabien
Matthias Jaissle: Schon mit 25 musste der gebürtige Nürtinger seine Profilaufbahn nach 31 Bundesligaspielen für die TSG 1899 Hoffenheim verletzungsbedingt beenden. Der inzwischen 37-Jährige kommt aus der RB-Schule. Im Leipziger Nachwuchs arbeitete Jaissle unter anderem mit Sebastian Hoeneß zusammen. Bei RB Salzburg arbeitete er sich dann zum Cheftrainer hoch. Zur Saison 2021/22 wurde Jaissle Nachfolger von Jesse Marsch und gewann mit RB Salzburg gleich das Double und sammelte mit Salzburg auch internationale Erfahrung.
Ende Juli 2023 folgte er dann dem Ruf des Geldes und wechselte zum saudischen Spitzenklub Al-Ahli. Im Mai 2025 gewann er mit dem Team aus Dschidda die AFC Champions League und verlängerte seinen gut dotierten Vertrag bis 2027. Allerdings soll er einer Rückkehr in die Bundesliga nicht abgeneigt sein. Jaissle gilt als konsequent und als Anhänger des aggressiven Fußballs mit ständigem hohem Pressing. Allerdings soll er auch flexibel genug sein, um seine Spielidee anpassen zu können, ohne von seinen Grundprinzipien abzuweichen. Gegen ihn spricht sein Millionen-Salär in Saudi-Arabien.
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