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FC Bayern München: Worauf es für den FC Bayern nach dem Meistergewinn ankommt

FC Bayern München

Worauf es für den FC Bayern nach dem Meistergewinn ankommt

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    Der FC Bayern ist Meister – will aber noch nicht richtig feiern.
    Der FC Bayern ist Meister – will aber noch nicht richtig feiern. Foto: Malin Wunderlich, dpa

    Wie unterschiedlich man den Moment des Erfolgs empfinden kann, zeigte sich am Sonntagabend in der Münchner Fußball-Arena. Während ein erfahrener Titel-Hase wie Josip Stanisic, der die letzten sechs Meisterschaften in Folge gewann (einmal mit Leverkusen, fünfmal mit den Bayern) sich beim Plausch mit seinen Mitspielern mit einem Zucken des Mundwinkels begnügte, feierte Trainer Vincent Kompany den Schalengewinn exzessiver.

    Der seit Kurzem 40 Jahre alte Belgier lief in die Südkurve, um mit den Anhängern zu feiern. Der zweite Ligagewinn in Folge sei für ihn „wunderschön“. Ohnehin gelte: „Für mich ist jeder Titel wie der erste, sonst brauchst du diesen Job nicht zu machen.“ In gewisser Weise gab Kompany am Sonntag aber auch den Euphoriebremser Nummer eins. Denn Bierdusche oder eine exzessive Feier gab es nicht zu sehen, nicht mal ein Kurztrip nach Ibiza soll anstehen. Weil diese Saison eben noch nicht zu Ende ist. Schon am Mittwochabend geht es weiter, wenn das Pokal-Halbfinale gegen Bayer Leverkusen ansteht, eine Woche später gehen die Halbfinals der Champions League gegen Paris los. „Jetzt kommen die entscheidenden Wochen“, sagte Kompany. Die Kunst wird es sein, die Spannung aufrechtzuerhalten. Kompany hat daran keinen Zweifel: „Wir geben immer Vollgas, egal ob Vorbereitung oder Pflichtspiel.“

    Unter Guardiola war der frühe Meistertitel nicht gut für die Form

    Die Vergangenheit zeigt aber: Das mit der Aufrechterhaltung der Spannung hat in der Vergangenheit nicht immer so gut geklappt. Die bis heute früheste Meisterschaft etwa tüteten die Münchner in der ersten Saison unter Pep Guardiola am 27. Spieltag der Spielzeit 2013/14 ein. Ende März war was – und in den drei Spielen danach folgten zwei Unentschieden und schließlich eine 0:1-Niederlage beim FC Augsburg, was damals das Ende einer Serie von 53 Ligaspielen in Folge ohne Pleite bedeutete. Am Ende war im Halbfinale gegen Real Madrid recht deutlich in zwei Spielen (0:1 und 0:4) Schluss. Das Pokalfinale gewannen die Münchner damals mit 2:0 gegen Borussia Dortmund. Auch in den beiden Folgejahren unter Guardiola schien die Spannung gerne mal nachzulassen, wenn die Dominanz in der Liga frühzeitig im Titelgewinn mündete: In der Spielzeit 14/15 gingen sogar drei der letzten vier Ligaspiele verloren, im Pokal und in der Königsklasse war jeweils im Halbfinale Schluss. Allerdings war die Lage unter Guardiola gerade zur Saisonschlussphase auch deswegen anders, weil der Spanier sich sehr rotations- und ideenfreudig zeigte und dabei Personal und System in der Schlussphase neu durchwürfelte.

    Die Bayern in dieser Saison sind hingegen dafür bekannt, nicht nachzulassen und auch nach dem zweiten oder dritten Treffer den nächsten erzielen zu wollen. Der deutlichste Beleg – neben dem Meistertitel – ist das Pulverisieren des über 50 Jahre alten Torrekords. 101 Treffer hatten die Bayern 1971/72 aufgestellt. Diese Marke haben die Münchner nun schon vor zehn Tagen geknackt, nach dem 4:2 gegen Stuttgart steht der Zähler bereits bei 109 Toren in 30 Partien.

    Die Gnabry-Verletzung tut den Bayern und dem DFB weh

    Was Kompany und den FC Bayern allerdings schmerzen dürfte, ist der Ausfall von Serge Gnabry. Am Tag vor dem Stuttgart-Spiel hatte der FC Bayern mitgeteilt, dass Gnabry „für längere Zeit“ ausfällt. Der 30-Jährige zog sich einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zu. Damit fehlt der Offensivspieler nicht nur den Bayern im Saisonendspurt, sondern wird wohl auch die Weltmeisterschaft im Sommer als Zuschauer erleben. Als Kimmich nach dem Schlusspfiff gegen Stuttgart auf seinen Mitspieler und Trauzeugen angesprochen wurde, schimmerte auch etwas Trauer durch. „Er fehlt uns extrem in der Kabine und auf dem Feld. Es ist echt ein sehr großer Verlust als Fußballer und als Mensch. Es wird uns extrem weh tun, aber ich hoffe, wir kriegen das irgendwie aufgefangen.“

    Die wahrscheinlichste Alternative für Gnabry war aber zuletzt selbst im Wartestand: Lennart Karl. Der 18-Jährige sollte nach seiner Muskelverletzung aber bald wieder zur Verfügung stehen. Auf dem rechten Flügel spielte gegen Stuttgart Allrounder Raphaël Guerreiro. Von der Bank kamen am Sonntag Harry Kane, Konrad Laimer und Michael Olise, was auch nicht schlecht ist. Die anderen Wechselspieler hießen aber Bara Ndiaye und Deniz Ofli und sind 18 beziehungsweise 19 Jahre alt. Anders formuliert: Besonders viele Offensivspieler sollten sich im Kader der Bayern wohl nicht mehr abmelden, wenn es auf die Zielgerade der Saison geht.

    Ein kleiner Trost für die Bayern: Auch Königsklassen-Halbfinalgegner Paris ist nicht gegen die Tücken des Alltags gefeit. Nach der 1:2-Pleite gegen Lyon ist die Meisterschaft wieder spannend, zudem verletzte sich Mittelfeld-Regisseur Vitinha und musste nach 39 Minuten raus. Wie schwer der Portugiese verletzt ist, ist noch unklar.

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