Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten

Warum der FC Augsburg gegen Leverkusen eine Niederlage einfuhr

FC Augsburg

Zu viel Respekt vor dem Gegner, zu nachlässige Verteidigung

  • |
  • |
  • |
  • |
    Enttäuschte Gesichter beim FC Augsburg nach der 0:2-Niederlage in Leverkusen.
    Enttäuschte Gesichter beim FC Augsburg nach der 0:2-Niederlage in Leverkusen. Foto: Ant Palmer, Kolbert-press

    Jess Thorup musste warten. Der Trainer des FC Augsburg hatte seine Fernsehinterviews bereits hinter sich, bei seinem Leverkusener Kollegen Xabi Alonso dauerte es noch etwas länger. Beide wollten anschließend gemeinsam zur Pressekonferenz gehen. Während Thorup also im Bauch der Leverkusener Arena stand, fiel sein Blick auf einen der Fernseher an der Wand. Regungslos stand der Däne da, als er sich noch einmal die wichtigsten Szenen der eben erlebten Partie anschaute. Gefallen hat ihm nicht, was er da sah.

    0:2 hatte sein FC Augsburg in Leverkusen verloren, was angesichts der Tatsache, dass Bayer nach wie vor ein Spitzenteam der Bundesliga ist, nicht überraschend kam. Andererseits hatte sich Leverkusen in den vergangenen Partien nicht so dominant wie in der vergangenen Double-Saison gezeigt. Den Klub beschäftigen etliche Zukunftsfragen.

    Bleibt Alonso, was macht Wirtz, wer steht künftig im Tor? Antworten gibt es noch keine, nur die sehnlichste und am Samstag laustark vorgetragene Bitte der Fans, dass doch Alonso mindestens eine weitere Saison die talentierten Kicker anleiten soll. Ob es dazu kommt? Unklar.

    Die Augsburger nutzen ihre wenigen Möglichkeiten nicht

    Der FCA also hätte die Gunst der Stunde nutzen können. Als drittbestes Team der Rückrunde war auch die eigene Brust in den vergangenen Wochen immer breiter geworden. In den ersten 45 Minuten war davon allerdings nichts zu sehen. Jess Thorup hatte bei seinem Team zu viel Respekt vor dem Gegner entdeckt, was in nachlässigem Verteidigungsverhalten mündete. Erst nach der Pause wurde es besser, als sich die Augsburger bewusst wurden, nichts mehr zu verlieren zu haben. An der verdienten Niederlage durch die Tore von Patrik Schick (13.) und Emiliano Buendia (45.+1) änderte das aber nichts mehr. Weil die Augsburger ihre wenigen guten Möglichkeiten wie einen Kopfball von Phillip Tietz nicht nutzten.

    Leverkusen hatte in einigen Phasen der Partie die eigene Spielstärke gezeigt, was so manchen Gegner staunen lässt. Schnell und kombinationssicher können die Werkskicker noch immer Fußball spielen. Allerdings nicht mehr mit der Konstanz der vergangenen Saison. Der FCA hätte das nutzen können, was zu einer weiteren Verbesserung der eigenen Situation geführt hätte. So aber entfernen sich die internationalen Plätze immer mehr.

    Jess Thorup schenkt der Tabelle kaum Beachtung. Er bleibt bei seinem Motto, die Saison nur von Spiel zu Spiel zu betrachten. Drei Partien stehen noch an – und sollten die Augsburger tatsächlich noch an die Teilnahme in einem internationalen Wettbewerb glauben wollen, müssten sie wohl alle drei gewinnen. „Neun Punkte sind das Ziel, dann schauen wir, wofür das reicht“, sagte Jess Thorup.

    Berisha könnte dem FCA auch gegen Kiel fehlen

    Der Däne hatte seine Mannschaft auf einer Position im Vergleich zur Partie gegen Eintracht Frankfurt verändert. Elvis Rexhbecaj kam für Mert Kömür in die Startelf. Thorup wollte damit mehr Körperlichkeit und Robustheit, verzichtete dabei auf spielerische Elemente. Er wollte Leverkusen durch Zweikampfhärte nerven – es misslang. Erst nach der Pause zeigten die Augsburger den Mut und die Entschlossenheit, die viele von Anfang an erwartet hatten. „In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv und nicht griffig genug“, sagte Marinko Jurendic.

    Besonders auffallend: Die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen waren sehr groß, was Bayer Platz zum Kombinieren bot. Erst als der FCA im Gesamtverbund in den zweiten 45 Minuten forsch und früh attackierte, kamen die Gastgeber in Schwierigkeiten. Allerdings gerieten sie nicht mehr in Gefahr, ein weiteres Mal eine Führung zu verspielen. Das war Leverkusen in dieser Saison häufiger passiert, weshalb sie wohl sehr zeitnah Meisterschafts-Glückwünsche nach München schicken müssen.

    Die Augsburger Reaktion in Hälfte zwei hatte Jurendic gefallen. „In solchen Spielen aber braucht es mehr Kaltschnäuzigkeit und Effizienz“, sagte der Sportdirektor. Faktoren, die ein Mergim Berisha mitbringen könnte. Der aus Hoffenheim ausgeliehene Stürmer aber hat sich erneut eine kleine Muskelverletzung zugezogen und muss einige Tage pausieren. Immerhin ist diesmal die Sehne im Gegensatz zu seiner vorherigen Blessur nicht betroffen. Ob er gegen Kiel wieder dabei ist, ist allerdings noch ungewiss.

    Das Augsburger Restprogramm sieht Partien gegen Kiel, in Stuttgart und gegen Union Berlin vor. „Wenn noch was drin sein soll, müssen wir die drei Spiele gewinnen“, sagte Jurendic. Die Mannschaft sei ehrgeizig und auch durchaus in der Lage, das zu bewerkstelligen. Aber wohl nur, wenn sie den Mut und die Entschlossenheit von Anfang an zeigt – und nicht erst in Halbzeit zwei.

    FC Augsburg Dahmen - Matsima, Gouweleeuw, Zesiger - Wolf (55. Gumny), Onyeka, Jakic, Giannoulis (55. Koudossou) - Rexhbecaj (55. Kömür), Claude-Maurice (81. Jensen) - Essende (71. Tietz)

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren