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  3. MAN: Bei MAN in Augsburg fallen 140 Arbeitsplätze weg

MAN
27.03.2017

Bei MAN in Augsburg fallen 140 Arbeitsplätze weg

MAN Diesel kämpft mit weniger Aufträgen aus der Öl- und Gasindustrie. In Augsburg fallen 140 Arbeitsplätze weg.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Illustration (dpa)

MAN Diesel kämpft mit weniger Aufträgen aus der Öl- und Gasindustrie und streicht deswegen 900 Jobs. Ursprünglich sollten insgesamt mehr Stellen abgebaut werden.

Im Jahr 2011 hat die Volkswagen AG die Mehrheit der Aktien am Münchner Lkw- sowie Maschinenbau-Unternehmen MAN übernommen und die Macht über den Konzern schrittweise ausgebaut. So ist MAN heute eine Volkswagen-Tochter, was für Beschäftigte in Krisenzeiten Vorteile mit sich bringen kann. Denn in der VW-Welt spielt die IG Metall traditionell eine sehr starke Rolle. Die Gewerkschaft versucht mit den Betriebsräten stets, harte Einschnitte zu vermeiden. So gelten betriebsbedingte Kündigungen wie früher auch schon zu MAN-Zeiten als Mittel, das es mit aller Macht zu vermeiden gilt.

Auch jetzt wieder ist es bei MAN nach intensiven Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern gelungen, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen. Der in Augsburg sitzende Anbieter MAN Diesel & Turbo baut über das gesamte Unternehmen hinweg rund 900 von insgesamt 14.600 Arbeitsplätzen ab, darunter 600 in Deutschland, davon wiederum 140 von etwa 4000 in Augsburg.

Ursprünglich war geplant, dass konzernweit 1400 Stellen wegfallen, wobei es 1000 Jobs in Deutschland getroffen hätte. Der Augsburger IG-Metall-Chef Michael Leppek hebt hervor, dass für jeden Betroffenen das Prinzip der „Doppelten Freiwilligkeit“gelte. Es müssen also zur Beendigung eines Vertrages beide Seiten zustimmen, der Beschäftigte und das Unternehmen.

Betroffene sollen Ersatzarbeitsplätze angeboten bekommen

Der Arbeitnehmer-Vertreter ist froh darüber, dass betroffene Mitarbeiter wie in Hamburg Ersatzarbeitsplätze angeboten bekommen sollen. Nach Darstellung der IG Metall wird der Stellenabbau vor allem über Altersteilzeit und Aufhebungsverträge erfolgen. Leppek begrüßte, dass es zu keinen Standortschließungen kommt und weniger Stellen – als zunächst anvisiert – wegfallen.

MAN Diesel & Turbo verfügt in Deutschland neben dem Stammsitz Augsburg über weitere große Standorte in Oberhausen, Berlin und Hamburg. Unternehmens-Chef Uwe Lauber nannte die Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat „von einem Geist der Sozialpartnerschaft“ getragen. Die Firma reagiere damit auf die herausfordernde Marktsituation.

Der traditionsreiche Motorenhersteller sah sich in den vergangenen Jahren großen Herausforderungen ausgesetzt. Denn der lange boomende Markt für Containerschiffe und damit die hohe Nachfrage nach MAN-Motoren war eingebrochen. Damit nicht genug: Das Unternehmen leidet auch unter den deutlich rückläufigen Bestellungen aus der Öl- und Gasindustrie.

Stand der Ölpreis 2012 noch bei gut 120 Dollar pro Barrel, also rund 159 Liter der Sorte Brent, müht er sich nach einer rasanten Talfahrt auf sogar unter 30 Dollar jetzt mit Notierungen um 50 Dollar ab. Darunter leidet MAN, weil sich Investitionen für Förderfirmen nicht mehr in dem Maße rechnen. Sie kaufen also weniger Schiffe und damit weniger Motoren. Auch die Nachfrage nach den von MAN produzierten Kompressoren fällt entsprechend zurückhaltend aus. Die Technik dient zum Druckausgleich bei der Förderung. MAN hat hier für Statoil in Norwegen Kompressoren entwickelt, die auf dem Meeresboden in 300 Metern Tiefe eingesetzt werden können. Mit der Innovation lasse sich der Ertrag aus der Gasförderung um bis zu 30 Prozent steigern.

In Augsburg werden bei MAN Diesel oder „dem Diesel“, wie Augsburger sagen, große Motoren gebaut.
Foto: Ulrich Wagner

Die Nachfrage aus dem Kreuzfahrtbereich ist nach wie vor enorm

Bisher sind aber nur zwei der Kompressoren in Norwegen im Einsatz. MAN bietet nach eigenen Angaben die neue Technologie als weltweit einzige Firma an. Wenn nun der Ölpreis wieder spürbar anzieht und sich für Förderfirmen Investitionen damit lohnen, könnten solche Kompressoren gefragt sein.

MAN Diesel & Turbo ist ein breit aufgestellter Anbieter. Das Unternehmen profitiert enorm vom Kreuzfahrt-Boom. Die in Augsburg produzierten Motoren sind nach wie vor stark gefragt. Auch im Geschäft mit dezentralen Kraftwerken setzt der Anbieter auf ein Anziehen der Nachfrage. Hier interessieren sich Kunden vor allem für kleine Gaskraftwerke. MAN liefert die Motoren und als General-Unternehmer mit Zulieferern auch ganze Anlagen wie derzeit das Gasheizkraftwerk in Stuttgart-Gaisburg.

Lesen Sie dazu: MAN baut in Augsburg Stellen ab: Das sagt die Wirtschaftsreferentin

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.03.2017
Bisher wurde auch die Bussflotte der Stadt Augsburg durch MAN-Fahrzeuge ausgestattet....und unsere neuen silbernen?...Vermisse das MAN-Logo darauf......Traurig wenn nicht einmal die eigene Stadt hiesige Betriebe berücksichtigt....auf das Statement der jetzigen Kommunalpolitiker bin ich schon gespannt