Startseite
Icon Pfeil nach unten
Wirtschaft
Icon Pfeil nach unten

Luft- und Raumfahrtkongress in Augsburg: Bayern fordert sechs Milliarden Euro für die ESA

Luft- und Raumfahrtkongress

Bayern fordert sechs Milliarden Euro für die Raumfahrt

  • |
  • |
  • |
  • |
    Die Firma MT Aerospace produziert in Augsburg Teile für Raketen.
    Die Firma MT Aerospace produziert in Augsburg Teile für Raketen. Foto: Ulrich Wagner

    Die Zeiten sind wirtschaftlich schwierig, Bayern ist trotzdem bereit, die Luft- und Raumfahrtindustrie im Freistaat zu fördern und dafür große Summen in die Hand zu nehmen. Das machte Europastaatsminister Eric Beißwenger auf dem Luft- und Raumfahrtkongress in Augsburg deutlich. „Wir stellen bis 2030 für die Luft- und Raumfahrt rund eine Milliarde Euro bereit“, versprach er und machte Druck, seitens der Bundesregierung die europäische Raumfahrtagentur ESA stärker zu unterstützen. Im Rahmen des dreitägigen Kongresses treffen sich bis einschließlich Donnerstag rund tausend Fach- und Nachwuchskräfte aus der Branche. Im Kongress am Park geht es um Themen wie diese: Wie sieht das Flugzeug der Zukunft aus? Wie entwickelt sich der Raumtransport in Europa?

    „Die europäische Raumfahrt braucht eine Führungsrolle von Deutschland“, forderte Beißwenger. Deshalb sollte Deutschland jährlich einen Anteil von zwei Milliarden Euro zeichnen - insgesamt sechs Milliarden Euro von 2026 bis 2028. „Das wäre ein Boost für die heimische Raumfahrtindustrie“, sagte er. Der Minister wies darauf hin, dass ein großer Teil des Geldes zurück ins Land fließt: „Zwischen 2015 und 2024 gingen 40 Prozent der deutschen ESA-Aufträge in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro nach Bayern“, hob er hervor. „Wir haben uns explizit dafür eingesetzt, dass die Raumfahrt in der aktuellen Bundesregierung den Stellenwert erhält, den sie verdient.“ Über das Budget der ESA in den kommenden Jahren soll der Ministerrat auf europäischer Ebene im November entscheiden.

    Luft- und Raumfahrtkongress: 1000 Experten, 420 Vorträge

    Auf dem Luft- und Raumfahrtkongress tauschen sich Experten der Branche aus, rund 420 Beiträge sind zu hören. Mit vertreten sind bekannte Luft- und Raumfahrtunternehmen wie Airbus, Diehl, die Ariane Group oder die Triebwerkshersteller MTU und Rolls Royce. Dass der Kongress in Augsburg stattfindet, ist kein Zufall. Mehrere Unternehmen der Branche sind hier angesiedelt, beispielsweise MT Aerospace, das Bauteile für die Ariane-Rakete herstellt.

    „Gerade in Bayern – und ganz besonders hier in Augsburg – wissen wir: Luft- und Raumfahrt ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern ein Zukunftsfeld“, sagte Beißwenger. Er hob die Bedeutung der Luft- und Raumfahrt für die bayerische Wirtschaft hervor: Bayern sei der mit Abstand wichtigste Luft- und Raumfahrtstandort in Deutschland. Rund 550 Unternehmen mit rund 38.000 Beschäftigten und zwölf Milliarden Euro Umsatz im Jahr seien hier angesiedelt.

    Staatsminister Eric Beißwenger: Europa muss militärisch zusammenrücken

    Dabei wird angesichts der weltweiten Sicherheitslage auch die militärische Komponente immer wichtiger. „Angesichts der massiven russischen Bedrohung besteht auch im militärischen Bereich dringender Handlungsbedarf“, mahnte Beißwenger. Europa insgesamt - auch das Vereinigte Königreich – müsste durch gemeinsame Verteidigungsanstrengungen Sicherheit und Freiheit garantieren. „Wir Europäer müssen in einem noch nie dagewesenen Maße aufrüsten“, sagte er.

    Dies aber könnte noch eine große Herausforderung werden, da insbesondere das geplante deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS immer wieder unter Spannungen leidet. Der französische Dassault-Konzern pocht auf einen größeren Anteil am Projekt, der Airbus-Konzern möchte das aber nicht hinnehmen. „Wenn sie es allein machen wollen, sollen sie es doch tun“, schimpft deshalb der Chef des französischen Rüstungsunternehmens Dassault Aviation, Eric Trappier, am Dienstag.

    Drohnentestgelände in Erding

    Bayern indes sucht eine Antwort darauf, dass Drohnen in der Kriegsführung eine immer größere Rolle spielen: „Auf dem ehemaligen Fliegerhorst Erding soll ein Defence Lab als Drohnentestgelände entstehen“, sagt Beißwenger.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 2 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren