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Olympia 2026: Nawraths Jagd nach dem zweiten Edelmetall: Ein Leichtsinnsfehler zu viel

Olympia 2026

Nawraths Jagd nach dem zweiten Edelmetall: Ein Leichtsinnsfehler zu viel

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    Philipp Nawrath schoss wieder sehr präzise. Ein Fehler allerdings unterlief ihm, das kostete eine Medaille.
    Philipp Nawrath schoss wieder sehr präzise. Ein Fehler allerdings unterlief ihm, das kostete eine Medaille. Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Philipp Nawrath hatte am Morgen die Medaille noch einmal in die Hand genommen. Als Motivationshilfe nach dem Aufstehen. Am Sonntag hatte der Allgäuer Biathlet mit der deutschen Mixed-Team-Staffel überraschend Bronze gewonnen. Ein perfekter Einstieg in die olympischen Tage von Antholz, dem er am Dienstag weiteres Edelmetall folgen lassen wollte. Im Einzel über 20 Kilometer war Nawrath tatsächlich wieder nahe dran, es wurde Rang fünf. Gold holte der Norwerger Johan Olav-Botn vor Eric Perrot und Sturla Holm Laegreid.

    Nawrath wollte am Morgen im Hotel noch einmal spüren, wie sich diese Medaille anfühlt. „Sie ist schon alleine vom Gewicht her sehr speziell“, sagte der Allgäuer. Kurz hatte er sogar überlegt, sie mit an die Strecke zu nehmen. Entschied sich aber dagegen.

    Aus zwei Gründen. Zum einen sind die Plaketten sehr empfindlich. Manche ist schon zu Bruch gegangen, Nawraths Exemplar ist noch intakt. „Ich habe früh genug erkannt, dass sie auseinanderbricht“, sagte er. Zum anderen aber auch, weil er mit einer weiteren spekuliert hatte. „Ich habe mir gedacht, vielleicht gibt es ja heute eine neue“, sagte der 32-Jährige und grinste.

    Olympia 2026: Nawraths letzter Schuss ging daneben

    Beinahe hätte er tatsächlich eine neue Medaille bekommen. Viel fehlte nicht auf Rang drei. Ein Fehler beim ersten Schießen kostete ihn die Teilnahme bei der Siegerehrung. „Ein Leichtsinnsfehler“, wie Nawrath hinterher erzählte.

    Beim ersten Liegendschießen ging es gut los. Nawrath zielte viermal präzise, das gab ihm ein gutes Gefühl. Der letzte Versuch aber flog daneben, hauchdünn. „Die letzten Schüsse sind gerade in Antholz besonders gefährdet“, sagte der 32-Jährige, „wenn man nur eine Kleinigkeit nicht zu 100 Prozent macht, geht er daneben.“ Genau das passierte Nawrath. Es war der für ihn entscheidende Moment.

    Als er später über die Ziellinie sprintete, leuchtete zunächst Platz drei auf. Nawrath warf sich vor Erschöpfung in den Schnee. Er wusste, dass noch einige starke Läufer hinter ihm ins Ziel kommen. Er wusste, dass es wohl nicht reichen würde. Um 14.51 war es Tatsache. Botn schnappte sich in diesem Moment die Führung, Nawrath war aus den Medaillenrängen gerutscht. Botn reckte einen Finger in den Himmel und schaute nach oben – als Gruß an Sivert Guttorm Bakken. Botn hatte seinen Kumpel kurz vor Heiligabend in einem Trainingslager tot in dessen Zimmer gefunden. Ihm widmete er die Goldmedaille.

    Nawrath war zufrieden mit seiner Leistung. „Bei Olympia geht es um die Top drei. Mit dem absolut perfekten Schießergebnis hätte es gereicht“, sagte Nawrath. Trotzdem könne er auch aus diesem Rennen viel Selbstvertrauen ziehen.

    Nawraths olympischer Einstieg in Antholz ist gelungen. Bronze mit der Team-Mixed-Staffel, Rang fünf im Einzel, das kann sich sehen lassen. Auch Sportdirektor Felix Bitterling sprach von seiner sehr starken Leistung. Allerdings nur von Nawrath. Die übrigen deutschen Starter enttäuschten. David Zobel landete auf Rang 21, Lukas Fratzscher zwei Ränge dahinter. Philipp Horn enttäuschte auf Rang 40 mit mehr als sechs Minuten Rückstand. Horn wirkte ratlos, mit zwei Fehlern beim ersten Schießen war sein Rennen schon gelaufen.

    Olympia 2026: Die Frauen starten am Mittwoch in ihr Einzel

    Anders Nawrath. Der 32-Jährige zeigte sich erneut in starker Form. Er habe sich schwergetan, ins Rennen zu finden. Auch die letzte Runde sei hart gewesen. Die Gesamtleistung aber gefiel ihm. „Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Rennen“, so Nawrath. Der Bronze-Auftakt hatte ihm gutgetan. Hatte ihm ein gutes Gefühl gegeben. „Diese Medaille hat mir noch einen richtigen Push gegeben“, sagte der Allgäuer. Und beinahe hätte er sogar eine zweite mit nach Hause nehmen dürfen. Es wäre die nächste Party in der deutschen Unterkunft gewesen.

    Schon am Sonntag war nach der Bronzemedaille kräftig gefeiert worden. Die Bilder gingen viral. Auch weil Masken ein ständiger Begleiter des deutschen Teams sind. Vor einigen Jahren waren sie im Alltag Pflicht, aus Schutz vor einer Corona-Infektion. Das Virus mag weitgehend seinen Schrecken verloren haben, die Masken aber sind geblieben. Zumindest bei den deutschen Biathletinnen und Biathleten in Antholz.

    Selbst beim Feiern nehmen sie den Schutz vor Mund und Nase nicht ab. Weil die eigene Gesundheit das Wichtigste für einen Sportler sei, wie Janina Hettich-Walz am Dienstag betonte. Die Angst vor einer Ansteckung ist groß.

    Die Schrambergerin wird am Mittwoch (13.30 Uhr) im Einzel der Frauen neben Franziska Preuß, Selina Grotian und Vanessa Voigt starten. Für Hettich-Walz wird es das erste Olympia-Rennen sein. Sie war erst vor kurzem Mutter geworden, hat sich aber den Traum der Teilnahme in Antholz erfüllt. „Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht“, sagte sie. Preuß dagegen hat ihre erste Medaille seit Sonntag bereits. Wird sich aber im Schießen steigern müssen, um auch am Mittwoch an der Spitze mitkämpfen zu können.

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