Erstmals ist zwei Vertretern des als AfD-nah geltenden Vereins Zentrum der Einzug in den Audi-Betriebsrat gelungen. Vor Beginn der derzeit in vielen Unternehmen stattfindenden Betriebsratswahlen war bereits die Sorge geäußert worden, dass es zu einem zunehmenden Einfluss rechtsextremer Kräfte kommen könnte. Das Zentrum stellt künftig aber nur einen kleinen Teil der Beschäftigtenvertreter. Der Hauptteil kommt weiter von der IG Metall.
Insgesamt sind bei Audi fünf Gruppierungen im neuen Betriebsrat vertreten. Die IG Metall kam auf 82,9 Prozent der Stimmen der Audianerinnen und Audianer und stellt 47 Mandate. Die Christliche Gewerkschaft Metall kommt auf vier Sitze, das Zentrum auf besagte zwei Sitze und die Gruppierungen „Team Werk“ und der „Freie unabhängige christliche Betriebsrat“ auf je einen Sitz.
AfD-naher Verein Zentrum wurde in Stuttgart gegründet
Der Verein Zentrum ist 2009 von Oliver Hilburger im Daimler Werk in Stuttgart gegründet worden – damals unter dem Namen Zentrum Automobil. Hilburger war bis 2008 für die Christliche Gewerkschaft Metall tätig, musste diese aber verlassen, als seine Mitgliedschaft in der Rechtsrock-Band Noie Werte bekannt wurde. Ingolstädter Zentrums-Kandidaten waren unter anderem zu Gast beim Kreisverband der AfD, wie unsere Redaktion berichtet hatte.
Die Organisation weist Zuweisungen wie „rechts“ oder „AfD-nah“ zwar weit von sich, die Übereinstimmungen sind aber unübersehbar. Das Zentrum lehnt Elektromobilität als „sinnlose Transformation“ ebenso ab wie die allgemeine Wehrpflicht angesichts der russischen Aufrüstung.
IG Metall froh über Mehrheit im Audi-Betriebsrat
Bei der IG Metall ist man indes erleichtert über das eigene Ergebnis: „Dieses Ergebnis gehört unserer Belegschaft“, teilte Betriebsratsvorsitzender Jörg Schlagbauer mit. „Es zeigt, wie stark wir als Gemeinschaft sind – gerade jetzt, in Zeiten großer Veränderung.“ (mit dpa)
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