Die Bayern sind erwartungsgemäß ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Dem 6:1-Hinspielerfolg ließen die Münchner am Mittwochabend zu Hause ein 4:1 folgen und treffen nun im Viertelfinale auf Real Madrid.
Vincent Kompany hatte es dann doch noch geschafft, eine Mannschaft auf das Feld zu schicken, die im internationalen Maßstab zur gehobenen Klasse zu zählen ist. Damit war nicht zwingend zu rechnen gewesen, nachdem sich in der Vorwoche gleich vier Spieler bei der Partie in Bergamo für das Rückspiel abgemeldet hatten. Joshua Kimmich und Michael Olise taten das eher freiwillig, indem sie sich ihre dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb abgeholt hatten und somit für die Partie in München gesperrt waren. Weil die Bayern das Hinspiel mit 6:1 gewannen, darf das als professionelle Cleverness gelten. So können die beiden unbelastet in das Viertelfinale gegen Real Madrid gehen.
Champions League: FC Bayern nach Bergamo-Sieg im Viertelfinale gegen Real Madrid
Dann sollen auch wieder Jamal Musiala und Alphonso Davies mitwirken können, die sich in Bergamo Blessuren zugezogen hatten.
Der Münchner Kader, dem vor der Saison noch eine gewisse Luftigkeit nachgesagt wurde, kann derlei Ausfälle allerdings problemlos austarieren – so es gegen eine Mannschaft geht, die im internationalen Vergleich nicht im Luxussegment zu finden ist.
Gegen Bergamo durften beispielsweise in Minjae Kim, Tom Bischof und Raphael Guerreiro Akteure ihre Qualitäten unter Wettkampfbedingungen zeigen, die in den vergangenen Wochen ihren Platz vorwiegend auf der Bank hatten.
Jonas Urbig kehrte nach Gehirnerschütterung ins Tor zurück
Dem Münchner Spiel war das nicht anzumerken. Die Bayern drückten ihren Gegner von Beginn an weit in dessen Hälfte. Atalanta Bergamo versuchte gar nicht erst auszutesten, ob Keeper Jonas Urbig nach auskurierter Gehirnerschütterung vielleicht zu Unsicherheiten neigen könnte. Stattdessen überließen die Italiener den Bayern willfährig weite Flächen des Spielfeldes. Möglicherweise war diese Herangehensweise auch eine Schlussfolgerung aus dem missratenen Hinspiel. Da hatten sie noch versucht, die Bayern permanent unter Druck zu setzen – und waren permanent daran gescheitert.
Die neue Herangehensweise hatte zur Folge, dass die Münchner recht problemlos ins Angriffsdrittel gelangten und sich dort an Torabschlüssen versuchten. Luis Diaz Guerreiro, Alksandar Pavlovic, Lennart Karl und Tom Bischof taten das zwischen der zehnten und 17. Minute noch mit überschaubarem Erfolg.
Für die Führung benötigten die Münchner einen Handelfmeter, den Schiedsrichter Benoit Bastien nach Sichtung der Videobilder verhängte. Bergamos Giorgio Scalvini hatte einen Schuss Harry Kanes mit dem Arm geblockt. Der Engländer sorgte dann für eine Rarität. Er scheiterte mit seinem Versuch aus elf Metern an Keeper Marco Sportiello. Weil sich der Torwart aber mit beiden Füßen zu früh von seiner Linie nach vorne gelöst hatte, durfte Kane erneut antreten – und verwandelte sicher (25. Minute).
Kane mit Elfmetertor und Schuss in den Winkel
In der zweiten Hälfte ließ der Stürmer eine weitere Seltenheit folgen. Ein derart schönes Tor, wie es der Schuss in den Winkel nach wunderbarem Dribbling war, sieht man nicht oft (54.). Zwei Minuten später traf Karl am Ende eines Konters zum 3:0. Luis Diaz ließ das 4:0 folgen (70.). Für den Schlusspunkt sorgte allerdings Lazar Samardzic, der zum Ehrentreffer einköpfte (85.).
Am Samstag treffen die Münchner in der Bundesliga auf Union Berlin, ehe die Länderspielpause ansteht. Anschließend folgt die entscheidende Saisonphase. Die Bayern scheinen dafür gewappnet, wie schon lange nicht mehr.
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