Es war ein Schock, der für viele das komplette Spielgeschehen überlagerte: In der Schlussphase des Spiels zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem FC Augsburg stürzte ein Fan der Heidenheimer aus dem Stehplatzbereich hinter dem Augsburger Tor in den Innenraum. Der Mann verletzte sich schwer, sofort nach dem Sturz verwendeten die Fans des FCH Banner und Fahnen, um einen Sichtschutz für den Verletzten zu schaffen. Augenzeugen des Vorfalls brachen in Tränen aus, beide Fangruppierungen stellten noch während des Spiels ihre Anfeuerungsrufe ein. Das Bangen um den jungen Mann geht weiter: Wie der FC Heidenheim mitteilte, gebe es auch am Sonntag keinen neuen Stand.
Am Samstag wurde der Verletzte von einem Rettungshubschrauber, der nach Abpfiff auf dem Spielfeld gelandet war, ins Krankenhaus gebracht. Über eine halbe Stunde dauerte es, bis der Mann so weit stabilisiert werden konnte, dass er transportfähig war. Laut Heidenheim-Trainer Frank Schmidt sei er „mit dem Kopf aufgeschlagen“ und war länger bewusstlos.
Während des Spiels Heidenheim gegen FCA drohte die Lage zu eskalieren
Noch während des Spiels wäre die Lage wegen des Unfalls beinahe eskaliert: In der Nachspielzeit forderte FCA-Torwart Finn Dahmen den Ball, um ihn schnell wieder weiterleiten zu können. Das fassten einige FCH-Fans als Provokation auf, einer musste sogar von anderen Anhängern und Ordnern davon abgehalten werden, das Spielfeld zu stürmen. Dahmen betonte nach Spielende, die Situation zuvor nicht erkannt zu haben und bat um Verzeihung.
Auch nach Abpfiff kochten die Emotionen hoch, einige Heidenheim-Fans stürmten den Platz. In der anschließenden Pressekonferenz verzichteten beide Teams auf eine Stellungnahme zum sportlichen Geschehen und sprachen stattdessen dem Verletzten und dessen Familie ihr Mitgefühl aus. FCA-Trainer Sandro Wagner sagte: „Wir haben eine Gänsehaut bekommen, als wir von dem Vorfall gehört haben. Jegliche Unterstützung und Liebe für ihn und seine Familie.“ Heidenheims Trainer Frank Schmidt fügte an: „Es gibt Wichtigeres als den Fußball.“ Schmidt dankte auch den Fans des FC Augsburg, die wie die Heidenheimer Anhänger auf Anfeuerungsrufe verzichtet hatten. „Wenn ein Hubschrauber im Stadion landet, weiß man, dass es nicht nur eine Lappalie ist.“
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