Dieses Mal haben die Olympiabefürworter auf allen Kanälen für ihr Anliegen getrommelt. Als es 2013 um die Winterspiele 2022 ging, hatte man sich noch zu sehr auf die Strahlkraft Olympias verlassen. Darauf, dass die Mehrheit schon „richtig“ abstimmen werde. Falsch gedacht, die Mehrheit sprach sich damals gegen Winterspiele aus. Jetzt also Feuer frei. 1,7 der insgesamt 6,7 Millionen Euro, die der Münchner Stadtrat für den Bürgerentscheid an diesem Sonntag bewilligt hat, wurden in Werbung investiert. Die Stadtspitze steht ebenso wie die bayerische Staatsregierung hinter dem Projekt.
Olympia-Gegner hoffen auf Kostenfaktor
In diesem allgemeinen Olympia-Getöse taten sich die Gegner schwer, in Erscheinung zu treten. Sie haben keinen vergleichbaren Etat zur Verfügung und mussten sich auf kleinere Aktionen beschränken. Ihnen bleibt vor allem die Hoffnung, dass in Zeiten klammer Kassen eine Mehrheit dagegen ist, Milliarden Euro für eine Sportveranstaltung auszugeben. Zumal momentan noch niemand seriös voraussagen kann, wie viel der olympische Spaß am Ende kosten wird. Die Münchnerinnen und Münchner stimmen also über ein Projekt ab, dessen zentrale Kennziffer unbekannt ist. Es ist ja noch nicht einmal klar, ob sich die bayerische Landeshauptstadt für 2036, 2040 oder 2044 bewerben wird.
Bürgerbegehren ist nur der erste Schritt
Das Bürgerbegehren ist aber nur der erste und vermutlich sogar kleinste Schritt auf dem Weg zu Olympischen Sommerspielen. Dahinter warten erst die deutschen und dann auch noch die internationalen Konkurrenten. Spätestens dann wird nach völlig anderen Spielregeln gespielt. Dann geht es um knallharte Machtkämpfe und wirtschaftliche Interessen. Nachhaltigkeit, mit der München wirbt, ist dann nur noch ein schickes Etikett, das auf der Bewerbungsmappe klebt, die dann im Mülleimer landet.
Später, wenn der Olympia-Traum geplatzt ist
Die olympische Gleichung Münchens steckt also voller Unbekannten. Dennoch deutet einiges darauf hin, dass die Mehrheit für die Sommerspiele stimmen wird. Später, wenn der Traum dann geplatzt ist, kann man immerhin sagen: An uns hat es nicht gelegen.
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