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Kommentar zur Nationalmannschaft: Kimmich auf rechts, Neuer ins Tor – der Bundestrainer braucht schnell eine Achse

Kommentar

Beispiele Neuer und Kimmich: Bundestrainer Nagelsmann muss endlich eine Achse finden

Florian Eisele
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    Auch als Rechtsverteidiger brillierte Joshua Kimmich und traf doppelt.
    Auch als Rechtsverteidiger brillierte Joshua Kimmich und traf doppelt. Foto: Uwe Anspach, dpa

    Wenn irgendwann einmal auf die Nationalmannschaftskarriere von Joshua Kimmich zurückgeblickt wird, wird diese Frage auch gestellt werden: Wo war er denn jetzt besser – als Rechtsverteidiger oder im Mittelfeld? Besser scheint Kimmichs Wirken im Mittelfeld zu sein – wertvoller war er oft rechts hinten. Als er nach dem 4:0 gegen Luxemburg (mal wieder) gefragt wurde, wo er denn lieber spiele, antwortete er: „Im Tor.“ Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

    Kimmichs Vielseitigkeit ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits wäre es eigentlich am besten, wenn man ihn klonen könnte – andererseits verdeutlicht sein ständiger Wechsel auch, wie schnell und oft die jeweiligen Nationaltrainer das System neu erfinden. Am Freitagabend etwa spielte Kimmich wieder rechts hinten – einen Monat, nachdem Bundestrainer Nagelsmann erklärt hatte, ihn nun wieder in der Zentrale einzuplanen. Tatsächlich spricht mal wieder vieles dafür, dass Kimmich hinten spielen muss: Einerseits, weil es im zentralen Mittelfeld viele Alternativen zu ihm gibt; andererseits, weil sich kein anderer Rechtsverteidiger aufdrängt.

    Auch bei der Heim-EM spielte Joshua Kimmich in der Abwehrkette

    Der springende Punkt dabei: Das ist auch schon vor der Heim-EM der Fall gewesen – und das wird auch zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich der Stand der Dinge sein. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat noch zwei Länderspielpausen zur Verfügung, ehe er sein Team für die Weltmeisterschaft nominieren muss. In dieser Zeit sollte es für Nagelsmann und seine Assistenten darum gehen, eine Achse zu etablieren, anstatt auf personeller und taktischer Ebene zu experimentieren.

    Weil der beste deutsche Rechtsverteidiger Kimmich heißt und damit ein Anker in der Abwehrkette gefunden wäre, sollte es keine Zweifel mehr daran geben, auf welcher Position der Kapitän einzusetzen ist. Auch Weltmeister-Trainer Joachim Löw betonte am Sonntag im Doppelpass, dass nun ein WM-System etabliert werden muss, an dem sich die Spieler orientieren.

    Auch bei Manuel Neuer braucht es eine Rückholaktion – je früher, desto besser

    Eine Achse, so Löw, sei ebenfalls wichtig. Auch hier ist Nagelsmann gefordert – und wird früher oder später bei einer Personalie landen, die sich mehr und mehr aufdrängt. Im Tor ist die Zukunft von Marc-Andre ter Stegen ungewisser denn je. Und der mit Abstand beste deutsche Torhüter heißt derzeit Manuel Neuer. Je eher klar ist, dass der ehemalige DFB-Kapitän wieder an Bord ist, desto besser – es wäre eine weitere Klarheit auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Von denen gab es zuletzt eher wenige. Das kann nicht zuletzt Joshua Kimmich bestätigen.

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