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WM-Qualifikation: Verliert Deutschland gegen die Slowakei, geht es in die Play-offs

Nationalmannschaft

DFB-Team vor WM-Quali: Woltemade alleine reicht noch nicht gegen die Slowakei

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    Nick Woltemade erlöste die DFB-Auswahl gegen Luxemburg. Gegen die Slowakei darf Deutschland nicht verlieren, wenn man das WM-Ticket lösen will.
    Nick Woltemade erlöste die DFB-Auswahl gegen Luxemburg. Gegen die Slowakei darf Deutschland nicht verlieren, wenn man das WM-Ticket lösen will. Foto: Federico Gambarini, dpa

    Eine gute Nachricht lieferte der mühsame 2:0-Sieg der DFB-Auswahl gegen Luxemburg am Freitagabend: Auf Nick Woltemade, der beide Tore (49., 69.) erzielte, ist Verlass. Also auf jenen Woltemade, der nach seinem Wechsel zu Newcastle lange auf seinen ersten Treffer im Nationaltrikot warten musste. Jenen Woltemade, der Anfang September beim 3:1-Sieg gegen Nordirland noch bei seiner Auswechslung ausgepfiffen wurde. Bundestrainer Julian Nagelsmann warb für Geduld mit dem Stürmer – und dürfte sich angesichts dessen aktueller Verfassung bestätigt sehen. Der Woltemade des Herbstes 2025 ist einer, ohne den sich die Nationalmannschaft so viel schwerer täte. Schon beim glanzlosen 1:0-Sieg in Nordirland rettete er mit seinem Premierentor den Sieg – und beim noch glanzloseren Sieg in Luxemburg bewahrte er sein Team vor einer Blamage. Der Kicker bezeichnete ihn daraufhin gar als „Lebensversicherung“ der Nationalelf.

    Nagelsmann stellte dem Angreifer, der innerhalb weniger Monate von der Bank des VfB Stuttgart zum Stürmer Nummer eins der DFB-Auswahl gereift ist, ein besonderes Zeugnis aus. Die beiden Tore seien natürlich wichtig gewesen. „Aber noch mehr freut mich sein Fleiß. Nick ist unglaublich viel angelaufen, musste super viele Meter machen. Dafür hat er ein Sonderlob verdient.“ Der Rest der Mannschaft dürfte für ein Sonderlob eher nicht infrage kommen – aber eben auch nicht für besonders harte Kritik, obwohl die inhaltlich vor allem angesichts einer schwachen ersten Hälfte durchaus angebracht wäre. Den Grund dafür verriet Nagelsmann nach Schlusspfiff: „Am Ende habe ich schon das Gefühl, dass die Mannschaft das gerade nicht verträgt, wenn man super draufhaut.“

    Draufhauen verboten: Die Basis der Nationalmannschaft ist fragil

    Es ist ein bemerkenswertes Zitat. Denn es verrät, wie fragil die Basis der Nationalmannschaft wenige Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr ist. Ein eingeplanter Leistungsträger wie Florian Wirtz ist nach seinem Transfer zum FC Liverpool bislang nur ein Schatten seiner selbst und wartet bei seinem gar nicht mehr so neuen Klub auch nach dem elften Ligaspiel auf seine erste Torbeteiligung. Die Torwartdiskussion wird der Mannschaft bleiben, solange das Comeback von Manuel Neuer nicht bestätigt ist. Die Abwehrkette mit Ridle Baku, Jonathan Tah, Waldemar Anton und David Raum sammelte im Spiel gegen die Auswahl des knapp 700.000 Einwohner fassenden Landes kaum Argumente.

    Aiman Dardari, der beim FC Augsburg bislang vornehmlich für die zweite Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz kam, stellte die DFB-Defensive immer wieder vor große Probleme. Beim Stand von 0:0 ging sein Flachschuss knapp am langen Pfosten vorbei (18.), in der zweiten Halbzeit war es im direkten Anschluss an die Führung sogar noch knapper (52.), der Ball ging nur um Zentimeter vorbei. Dabei zeigte ausgerechnet der Spieler, den Nagelsmann vor den Spielen öffentlich angezählt hatte, eine Reaktion: Leroy Sané war an beiden Treffer beteiligt. Über den Ex-Münchner hatte der Bundestrainer gesagt, dass dieser sich nun zeigen müsse. Schließlich gebe es „nicht mehr unzählige Chancen für ihn“, solange Nagelsmann Nationalcoach ist.

    Verliert Deutschland gegen die Slowakei mit zwei Toren Unterschied, ist die Blamage perfekt

    Nagelsmann bleibt für das kommende Jahr die Hoffnung – darauf, dass sich mit der Wiederkehr von lange verletzten Stammspielern wie Jamal Musiala, Antonio Rüdiger oder Kai Havertz das Niveau wieder anhebt. Dass die zweite Reihe nur bedingt den höchsten Anforderungen gerecht wird, hatte sich zuletzt immer wieder gezeigt. Zugleich ist die Hoffnung berechtigt, dass Problemkinder wie Wirtz bis WM wieder in die Form finden.

    Wobei zur ganzen Wahrheit gehört: Das Ticket für die WM ist noch längst nicht gebucht. Vor dem letzten Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (Montag, 20.45 Uhr, ZDF), gegen die das Hinspiel verloren ging, würde eine erneute Niederlage große Hektik auslösen. Die Slowakei liegt punktgleich auf Rang zwei der Qualifikationsgruppe. Ein Unentschieden würde der deutschen Mannschaft aufgrund der besseren Tordifferenz reichen. Bei einer Niederlage aber würde das Team auf den zweiten Platz abrutschen.

    Deutschland müsste in diesem Fall in die Play-offs. Die Gegner kämen dann aus dem Pool der anderen elf Gruppenzweiten sowie der vier am besten platzierten Gruppensieger der Nations League, die noch nicht für die WM qualifiziert sind. Der Modus sieht vor, dass in zwei K.o.-Duellen um die vier noch verbleibenden europäischen Plätze gespielt wird. Die Auslosung für die im kommenden Jahr stattfindenden Partien ist auf den 20. November terminiert. Ein Datum, mit dem Nagelsmann und Co. wohl nur allzu gerne nichts zu tun haben möchten.

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