Eine Pause hat sich Max Verstappen nicht gegönnt. Warum auch? Der Niederländer hat Benzin im Blut, was ist da schon ein Familienausflug gegen die Möglichkeit, über die legendäre Nordschleife zu rasen. Verstappen entschied sich für die Rennstrecke in der Eifel, deren Beiname „Grüne Hölle“ verrät, dass sie schon so manchem Rennfahrer Schwierigkeiten bereitet hat. Einem Verstappen allerdings nicht.
Der viermalige Formel-1-Weltmeister hat am vergangenen Wochenende die Lizenz für die Nordschleife erhalten. Nicht jeder darf einfach so bei Rennen in der Eifel teilnehmen, auch ein Formel-1-Pilot nicht. Zuvor muss er seine Tauglichkeit beweisen. Verstappen hat das zwischen den Formel-1-Rennen in Monza und Baku getan.
„Es ging alles glatt“, sagte Verstappen und freute sich über die Lizenz für die Nordschleife. Jetzt darf er dort an GT3-Rennen teilnehmen, wie im kommenden Jahr im April bei den 24 Stunden. Das ist mit dem Red-Bull-Team bereits geklärt.
Piastri und Norris schienen bereits enteilt
Noch aber gilt seine sportliche Konzentration ganz der Formel 1, in deren Titelkampf er tatsächlich noch einmal eingreifen könnte. Lange Zeit schien das in dieser Saison unmöglich. Weil Oscar Piastri und Lando Norris in ihren McLaren-Rennwagen weit enteilt waren. In Monza vor knapp zwei Wochen aber dominierte Verstappen wie zu seinen besten Zeiten. Mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung gewann er in Italien. Eine Kampfansage und Botschaft: Red Bull ist zurück. Vor allem ist Verstappen zurück.
„Monza war ein unglaubliches Rennen für uns“, sagte Verstappen nun nach seiner Ankunft in Baku. In der Hauptstadt von Aserbaidschan steht am Sonntag (13 Uhr) der nächste Grand Prix auf dem Programm, der die Endphase der Saison einläutet. Acht Rennen gibt es noch, für Verstappen also noch einige Gelegenheiten, seinen eigentlich großen Rückstand zu verringern. Zumal noch drei Sprintrennen warten, die maximal 24 Zähler versprechen.
Derzeit hat Verstappen einen Rückstand von 94 Zählern auf Piastri, der wiederum 31 Punkte mehr als Teamkollege Norris hat. Klingt viel, könnte aber aufholbar sein. McLaren steht nämlich vor der Herausforderung, den Titelkampf seiner beiden Piloten moderieren zu müssen. Eine Teamvorgabe gibt es nicht, Piastri und Norris sollen auf der Strecke klären, wer der Schnellere ist. Und wer im besten Fall den Titel gewinnt.
McLaren hat schon negative Erfahrungen gemacht
Immer gehen solche Teamduelle nicht gut aus. McLaren weiß das aus der eigenen Vergangenheit am besten. 2007 eskalierte die Rivalität zwischen Fernando Alonso und Neuling Lewis Hamilton so sehr, dass am Ende Kimi Räikkönen im eigentlich unterlegenen Ferrari im WM-Titelkampf der lachende Dritte war. Verstappen könnte auf ein ähnliches Szenario hoffen.
Der Sieg in Monza habe viel Rückenwind gegeben. Für jeden im Team. Insbesondere aber für den Niederländer selbst. In dieser Saison hat er häufiger mit seinem Dienstwagen gehadert. Die Stimmung im Team hatte sich verschlechtert. Durch den Wechsel auf der Führungsposition aber kam neuer Schwung.
Der umstrittene Teamchef Christian Horner hatte seinen Platz räumen müssen, Nachfolger Laurent Mekies hat die Leichtigkeit zurückgebracht, für die das Red-Bull-Team im Fahrerlager lange bekannt war. Optimismus gibt auch der Blick auf die ausstehenden Strecken. „Was Baku und die schnellen Strecken betrifft, bin ich sehr optimistisch“, sagte Motorsportberater Helmut Marko dem Fachportal motorsport.com. „Normalerweise haben wir auf langsamen Strecken Probleme, aber ich glaube nun, dass in dieser Phase alles möglich ist“, fügte der Österreicher an.
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