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Nationalmannschaft: Das sind die Gewinner und Verlierer der letzten Testländerspiele vor der WM

Nationalmannschaft

Das sind die Gewinner und Verlierer der letzten Länderspiele vor der WM-Nominierung

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    Zwei, die auf sich aufmerksam machten: Deniz Undav und Lennart Karl.
    Zwei, die auf sich aufmerksam machten: Deniz Undav und Lennart Karl. Foto: Valeria Witters, Witters

    Wenn ein Stürmer zwei Minuten vor Schluss das entscheidende Tor zum Sieg gemacht hat, ist die Frage nach dem Mann des Spiels in aller Regel schnell beantwortet. Eigentlich. So geschehen beim 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Ghana. Der Spielverlauf des letzten Testspiels vor der WM-Kaderbekanntgabe folgte einem Plot, in dessen Zentrum Deniz Undav stand.

    Nachdem sich die deutsche Auswahl zwar dominant, aber im höchsten Maße verschwenderisch bei der Chancenverwertung gezeigt hatte, forderte das Stuttgarter Publikum mit Sprechchören den VfB-Stürmer. Der kam dann zur Halbzeit. Ghana glich durch Abdul Fatawu (70.) die deutsche Führung von Kai Havertz per Handelfmeter (45.+3) aus. Und Undav gehörte die Pointe: Zwei Minuten vor Ende schoss er das 2:1 in seinem Wohnzimmer. Der Gewinner des Spiels war gefunden. Na ja, eigentlich.

    Nagelsmann über Undav: „Fand seine Leistung bis zum Tor nicht gut“

    Dass Undav nach Spielende selbst den Wunsch äußerte, von der Bank in die Startelf zu wechseln, kommentierte Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der anschließenden Pressekonferenz jedoch süßsauer: „Er setzt sich mit seinen Aussagen selbst unter Druck, von daher ist es ok für mich.“ Und weiter: „Ich fand seine Leistung bis zum Tor nicht gut, er hat einmal den Ball berührt. Aber deswegen ist er auch ein Topstürmer.“ Nur eben einer, der in der Nationalmannschaft weiterhin nur von der Bank kommen wird, so Nagelsmann: „Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er den so macht.“ Joker werde es auch bei der WM brauchen. Als Gewinner darf sich Undav also nur bedingt fühlen – im Gegensatz zu manch anderem.

    Die Gewinner

    Machte auch gegen Ghana auf sich aufmerksam: Lennart Karl.
    Machte auch gegen Ghana auf sich aufmerksam: Lennart Karl. Foto: Valeria Witters, Witters

    Lennart Karl Der 18-jährige Bayern-Profi kam in beiden Länderspielen von der Bank ins Spiel – und machte seine Sache richtig gut. Gegen Ghana hatte er sogar die große Chance auf den Siegtreffer, vergab jedoch. Das Urteil von Julian Nagelsmann: „Von all den jungen Spielern, die wir im Laufe der Zeit nominiert haben, hat er mit den besten Eindruck gemacht.“ Deniz Undav verglich ihn gar mit Franck Ribéry. Sollte nichts mehr dazwischenkommen, dürfte Karl seinen WM-Platz sicher haben.

    Florian Wirtz Zwei Tore, zwei Vorlagen – der 4:3-Sieg in der Schweiz wurde zur Florian-Wirtz-Show. Alleine das Traumtor zum zwischenzeitlichen 3:2 war das Eintrittsgeld wert. Der 22-Jährige hat seine Krise nach dem Wechsel zum FC Liverpool endgültig überwunden. Gegen Ghana mit einem Pfostentreffer und nicht mehr so präsent. Das ändert aber nichts daran, dass Wirtz im deutschen Offensivspiel der entscheidende Mann ist, auch bei der WM.

    David Raum Das Kapitänsamt bei Leipzig hat ihn reifen lassen. Der 27-Jährige ist nun eine Führungsfigur und gab gegen die Schweiz im Offensivspiel viele Impulse. Der Posten als Linksverteidiger ist fest an ihn vergeben, auch wenn es der Frankfurter Nathaniel Brown gegen Ghana sehr gut machte und sich als Alternative empfahl.

    Die Verlierer

    Nick Woltemade reagiert nach einem missglückten Abschluss.
    Nick Woltemade reagiert nach einem missglückten Abschluss. Foto: Christian Charisius, dpa

    Nick Woltemade Die Formkrise des Newcastle-Stürmers hält auch bei der Nationalmannschaft an. Der ehemalige Stuttgarter stand an seiner alten Wirkungsstätte gegen Ghana in der Startelf und hätte nach vier Minuten das 1:0 machen müssen, als er von Kai Havertz bedient wurde. Sein Flachschuss ging aber am Pfosten vorbei. Traf nach einer präzisen Karl-Flanke per Kopf noch die Latte. Die Fähigkeiten des Angreifers sind unbestritten, er zeigt es aber derzeit nicht. Wenn Havertz fit bleibt und Undav seine Torquote hält, könnten die Einsatzzeiten bei der WM recht überschaubar sein.

    Angelo Stiller Der Stuttgarter war zuerst gar nicht im Aufgebot, stand dann bei beiden Spielen in der Startelf. Wesentliche Akzente konnte er aber nicht setzen. Wenn seine Konkurrenten Pavlovic und Nmecha bis zur WM wieder fit werden, könnte es eng für ihn werden – denn eine Rolle als Backup traut Nagelsmann ihm nicht zu.

    Leroy Sané Mehrfach hatte Nagelsmann den Außenstürmer öffentlich unter Druck gesetzt, erst recht nach dem Wechsel in die zweitklassige türkische Liga. Trotzdem stand er in der Schweiz in der Startelf und enttäuschte. Bei seiner Einwechslung in Stuttgart pfiff ihn das Publikum aus, was nicht nur für VfB-Keeper Alexander Nübel „absoluter Schwachsinn“ war. Sané bereitete zwar das Tor von Undav vor, die große Empfehlung sieht aber anders aus.

    Said el Mala Als Jamie Leweling sich verletzte, rechneten viele mit einer Nachnominierung des Kölners. Nagelsmann beließ es lieber bei 25 Spielern und ließ el Mala bei der U21. Der Bundestrainer scheint nicht überzeugt zu sein von dem Mega-Talent. Dazu kommt: Die Rolle als unbeschwertes, dribbelstarkes Talent, das als Joker kommt, scheint fest an Lennart Karl vergeben zu sein.

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