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FC Bayern gegen Pauli: So schätzt Thomas Meggle die Chancen auf die Sensation ein

FC Bayern gegen St. Pauli

Weltpokalsiegerbesieger Thomas Meggle: „Der Sieg ist bis heute unglaublich“

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    Der Abend, an dem die Weltpokalsiegerbesieger geboren wurden: Am 6. Februar 2002 schlug der spätere Absteiger FC St. Pauli den damals als beste Mannschaft der Welt gekürten FC Bayern mit 2:1.
    Der Abend, an dem die Weltpokalsiegerbesieger geboren wurden: Am 6. Februar 2002 schlug der spätere Absteiger FC St. Pauli den damals als beste Mannschaft der Welt gekürten FC Bayern mit 2:1. Foto: imago, Team 2

    Ob er den Begriff „Weltpokalsiegerbesieger“ schon einmal gehört hat? Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern und gebürtiger Belgier, musste passen, als er auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr, Sky) darauf angesprochen wurde. Als ihm die Geschichte erklärt wurde – der FC Bayern trat im Februar 2002 als frisch gekürter Weltpokalsieger beim Abstiegskandidaten an und verlor 1:2 – hatte Kompany aber eine Antwort bereit. „Ich denke, dass jeder Sieg gegen den FC Bayern wie ein Pokal ist – und Pokale wollen wir nicht verschenken.“ Klassischer Bayern-Sprech eben.

    Tatsächlich spricht im November des Jahres 2025 wenig dafür, dass die Hamburger gegen den FCB etwas Zählbares mitnehmen. Acht Spiele in Folge gingen für den Kiezklub verloren – Negativrekord. Aber eigentlich sprach ja auch vor 23 Jahren recht wenig für den Coup. Eines der beiden Tore erzielte ausgerechnet ein gebürtiger Münchner: Thomas Meggle.

    Das Tor gegen die Bayern war für Meggle das Tor seines Lebens

    Meggle, der lange als Spieler, Trainer und und Sportlicher Leiter beim FC Srt. Pauli arbeitete, kann sich auch heute noch lebhaft an den Abend erinnern: „Es war ein großartiges Spiel an einem einzigartigen Abend mit einer wahnsinnigen Atmosphäre. Der Sieg ist bis heute unglaublich.“ Seinen Treffer zum 1:0 erzielte er im Stil von Gerd Müller: Ballannahme mit dem Rücken zum Tor, Drehung, Schuss. Wobei Meggle den Vergleich so nicht stehen lassen will: „Gerd Müller konnte sich schneller drehen und hat viel, viel mehr Tore als ich geschossen.“ Für Meggle sollte der Treffer so etwas wie das Tor seines Lebens werden: „Mir war nicht klar, dass dieses Tor so legendär werden sollte. Ich weiß jetzt, was ein Olympiasieger meint, wenn er sagt, dass er sich noch gar nicht bewusst ist, was er gewonnen hat.“

    Thomas Meggle war beim FC St. Pauli Spieler, Trainer und Sportlicher Leiter.
    Thomas Meggle war beim FC St. Pauli Spieler, Trainer und Sportlicher Leiter. Foto: Daniel Reinhardt, dpa

    Bis heute ist die Geschichte vom Underdog Teil des kollektiven Gedächtnisses – und daran hat eben der FC St. Pauli seinen Anteil. Nach der Sensation ließ der Klub T-Shirts mit der Aufschrift „Weltpokalsiegerbesieger“ anfertigen, die zum Verkaufsschlager wurden. Noch heute wird Meggle darauf angesprochen, wie er sagt: „Wenn Leute hören, dass ich mal bei St. Pauli gespielt habe, ist das Erste, was ihnen dazu einfällt, die Sache mit dem Weltpokalsiegerbesieger. Und dann fragen sie mich: Warst du da auch dabei?“ Kann man durchaus so sagen.

    Die Chancen auf eine erneute Sensation gegen die Bayern sind nochmals gesunken

    Die Chancen auf eine Sensation an diesem Spieltag sieht Meggle aber als nochmals niedriger an als vo 23 Jahren. „Früher war die Wahrscheinlichkeit, dass du gegen die Bayern gewinnst, etwa eins zu zehn. Heute ist die Dominanz nochmals größer, die Chancen liegen jetzt bei eins zu zwanzig.“ Für einen Erfolg müsse alles passen: Jeder müsse an seine Grenzen gehen, die eigene Fehlerquote müsse bei null liegen, die wenigen Chancen genutzt werden. „Und dann gehört auch einfach das Quäntchen Glück dazu.“ Dass St. Pauli die Bayern direkt nach deren erster Saisonniederlage beim FC Arsenal bekommen hat, mache die Sache aber nicht zwingend leichter.

    Meggle selbst wäre bei dem Spiel gerne vor Ort gewesen: „Ich hatte ein paar Einladungen nach München und hätte das Spiel gerne mit meiner Tochter angesehen. Das hätte super gepasst, weil am Abend zuvor auch ein Ehemaligentreffen beim FC Starnberg ansteht. Aber ich habe einen Termin in Hamburg am Samstag, der das verhindert. Das ist echt ärgerlich“, sagt Meggle. Die Daumen drückt er seinem FC St. Pauli nun in der Hansestadt statt direkt in der bayerischen Landeshauptstadt.

    „Welcher Fehler?“ Bayern-Trainer Kompany stärkt Torwart Manuel Neuer den Rücken

    Bei den Bayern drehte sich im Vorfeld vieles um die Niederlage gegen den FC Arsenal und die Aufarbeitung des Abends. Ein Thema: Die Patzer von Manuel Neuer, der sowohl bei der Ecke zum 0:1 und dem Konter zum 1:3-Endstand nicht gut aussah. Trainer Kompany verteidigte seinen Torwart jedoch vorbehaltlos. Auf die Frage zu Neuers Schuld beim 1:3 fragte der Belgier zurück: „Fehler? Welcher Fehler?“ Zu der Szene vor dem Treffer, als Neuer weit vor dem Tor agierte, sagte Kompany: „Was sollst du machen als Torwart? Entweder warten, bis er im Eins-gegen-Eins auf dich zuläuft? Oder willst du den Raum verteidigen und versuchen, deinen Kollegen zu helfen, der gegen einen schnellen Spieler spielt.“

    Dass Neuer beim 0:1 nicht gut aussah, gehöre zwar zur Wahrheit dazu. Das Vertrauen genießt der Ex-Nationalkeeper auch weiterhin, betonte Kompany: „Man kann Fehler machen. Er wird auch in Zukunft Fehler machen. Er hat schon Fehler gemacht in seinem Leben. Aber natürlich ist er ein überragender Torwart.“ Auch Dayot Upamecano, der mit einem Abspielfehler vor dem 1:2 eine Mitschuld an der Niederlage trägt, werde „daraus lernen“. Am besten schon gegen den FC St. Pauli.

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