Die Spielzeit 2025/26 endete für den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga auf dem zehnten Platz. Nun greift die alte Fußball-Weisheit: Nach der Saison ist vor der Saison. In der Fächerstadt wird sich nach dem Aus von Trainer Christian Eichner einiges verändern. Welche Veränderungen dem Klub guttun würden und welche Lehren aus der vergangenen Saison gezogen werden sollten, behandeln wir in einer neuen Folge unseres Formates „KSC Komplett“. Außerdem küren wir den Spieler der Saison.
KSC Komplett ist unser neues Format für alle Fans des Karlsruher SC. In unseren monatlichen Folgen blicken wir auf den vergangenen Monat zurück, fassen unsere Erkenntnisse zusammen und tauchen in die Geschichte des Vereins ein. Zudem wagen wir einen Ausblick.
- KSC Komplett – Folge 1: Lichtblicke und eine Überraschung beim Spieler des Monats
- KSC Komplett – Folge 2: Comeback-Kid und goldenes Händchen
- KSC Komplett – Folge 3: Neue Qualitäten und eine bittere Wahrheit
- KSC Komplett – Folge 4: Ein Team mit zwei Gesichtern und ein unverhoffter Vorteil
Die KSC-Ergebnisse im Mai 2026: Eine Schlussphase als Blaupause der Saison
Die letzten Wochen der Saison 2025/26 können als Blaupause der kompletten Spielzeit betrachtet werden. Auf einen Erfolg folgte ein kleiner Rückschlag und auf diesen eine Enttäuschung. Zumindest, wenn man die Betrachtung rein auf die Ergebnisse beschränkt: ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage.
Zunächst gelang den Karlsruhern ein 2:1-Sieg gegen Darmstadt 98, eines der Spitzenteams der Liga, das die Spielzeit auf Rang fünf abschloss. Am vorletzten Spieltag erkämpfte sich der KSC dann einen Punkt beim SC Paderborn (2:2). Ein Remis, mit dem der Klub sicherlich leben konnte, spielten die Paderborner doch um den Aufstieg, der letztlich mit einem Triumph über den VfL Wolfsburg in der Relegation gelang.
Der Saisonabschluss gelang dann nicht, wie erhofft. Beim Abschiedsspiel für Trainer Christian Eichner gab es im Wildpark eine 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum. Die Mai-Ergebnisse des Karlsruher SC im Überblick:
- 3. Mai 2026: Karlsruher SC – Darmstadt 98 2:1
- 8. Mai 2026: SC Paderborn – Karlsruher SC 2:2
- 17. Mai 2026: Karlsruher SC – VfL Bochum 1:2
KSC-Spieler der Saison 2025/26: Es kann nur einen geben
In der Regel küren wir in dieser Rubrik den Spieler des Monats. In diesem Fall wollen wir allerdings größer denken und unseren Spieler der Saison vorstellen. Sonderlich schwer ist uns die Entscheidung nicht gefallen.
Als KSC-Spieler der Saison 2025/26 kann es aus unserer Sicht nur einen geben: Marvin Wanitzek. Der Kapitän des Karlsruher SC ging die komplette Spielzeit über voran und war einer der Akteure im KSC-Dress, die am wenigsten Leistungsschwankungen zeigten. Eindrucksvoll: Wanitzek verpasste in der kompletten Saison keine einzige Minute, wie die Daten des kicker zeigen. Eine außergewöhnliche Statistik, die eigentlich nur Torhüter erreichen.
Der Mittelfeld-Stratege lenkte das Spiel des KSC und zeigte sich als Torjäger und Vorlagengeber. Mit 15 Toren und neun Assists stellt Wanitzek den mit Abstand besten Scorer des Teams dar. Außerdem ist er beim kicker mit einer durchschnittlichen Note von 2,91 der am besten bewertete Karlsruher.
Das Saisonende wurde für Wanitzek mit dem Abschied von seinem langjährigen Weggefährten Eichner emotional. „Es war kein einfacher Moment, wenn man neun Jahre zusammengearbeitet hat“, sagte er am Sky-Mikrofon. Und weiter: „Ich bin jeden Tag gerne ins Training gekommen, zu Christian Eichner. Den Menschen Eichner werde ich vermissen.“
Karlsruher SC: Die 5 Lehren aus der Saison 2025/26
Der Karlsruher SC hat in der Saison 2025/26 nach einem guten Start den Faden verloren. In der Rückrunde war die Konstanz vollends verloren gegangen. Unsere Erkenntnisse aus der Spielzeit:
- Der KSC hat einen der besten Spieler der 2. Bundesliga in den eigenen Reihen: Marvin Wanitzek ist nicht nur unser Spieler der Saison, sondern auch einer der besten Spieler der 2. Bundesliga. Den Eindruck bestätigt zumindest rund um die Offensive ein Blick auf die Zahlen. Nur drei Akteure haben laut der Sportschau mehr Tore geschossen als Wanitzek (15). Nur zwei Spieler sammelten mehr Scorer-Punkte (22). Umso wichtiger, dass Wanitzek in Karlsruhe bleiben und in seine zehnte Spielzeit mit dem KSC gehen möchte.
- Der Karlsruher SC muss in der Defensive nachrüsten: Im Rahmen der Analyse der Saison muss man nach dem großen Schwachpunkt des KSC nicht lange suchen. Die Karlsruher kassierten 64 Gegentore in 34 Spielen, wie in der offiziellen Abschlusstabelle nachzusehen ist. Nur Greuther Fürth (68) musste über die Saison hinweg mehr Gegentore hinnehmen. Die Fürther landeten auf dem 16. Rang und konnten in der Relegation den Klassenerhalt erreichen. Die Verantwortlichen werden gefordert sein, für mehr Qualität in der Defensive zu sorgen.
- Die Offensivpower ist eindrucksvoll: So schwach sich die Defensive der Karlsruher zeigte, so gut war die Offensive. Mit 53 Toren gehörte der KSC zu den Teams mit den besten Offensivreihen der 2. Bundesliga. Mit Wanitzek (15 Tore) und Fabian Schleusener (14 Treffer) konnten sich die Karlsruher auf zwei der besten Torjäger der Liga verlassen. Zur Spielzeit 2026/27 muss allerdings ein Ersatz für Schleusener gefunden werden, der die Fächerstadt verlassen wird.
- Der KSC braucht mehr Wohlfühlfaktor in der Fremde: Im Wildpark holte der Karlsruher SC in 17 Spielen eindrucksvolle 30 Punkte. Das Problem: auswärts waren es nur 14. Wenn die Karlsruher in der kommenden Saison einen Weg finden sollten, in der Fremde erfolgreicher zu sein, könnte der Klub mit einer ähnlichen Heimstärke um den Aufstieg mitspielen.
- Eine Verjüngung der Mannschaft würde dem Team guttun: In der Spielzeit 2025/26 schickte Eichner die zwei ältesten Mannschaften der Liga aufs Feld, zeigt eine Statistik von transfermarkt.de. Am 30. Spieltag in Elversberg (0:3) war die Startelf im Schnitt 29,6 Jahre alt. Am 31. Spieltag gegen Hannover (1:3) betrug der Altersdurchschnitt 29,4 Jahre. Bei der Kaderplanung für die Saison 2026/27 sollte eine Verjüngung der Mannschaft in Betracht gezogen werden.
Ein Blick voraus: Wie geht es für den KSC weiter?
Nach dem Saisonende hat der Karlsruher SC mit Maximilian Senft einen neuen Trainer vorgestellt. Durch die schnelle Entscheidung kann nun die Kaderplanung vorangetrieben werden. Der zeitliche Rahmen für die Vorbereitung auf die kommende Saison wurde noch nicht bekannt gegeben. Allerdings meldete der KSC, dass der Klub am 26. Juli 2026 den italienischen Spitzenklub Inter Mailand zum Testspiel im Wildpark empfangen wird. Zwei Wochen danach beginnt die Spielzeit 2026/27.
Ein Blick in die Historie: Im Mai 1955 holte der KSC den DFB-Pokal
Der 21. Mai 1955 stellt einen der wichtigsten Tage in der Klubgeschichte des KSC dar. An jenem Samstag traten die Karlsruher im Eintracht-Stadion in Braunschweig gegen den FC Schalke 04 an. Der Anlass: das Finale des DFB-Pokal 1954/55. Der Karlsruher SC erkämpfte sich mit einem 3:2-Sieg den ersten DFB-Pokal-Titel der Vereinsgeschichte, wie im Datencenter des kicker nachzulesen ist.
Der KSC hatte die Partie durch zwei späte Tore von Kurt Sommerlatt (83.) und Oswald Traub (85.) gedreht. Beflügelt von dem historischen Triumph, gewannen die Karlsruher auch in der darauffolgenden Saison den Pokal.
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