Die Wallfahrt zur Kapelle Maria Salzbeinbach in Unterthürheim geht auf die Erbauungszeit der Kapelle 1889/1890 zurück. Bei strahlendem Sonnenschein zog auch nun wieder ein langer Kirchenzug von der Pfarrkirche zur Kapelle Maria Salzbeinbach. Angeführt wurde die Prozession von der Musikkapelle Unterthürheim, dem Altardienst sowie Ehrengästen. Zahlreiche Wallfahrerinnen und Wallfahrer sowie Vertreter von insgesamt 17 Vereinen mit ihren Fahnen nahmen daran teil. An der Kapelle zelebrierte Pfarrer Mathias Kotonski den Gottesdienst, der von der Musikkapelle Unterthürheim feierlich musikalisch gestaltet wurde.
Zu Beginn der Messe begrüßte der Vorsitzende der Soldatenkameradschaft Unterthürheim, Stefan Käsmayr, die Kameraden- und Soldatenvereine sowie die Friedens- und Pfingstwallfahrer. In seinem Grußwort erinnerte er an die Entstehungsgeschichte der Wallfahrt. Im Jahr 1969 habe die damalige Vorstandschaft die Wallfahrt zur Kapelle Maria Salzbeinbach ins Leben gerufen. Ursprünglich habe sie im Zeichen des Dankes für die Rückkehr der Kriegsteilnehmer in ihre Heimat gestanden.
Wallfahrt in Unterthürheim als Mahnung und Zeichen für den Frieden
Heute stehe die Wallfahrt vor allem als Mahnung und Zeichen für den Frieden in der Welt. Käsmayr verwies auf die aktuellen Krisen weltweit – unter anderem den Krieg in der Ukraine und die Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Auch wenn viele Konflikte weit entfernt erscheinen, seien deren Auswirkungen im täglichen Leben spürbar. Zum Abschluss seiner Ansprache sagte Käsmayr: „Lassen wir die Hoffnung auf Frieden nicht fallen. Hoffnung, die wir immer wieder neu finden und in unserer Seele tragen, ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft.“
Eine Wallfahrt bedeute bewusstes Innehalten, Zeit zur Besinnung
Landrat Markus Müller betonte die besondere Bedeutung der Wallfahrt: „Der gemeinsame Weg zur Kapelle, das Gedenken und der Gottesdienst sind weit mehr als eine Tradition.“ Eine Wallfahrt bedeute bewusstes Innehalten, Zeit zur Besinnung, zum Nachdenken und Erinnern. Gerade in einer von Hektik und Unsicherheit geprägten Zeit seien solche Momente von großer Bedeutung.
Zugleich erinnerte Müller an das Vermächtnis der Gründerväter der Krieger- und Soldatenvereine: „Nie wieder Krieg.“ Die Botschaft von Pfingsten sei heute aktueller denn je. Politik und Gesellschaft bräuchten einen neuen Geist, um Staat und Gemeinschaft zukunftsfähig zu gestalten.
Landrat Markus Müller: „Lassen Sie uns gemeinsam Heimat gestalten“
Der Landrat sprach auch die großen Herausforderungen der Gegenwart an. Viele staatliche Ebenen seien finanziell stark belastet. Daraus entstünden Unzufriedenheit und zunehmende Verteilungskonflikte. Lösungen seien nur möglich, wenn alle bereit seien, aufeinander zuzugehen. Unverrückbar müssten dabei die Werte des Grundgesetzes bleiben: Frieden, Freiheit und Demokratie. „Lassen Sie uns gemeinsam Heimat gestalten. Jede und jeder ist an seinem Platz gefordert“, sagte Müller.
Im Rahmen der Friedenswallfahrt wurde nicht nur den Gefallenen und Vermissten früherer Kriege gedacht, sondern auch den vielen Opfern aktueller Konflikte – etwa in der Ukraine, in Israel und Gaza. Zudem erinnerte der Landrat an oft vergessene Krisenregionen in anderen Teilen der Welt, auf die kirchliche Hilfswerke immer wieder aufmerksam machten.
Abschließend betonte Müller, Frieden bedeute weit mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden beginne im Alltag – im respektvollen Umgang miteinander, in der Bereitschaft zu Kompromissen und darin, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Die Friedenswallfahrt solle deshalb nicht nur Erinnerung sein, sondern auch Ermutigung: zum persönlichen Einsatz für Frieden, Zusammenhalt und Gemeinschaft im eigenen Umfeld und in der Heimatgemeinde.
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