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Ukraine evakuiert Menschen aus Cherson
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Warum wir in der Krise Wohlstand neu denken müssen

Kommentar Von Stefan Stahl
13.04.2022

Wohlstand ist nicht nur reines Wachstum, sondern sollte auch darin bestehen, möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen. Und Glück spielt auch eine Rolle.

Plötzlich schenkt die Politik Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein ein. Finanzminister Lindner tut es. Wirtschaftsminister Habeck macht es ohnehin. So sprechen sie klar aus: Der Krieg in der Ukraine und die ins Stocken geratene Globalisierung machen uns ein Stück ärmer. Dass Lindner und Habeck das Wahlvolk auf eine Wohlstands-Diät einstimmen, geschieht auch aus einem eigennützigen Grund: Denn sie signalisieren gleichzeitig, dass der Staat nach den Ausgabe-Exzessen der Corona-Zeit und aktuellen Energie-Hilfen nicht in der Lage ist, die Preisexplosionen vollständig abzufedern.

Ob Autos, Wohnmobile oder Fernseher: Es kann nicht riesig genug sein

Damit ist klar: Nicht nur die 30 glorreichen Jahre der Globalisierung sind vorbei, sondern auch die fetten Zeiten eines Wohlstands für viele, der bei Weitem nie einer für alle war. Noch lässt sich die Erkenntnis nicht am Zustand der Warenwelt ablesen: Ehe Ressourcen-Knappheit im Zusammenspiel mit ausufernden Preisen deutlichere Konsum- und Wohlstands-Bremsspuren hinterlassen, leben manche in der Illusion eines nicht enden wollenden Mega-Zeitalters weiter: Viele Produkte sind immer größer geworden, ja wurden aufgeblasen, als ob es Ressourcen ohne Ende gäbe und der Klimawandel nicht längst zur Überlebensfrage der Menschheit geworden ist. Ob Autos, Wohnmobile oder Fernseher: Es kann nicht riesig genug sein.

Weltweit gibt es nicht genügend grüne Energie

Was den Bedürfnissen vieler Kundinnen und Kunden entspricht, führt in der Produktion der Monster-Produkte zum übermäßigen Verbrauch kostbarer Rohstoffe und treibt – zumindest in der Fertigungsphase – vielfach den CO2-Ausstoß nach oben. Schließlich gibt es weltweit nicht genügend grüne Energie. Manches gerät zur Karikatur: So ist der Smart in einer neuen Variante nicht mehr smart, sondern ein SUV. Zeitgeist und der krisenhafte ökologische, ökonomische und politische Zustand der Welt passen nicht zusammen. Daher diagnostiziert der Umwelt-Ökonom Paech treffend, dass „wir brutal über unsere Verhältnisse leben, weil der Verlust der ökologischen Lebensgrundlagen droht“. Der Volkswirt spricht dennoch die berechtigte Hoffnung aus, dass all die Krisen uns dazu zwingen, nachhaltiger zu wirtschaften und nicht weiter rücksichtslos auf Kosten folgender Generationen zu leben.

Wir brauchen mehr praktische Politiker wie Kretschmann

Für einen Mentalitätswechsel bedarf es indes mehr praktisch veranlagter Politiker wie den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann. Während Lindner und auch Unions-Matador Merz Menschen mit einem Wohlstands-Alarm nur aufschrecken, erzählt der grüne Ober-Realo, wie er bei sich abends die Heizung abdreht und so 20 Prozent an Energie einspart. Doch jenseits notwendigen Sparens sind neue Verheißungen notwendig: Aus Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“ muss auch „Umweltschutz für alle“, ja „Glück für alle“ werden. Sonst droht die düstere, aber realistische Prophezeiung des Club of Rome, die sich 2022 zum 50. Mal jährt, Wirklichkeit zu werden: Dann sind spätestens 2100 die Wachstumsgrenzen erreicht und die Umwelt ist irreparabel zerstört.

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Um das zu verhindern, bedarf es einer Neu-Definition des Wohlstands-Begriffs: Wohlhabend ist demnach, wer wenig Ressourcen verbraucht und das Klima schont. Wohlstand bestünde damit nicht im Dritt-Urlaub mit dem Flieger, sondern im guten Gefühl, auf dem Garagendach dank Solaranlage selbst Strom für ein kompaktes Elektroauto zu erzeugen.

Der neue, gute Wohlstand findet darin Ausdruck, sich Zeit zu nehmen, um auch als Mann Kinder zu erziehen, Angehörige zu pflegen oder – was der größte Luxus ist – einfach mal nachzudenken. Am Ende steht ein nationaler Brutto-Glücksindex, der mehr Beachtung als das Bruttoinlandsprodukt findet.

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Die Diskussion ist geschlossen.

14.04.2022

Stefan Stahl spricht sich für einen Brutto-Glücksindex aus. Das erinnert stark an Bhutan, wo man ein bereits das "Bruttonationalglück" als Wohlstandsindikator verwendet. Ich fürchte, den Weg Bhutans könnten wir nur gehen, wenn Cannabis frei und kostenlos verfügbar ist - wenigstens für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den statistischen Ämtern....