Nach dem feststehenden Zwangsabstieg des TSV 1860 München in die Regionalliga Bayern droht eine Schlammschlacht zwischen Investor Hasan Ismaik und dem Stammverein. Am Donnerstagabend hatte der Verein den 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit dem jordanischen Geschäftsmann gekündigt. Weil Ismaik Ende Mai ein Darlehen in Höhe von 2,7 Millionen Euro gekündigt hatte, war dem Klub die Lizenz für die neue Drittligasaison entzogen worden.
Dadurch hätte die Spielbetriebsgesellschaft KGaA, an der Ismaik 60 Prozent der Anteile hält, ihren Zweck verloren und der TSV 1860 würde wieder als e. V. am Spielbetrieb teilnehmen – und der Investor wäre außen vor. Gegenüber der SZ kündigte Ismaik nun aber an, juristische Schritte gegen das Vorgehen des Vereins zu prüfen: „Wir unsererseits werden diesen Schritt sorgfältig und unter rechtlichen Gesichtspunkten prüfen und dabei alle unsere vertraglichen Rechte wahren.“ Macht Ismaik diese Forderung wahr, droht den Löwen eine monatelange juristische Auseinandersetzung.
Die aktive Fanszene fordert das Geld für bereits gekaufte Dauerkarten zurück
Unterdessen hat die organisierte Fanszene der Münchner ebenfalls zu einem Schlag gegen Ismaik ausgeholt. Diese möchte ihre bereits gekauften 8000 Dauerkarten für die neue Saison zurückgeben und fordert von der KGaA das Geld zurück. Einerseits deswegen, weil die Tickets im Glauben an eine Drittligasaison gekauft wurden – andererseits, weil die Betreibergesellschaft nach der Kündigung nicht mehr maßgeblich ist. Diesen Schritt, so die Fanszene in einer Stellungnahme, sehe man „vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen als alternativlos“ an. Ein vorgefertigtes Schreiben zur Beantragung einer Kaufpreis-Erstattung liefern die Fans gleich mit. Man lade alle ein, „diesen Schritt mit uns gemeinsam zu gehen“.
Fast flehentlich wirkt in diesem Zusammenhang der Appell des Vereins, den dieser auf der Homepage veröffentlichte: „Jetzt ist nicht die Zeit, sich abzuwenden. Jetzt ist die Zeit, zusammenzurücken und zu kämpfen“, heißt es dort. Dabei zähle jede Unterstützung, egal ob auf den Rängen, in den sozialen Medien, bei Veranstaltungen, durch Mitgliedschaften oder durch ein klares Bekenntnis zu den Löwen.
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