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Leere Gasspeicher aktuell in Deutschland: „Speicherbefüllung war unzureichend“

Heizen

Gasspeicher in Deutschland leerer als im Krisenjahr 2022

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    Gasspeicher - hier der Speicher Rehden in Niedersachsen - tragen zur Versorgungssicherheit bei. Derzeit ist der Füllstand recht niedrig.
    Gasspeicher - hier der Speicher Rehden in Niedersachsen - tragen zur Versorgungssicherheit bei. Derzeit ist der Füllstand recht niedrig. Foto: Hauke-Christian Dittrich, dpa

    Der Füllstand der für die Versorgung in Deutschland wichtigen Gasspeicher macht Fachleuten Sorgen. Er ist im Vergleich der letzten Jahre auf einen ungewöhnlich niedrigen Stand gefallen. Die unterirdischen Speicher waren Anfang der Woche den Daten der Bundesnetzagentur zufolge noch zu rund 42 Prozent gefüllt.

    „Die Speicher sind aktuell leerer als im Krisenjahr 2022“, sagte Timm Kehler, Vorstand des Verbandes „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“, unserer Redaktion. Ein Grund für den niedrigen Stand sei die kalte Witterung der vergangenen Wochen. Die Füllstände liegen damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Experten warnen davor, dass derart niedrige Füllstände ein Risiko für die Versorgungssicherheit darstellen. Unternehmen haben sich vorbereitet: „Es existieren Notfallpläne, um im Ernstfall Produktionsausfälle und wirtschaftliche Folgen möglichst gering zu halten“, berichtet der Verband der chemischen Industrie.

    Speicherbetreiber warnen, dass die Gasversorgung bei einem extrem kalten Winter gefährdet sein könnte.
    Speicherbetreiber warnen, dass die Gasversorgung bei einem extrem kalten Winter gefährdet sein könnte. Foto: Marijan Murat, dpa

    Unter ungünstigen Umständen kann bei niedrigen Füllständen das Gas knapp werden. Deutschland sei mit einem Speicherstand von lediglich 75 Prozent in die Heizperiode gestartet, warnt der Verband der Speicherbetreiber Ines. Zum Vergleich: Am 1. November 2024 waren die Gasspeicher zu 98 Prozent gefüllt. Die Bundesregierung hatte danach ihre Vorgaben gelockert, um zu verhindern, dass die Gaskosten zu sehr in die Höhe schießen, wenn die Speicher in den Sommermonaten befüllt werden müssen.

    Experte über Gasspeicherbefüllung: „Versorgungssicherheit nicht ausreichend“

    Die Speicherbetreiber warnen, dass die Gasversorgung bei einem extrem kalten Winter gefährdet sein könnte. Im Januar 2010 lag die Durchschnittstemperatur bei minus 4,6 Grad. Dieser Januar sei zwar auch kälter gewesen als normal, kommt mit bisher minus 0,4 Grad aber nicht an den Januar 2010 heran. „Der milde Winterverlauf hat die Lage kurzfristig entschärft, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Speicherbefüllung vor dem Winter 2025/26 unzureichend war“, sagt Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. „Die aktuellen Mechanismen sichern die Versorgungssicherheit nicht ausreichend ab“, warnt er. „Der gesetzliche und regulatorische Rahmen muss deshalb weiterentwickelt werden.“

    Sorgen, dass in diesem Winter das Gas knapp wird, machen sich die Experten allerdings nicht mehr. Grund dafür sind die noch unter Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf den Weg gebrachten Flüssiggas-Terminals (LNG-Terminals), über die zusätzliches Erdgas importiert werden kann. Auch der Verband der chemischen Industrie und die Bundesnetzagentur gehen nicht von Versorgungsengpässen in diesem Winter aus. „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil“, berichtet die Bundesnetzagentur. Deutschland verfüge über ausreichende Import- und Speichermöglichkeiten, aktuell ist auf dem Weltmarkt ausreichend Gas verfügbar. „Ein sparsamer Umgang mit Gas bleibt angesichts des weiterhin erhöhten Preisniveaus für Haushaltskunden aber sinnvoll.“

    „Dank der Versorgung mit LNG werden wir diesen Winter zwar kein Versorgungsengpass bekommen, aber mit sehr leeren Speichern aus der kalten Jahreszeit kommen“, sagt auch Verbandschef Kehler. „Die Wiederbefüllung wird daher zur entscheidenden Frage, die der Bund als Verantwortlicher für Versorgungssicherheit zu lösen hat.“

    Höhere Heizkosten für Verbraucherinnen und Verbraucher

    Muss allerdings Gas kurzfristig nachgekauft werden, kann dies teuer werden. „Erste Preissteigerungen an den Großhandelsmärkten sind bereits zu beobachten“, berichtet der Speicherverband Ines. Die chemische Industrie mahnt, dass mit zu hohen Gaskosten die Wettbewerbsfähigkeit leidet. Sie benötigt Erdgas als Energieträger und Rohstoff. „Die Kosten sind im internationalen Vergleich deutlich zu hoch“, mahnt der Verband. „Die Bundesregierung muss sich daher weiter für eine sichere Versorgung und niedrige Kosten einsetzen.“

    Auf höhere Heizkosten müssen sich auch Verbraucherinnen und Verbraucher einstellen. Das hat der Abrechnungsdienst Techem berechnet. Dies liegt weniger an den Gasspeichern als an den kühlen Temperaturen. Die höchsten Kostensteigerungen fallen dabei für das Jahr 2025 auf Fernwärme mit plus 13,2 Prozent an, gefolgt von Gas (plus 9,7 Prozent), Strom (plus 9,2 Prozent) und Heizöl (plus 2,4 Prozent).

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