Wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft an diesem Montag im Curt-Frenzel-Stadion zusammenkommt, wird es für Philipp Krauß der erste Besuch als Augsburger Panther sein. Der DEL-Klub hatte die Verpflichtung des Stürmers am Sonntag bekannt gegeben, auch wenn sein Vertrag in Ingolstadt noch bis Ende April läuft. Bei den Oberbayern hatte Krauß erst eine durchwachsene Hauptrunde gespielt, der er dann aber starke Play-offs folgen ließ. In den sechs Partien des Viertelfinales gegen München erzielte er fünf Treffer und war auf Ingolstädter Seite mit seiner aggressiven Spielweise eine der prägenden Figuren. Auch deshalb dürfte ihn Bundestrainer Harold Kreis für die nun anstehende nächste Phase der WM-Vorbereitung nominiert haben – ebenso übrigens wie seine künftigen Mannschaftskollegen Alexander Blank und Fabrizio Pilu.
Lobende Worte vom Sportdirektor der Panther
Die Panther zitierten in ihrer Mitteilung vom Sonntag Sportdirektor Larry Mitchell naturgemäß mit vielen lobenden Worten über seine jüngste Verpflichtung: „Philipp verkörpert das, was wir uns für die Augsburger Panther wünschen. Physis, große Arbeitsmoral und den absoluten Willen, sich weiter zu verbessern und erfolgreich zu sein. Mit seinen unbestrittenen Qualitäten soll er ein wichtiger Faktor in unserem Angriff werden.“ Der 25-Jährige hat in den vergangenen vier Spielzeiten 220 Spiele in der DEL für Ingolstadt absolviert. Der gebürtige Kaufbeurer brachte es dabei auf 42 Tore und 43 Vorlagen. In Augsburg will er nun offenbar den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen und die Rolle eines Führungsspielers einnehmen.
Die Personalie Krauß hatten die Spatzen in den vergangenen Wochen schon von den Dächern gepfiffen, ähnlich wie die des momentan noch in Köln angestellten Torwarts Tobias Ancicka. Der wiederum steht mit den Haien im Play-off-Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, weswegen die offizielle Bekanntgabe des Wechsels wohl noch ein wenig auf sich warten lassen wird. Ähnlich wie Krauß in Ingolstadt dürfte auch Ancicka mit seiner Rolle in Köln nicht zufrieden gewesen sein. In den Play-offs hat er bisher noch keine Partie bestritten und stand auch in der Hauptrunde nur neunmal zwischen den Pfosten. Neuster Name mit potenziell hohem Wahrheitsgehalt ist der von Jimmy Lambert. Der 29-jährige Stürmer spielte zuletzt in Wolfsburg, bestritt wegen einer Verletzung nur 41 Partien inklusive Play-offs (11 Tore/16 Vorlagen) und wurde verabschiedet. Gut möglich, dass er in Mitchells Beuteschema passt.
AEV-Gerüchte mit eher wenig Substanz
Weitaus weniger Substanz haben offenbar hingegen einige andere Gerüchte, die dieser Tage durch die Foren und Kommentarspalten wandern. Matt White beispielsweise wurde dort zurück nach Augsburg geschrieben, idealerweise mit einem deutschen Pass. In Wolfsburg haben sie den 36-jährigen Torjäger zwar verabschiedet, doch eine Rückkehr zu den Panthern ist nach Informationen unserer Redaktion nicht geplant. Gleiches gilt für Brett Stapley, der zuletzt in Finnland spielte. Auch Johannes Krauß, den jüngeren Bruder von Philipp, hatte mancher schon in Augsburg gesehen, er wird inzwischen aber nach Iserlohn gerüchtet. Offenbar auch nur ein Gerücht ist die Verpflichtung des 20-jährigen Paul Mayer vom DEL2-Absteiger Kaufbeuren.
Wenig Offizielles ist bisher auch von den Spielern bekannt, die am Ende der vergangenen Saison die Panther verließen oder verlassen mussten. Alexandre Grenier (34) hatten viele schon auf dem Sprung nach München gesehen, was angesichts des ohnehin schon in die Jahre gekommenen EHC-Kaders unwahrscheinlich ist. Stattdessen könnte eher ein Karriereende im Raum stehen, sollte sich kein lukratives Angebot aus einer europäischen Top-Liga mehr auftun. Ähnlich dürfte es sich bei Cody Kunyk (35) und Michael Garteig (34) verhalten. Jason Bast (36) soll es nach Düsseldorf in die DEL2 ziehen, Leon van der Linde (23) zum DEL-Aufstiegsaspiranten Krefeld. Verteidiger Thomas Schemitsch (29), der zwei Jahre in Augsburg spielte, soll es dagegen nach Schwenningen ziehen. Nach dem Karriereende von Kapitän Thomas Larkin und Ben Marshall herrscht dort dringender Bedarf an DEL-erfahrenen Defensivspezialisten.
Deutscher Pass für McCrea lässt auf sich warten
In Augsburg hatte sich Mitchell gegen eine Weiterverpflichtung von Schemitsch entschieden. Als Top-Verteidiger ist dort stattdessen Neuzugang Noel Hoefenmayer eingeplant, der aus der russischen KHL nach Augsburg kommt. Dort wird er künftig unter anderem mit Alec McCrea zusammenspielen, der vom DEL-Absteiger Dresden kommt. Der US-Amerikaner hofft auf einen deutschen Pass, muss sich aber offenbar noch gedulden. Nach Informationen unserer Redaktion wird die Einbürgerung bis zum Start der neuen DEL-Saison voraussichtlich nicht in trockenen Tüchern sein. Das wiederum hat erhebliche Auswirkungen auf Mitchells Kaderplanung, denn in der DEL können die Klubs zwar elf Ausländerlizenzen vergeben, aber nur neun davon dürfen pro Spieltag eingesetzt werden.
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