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Netzausbau in Schwaben: Warum Firmen unter mangelndem 5G-Netz und Glasfaserausbau leiden

Infrastruktur

Wo es beim Netzausbau in der Region hakt

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    Für den Ausbau des Breitbandnetzes muss weiter investiert werden.
    Für den Ausbau des Breitbandnetzes muss weiter investiert werden. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Und plötzlich ist man weg. Abgebrochene oder unterbrochene Handytelefonate sind ein Ärgernis. In den vergangenen Jahren hat sich beim Netzausbau zwar einiges getan. Doch das Problem, das am unzureichenden Netzausbau liegt, kennt jeder, der viel unterwegs telefoniert. Für Gernot Egretzberger, Geschäftsführer von Eberle & Cie., Kaltwalzwerk und Sägenfabrik, mit Sitz in Augsburg, ist dieser Rückstand beim Ausbau der Infrastruktur längst nicht nur ärgerlich. „Ich habe mir abgewöhnt, im Auto oder in der Bahn längere Gespräche zu führen“, sagt er. Seiner Meinung nach ein Unding im Jahr 2025.

    Egretzbergers Unternehmen macht 65 Millionen Euro Umsatz und hat eine Exportquote von über 90 Prozent. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist für ihn eine Lebensnotwendigkeit. „Internationale Teams, die gemeinsam an Projekten arbeiten, sind Standard bei uns. Dafür müssen alle Beteiligten sicher auf Daten zugreifen können“, erklärt der Manager. Diese Notwendigkeit steige umso mehr, je mehr globale Schocks die Wirtschaft auf Achterbahnfahrt schicken. „Um die Folgen für die Lieferketten abzufedern, muss die ganze Wertschöpfungskette digital vernetzt sein“, sagt Egretzberger. Längst nicht alle Unternehmen im Mittelstand sind schon so weit, räumt Egretzberger ein. Aber um international wettbewerbsfähig zu sein, brauche Deutschlands Wirtschaft diese Infrastruktur.

    Die 5G-Versorgung ist noch ausbaufähig

    Dass es dabei auch in der Region noch viel Aufholbedarf gibt, hat die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft in einer aktuellen Untersuchung durch die IW Consult ermitteln lassen. Keiner der drei großen Mobilfunkbetreiber etwa konnte bei Messfahrten entlang der Bundesstraßen und Autobahnen in der Region an mehr als 30 Prozent der Messpunkte guten 5G-Empfang bieten. An über der Hälfte der Messpunkte konnte keiner der drei 5G-Empfang bieten.

    Beim stationären Breitbandausbau hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Laut der jüngsten Zahlen aus dem bayerischen Finanzministerium vom Juli dieses Jahres, liegt Schwaben bei der Versorgung der Haushalte mit schnellem Internet mit 84 Prozent zwar leicht unter dem Schnitt im Freistaat, der bei 90 Prozent liegt. Doch in ländlichen Gebieten liegt die Region mit 47 Prozent über dem Bayernschnitt von 42 Prozent.

    Nur Glasfasernetze können das erwartete Datenvolumen bewältigen

    Luft nach oben gibt es vor allem bei der Versorgung von Gewerbegebieten. Auf Basis eigener Berechnungen kommt IW Consult hier zu einem Versorgungsgrad von 56 Prozent in Schwaben im Vergleich zu 65 Prozent bayernweit. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Nachfrage dem Ausbau weiter hinterherhinkt: Zwar halten viele Unternehmen einen Glasfaseranschluss für die Zukunft als unverzichtbar. Gegenwärtig buchen aber nur sechs Prozent der bayerischen Unternehmen Bandbreiten von über 1 Gigabit pro Sekunde, heißt es im aktuellen Gigabit-Bericht Bayern aus dem Finanzministerium.

    Die Sorge vieler Experten ist, dass ein erlahmender Schwung beim Ausbautempo nun dazu führen könnte, dass die Nachfrage in wenigen Jahren die Telekommunikationsdienstleister dann überrollt. Denn der Datenhunger wächst und in der Vergangenheit hat sich die Übertragungsrate alle zwei bis drei Jahre verdoppelt. Nur moderne Glasfasernetze halten dieser Belastung stand.

    Gernot Egretzberger ist Geschäftsführer der Firma J. N. Eberle & Cie. GmbH Kaltwalzwerk u. Sägenfabrik in Augsburg.
    Gernot Egretzberger ist Geschäftsführer der Firma J. N. Eberle & Cie. GmbH Kaltwalzwerk u. Sägenfabrik in Augsburg. Foto: Marcus Merk

    Auch Egretzberger mahnt zur Eile: „Wir haben in Deutschland keine Zeit mehr, um immer alles 100 Prozent perfekt zu machen. Wenn die Infrastruktur erst mal da ist, werden neue Geschäftsmodelle entstehen. Wir haben in Deutschland einen über Jahrzehnte gewachsenen Schatz mit unserem Wissen über Produktion. Den müssen wir mit KI jetzt heben, auch dafür brauchen wir die Netze.“

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