Ende September kam der Schock für Ramona Hofmeister: Sprunggelenkfraktur und Außenbandriss am rechten Fuß. Einen ungünstigeren Zeitpunkt für eine Verletzung dieser Art hätte es für die beste deutsche Snowboarderin nicht geben können. Die perfekte Vorbereitung auf Olympia war mit einem Mal passé, stattdessen musste sich Hofmeister auf Krücken fortbewegen und den Olympia-Traum fürs Erste hinten anstellen.
Dreieinhalb Monate später dann die unerwartete Wende. Die 29-jährige Bronzemedaillengewinnerin von Pyeongchang 2018 feierte ihr Comeback beim Weltcup in Scuol und gewann prompt den Parallel-Riesenslalom. Solange ohne Wettkampf und dann gleich wieder ganz oben. Das schürt die Medaillenhoffnungen für die deutschen Snowboarderinnen. Beim Blick auf die Erfolge der Raceboarder-Spezialistin kaum verwunderlich. Viermal gewann sie den Gesamtweltcup im Kampf Frau gegen Frau auf der Piste, nur die „Goldene“ bei Olympia fehlt ihr noch.
Ramona Hofmeister: Mit Aggressivität zum Olympiatitel?
In ihrer Paradedisziplin, dem Parallel-Riesenslalom, stehen die Chancen am besten für die Oberbayerin. Das weiß auch die Konkurrenz. Gegen die Bischofswiesenerin tritt im direkten Duell niemand gerne an, die Erfolgsaussichten sind einfach zu gering. Speziell ihre Technik und mentale Einstellung machen dabei meist den Unterschied. Geht es in die Finalläufe, packt sie gerne „die aggressive Ramona“ aus und ordnet dem Sieg alles unter. Ein Set-up, wie gemacht für die goldene Krönung auf den Strecken von Livigno.
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