Es lief nicht rund im Sommer für Karl Geiger. Der Skispringer hatte sein Flug-System noch nicht gefunden. Zur Erklärung: Da es jedes Jahr andere Regeln und neue Sprunganzüge gibt, müssen sich die Athleten in ihren Sport wieder einfinden. Nach einer ungeschriebenen Regel werden die Wintersportler jedoch im Sommer gemacht. Das eigene Flug-System sollte halbwegs funktionieren, wenn die Skispringer am Freitag (21. November) in die Weltcup-Saison starten.
Vor dem Auftakt im norwegischen Lillehammer weiß Geiger noch nicht genau, wo er steht. „Die einzelnen Parameter fügen sich noch nicht zu einem Bild zusammen. Speziell die erste Flugphase ist noch zu ineffizient. Ich falle da noch zu viel auf den Ski“, sagte der Skispringer nach der langen Sommer-Vorbereitung. Der Silbermedaillengewinner von Olympia 2018 in Südkorea kennt die Situation und geht gelassen damit um: „Ich habe mir im Sommer ein bisschen schwergetan, es war ähnlich wie letzten Winter schon. Die Konstanz fehlt definitiv.“
Die Deutschen warten seit 24 Jahren auf Sieg bei der Vierschanzentournee
Auch wenn Geiger noch unzufrieden mit den vergangenen Wochen ist, bleibt genügend Zeit um die Flugkünste wieder perfekt auf die Schanzen zu bringen. Der Oberstdorfer, der sein Studium der Enerie- und Umwelttechnik an der Hochschule Kempten abgeschlossen hat, gilt als Tüftler. Nach den Springen dokumentiert und kommentiert er seine Eindrücke in einem Buch. Der 32-jährige Allgäuer zählt neben dem zweifachen Olympiasieger Andreas Wellinger und dem Spätstarter Pius Paschke als einer der Siegspringer in der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV).
Der erste Saison-Höhepunkt steigt über den Jahreswechsel mit der Vierschanzentournee. Seit dem Sieg von Sven Hannawald im Jahr 2002 warten die Fans auf einen Erfolg der deutschen Adler. Geiger war nah dran, mit Platz drei 2020 und dem zweiten Rang 2021. Jahr für Jahr fragen Fans wie Journalisten, wann denn wieder ein deutscher Athlet den goldenen Adler für die Vierschanzentournee-Triumph präsentieren wird. Als zweiter Saison-Höhepunkt folgen im Februar die Olympischen Spiele in Italien.
Daheim hat Karl Geiger alles im Griff
Kraft für eine herausfordernde Saison tankt der Oberstdorfer in der Familie. Im August dieses Jahres hat seine Frau Franziska die zweite Tochter zur Welt gebracht. Geiger: „Daheim ist alles im Griff. Das war nie das Problem. Die Saison kann losgehen.“
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