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FC Bayern nach Frankfurt-Spiel: Müller reagiert auf Matthäus-Kritik

FC Bayern

Raus aus dem Krisenmodus: Der FC Bayern tankt nach dem Frankfurt-Spiel Selbstvertrauen

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    Für Thomas Müller hat bei einigen Mitspielern zuletzt das „Urvertrauen“ gefehlt. Das sieht nach dem Sieg gegen Frankfurt anders aus.
    Für Thomas Müller hat bei einigen Mitspielern zuletzt das „Urvertrauen“ gefehlt. Das sieht nach dem Sieg gegen Frankfurt anders aus. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Es gibt Dinge, zu denen ist wirklich nur der FC Bayern fähig. Etwa dazu, jederzeit in eine tiefe Krise zu rutschen – und das auch, wenn der Verein beispielsweise in der Bundesliga acht Punkte vorne ist und im Achtelfinale der Champions League steht. Zuletzt war das wieder der Fall: Nach dem glücklichen 0:0 in Leverkusen und dem Zitter-Weiterkommen in der Champions League gegen Celtic Glasgow schien das Team am Boden zu sein. Uninspiriert, offensiv ohne Konzept, defensiv jederzeit verwundbar. Beim Achtelfinale der Champions League sei Leverkusen deswegen „ganz klar der Favorit, da muss man ja nur in die deutsche Expertenlandschaft reinhören“, hatte Thomas Müller etwa süffisant gesagt. Immerhin: Diese Krise schien am Sonntagabend wieder offiziell beendet zu sein. Das 4:0 gegen Frankfurt, immerhin Tabellendritter der Bundesliga, war bestenfalls in den ersten fünf Minuten ein Spitzenspiel – danach ließen die Bayern den Gästen kaum mehr eine Chance und mussten sich nur den Vorwurf gefallen lassen, zu verschwenderisch mit den Chancen umgegangen zu sein.

    Der souveräne Sieg „macht Spaß“, so Thomas Müller. „Du willst ja auch nach Hause gehen und sagen können: Boah, waren wir heute gut.“ Vor allem für Spieler, die nach den vergangenen Wochen mit ihrer Form gehadert hätten, sei der Erfolg wichtig: „Es steht ja nicht jeder auf und hat eine breite Brust.“ Bei einigen Mitspielern habe das „Urvertrauen“ zuletzt gefehlt. Grundsätzlich gelte aber: „Jeder spielt beim FC Bayern, weil er ein besonderer Spieler ist.“ Da war es wieder, das bajuwarische Selbstverständnis. Noch bedeutender sei das Spiel aber für die Führungsriege, die nun Ruhe haben würden, weil ihre Arbeit nicht permanent hinterfragt werde.

    Bayern-Trainer Vincent Kompany: „Das nächste Spiel schreiben wir“

    Eine dieser Führungskräfte steht an der Seitenlinie und heißt Vincent Kompany. Ob er von der Kritik der vergangenen Wochen überrascht war? Ob diese ihn getroffen hat? Klares Nein, betonte der Belgier auf der Pressekonferenz: „Man muss Entscheidungen treffen in diesem Job. Ich habe von Anfang an gesagt: Wenn ich Trainer werde, dann nur für die Spieler.“ Diese nach der Kritik wieder aufzubauen, sei sein Ziel: „Mein Fokus liegt auf der Gruppe.“ Die öffentliche Wahrnehmung sei ihm nicht so wichtig. An die Journalisten gerichtet, sagte Kompany: „Sie schreiben immer über das letzte Spiel, aber das nächste Spiel schreiben wir.“

    Tatsächlich schrieb der FC Bayern am Sonntag ein beeindruckendes Kapitel in dieser Bundesliga-Saison. Nach Chancen gerechnet, hätte es sogar noch mehr Tore geben können als die vier Treffer von Michael Olise, Hiroki Ito, Jamal Musiala und Serge Gnabry. Zugleich stand in der Defensive gegen die immerhin drittbeste Offensive der Liga die Null. Vor allem der Treffer von Musiala war ein Sahnestück des Spiels. Der Nationalspieler dribbelte durch die halbe Frankfurter Mannschaft, rutschte einmal sogar aus, holte sich den Ball wieder und schoss zum 3:0 (83.) ein. Kleiner Wermutstropfen: Nach dem Treffer musste der 21-Jährige ausgewechselt werden.

    Der FC Bayern gibt bei Joshua Kimmich Entwarnung

    Schon kurz vor der Halbzeit war das Spiel für Joshua Kimmich beendet gewesen. Der Nationalmannschaftskapitän, der bislang keine Sekunde in der Liga verpasst hatte, musste runter. Ein Ausfall von Musiala und Kimmich hätte dafür gereicht, den Krisenmodus erneut anzuwerfen, schließlich stehen Anfang März die Partien gegen Leverkusen an. Entwarnung hatte Sportvorstand Max Eberl aber schon kurz nach Spielende gegeben: Kimmich sei schon angeschlagen ins Spiel gegangen, während es bei Musiala eher eine Vorsichtsmaßnahme gewesen sei. Am Montag gab der FC Bayern die Diagnose bei Kimmich bekannt. Demnach hat sich der 30-Jährige eine Sehnenreizung im hinteren, linken Oberschenkel zugezogen und müsse „vorerst kürzer treten“. Es ist eine Entwarnung – als nicht ausgeschlossen gilt, dass Kimmich schon beim nächsten Bundesligaspiel bei seinem Jugendklub VfB Stuttgart am Freitagabend auflaufen kann. Die Partien gegen Leverkusen scheinen für beide Profis nicht gefährdet zu sein.

    Ebenso wenig übrigens wie das Verhältnis zwischen Thomas Müller und Vincent Kompany. Die Bayern-Ikone war beim Rückspiel gegen Glasgow nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit nur zu 15 Sekunden Einsatzzeit gekommen. TV-Experte Lothar Matthäus hatte daraufhin von einer „Demütigung“ für Müller gesprochen. Auch hier gelte, so Müller: Alles kein Problem. „Ich weiß, was Lothar meinte, aber es gibt da verschiedene Spielertypen. Ich spiele lieber 15 Sekunden als gar nicht. Lothar kommt aus einer anderen Zeit und war auch ein anderer Spieler.“ Das ändere natürlich nichts daran, dass er gerne etwas früher ins Spiel gekommen wäre.

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