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Paukenschlag in der Papierbranche: UPM und Sappi wollen Geschäftsbereiche zusammenlegen

Augsburg

Entsteht ein Papiergigant in der Region? UPM plant Zusammenschluss mit Konkurrenten

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    UPM stellt unter anderem Zeitungs- und Zeitschriftenpapier her.
    UPM stellt unter anderem Zeitungs- und Zeitschriftenpapier her. Foto: UPM

    In der Papierindustrie in Deutschland bahnt sich eine Neuordnung an. Der Papierhersteller UPM plant, sein Geschäft mit Zeitungs- und Zeitschriftenpapier mit dem gleichen Bereich des Konkurrenten Sappi zusammenzuschließen. Beide Unternehmen haben Pläne für ein Joint Venture, also für ein Gemeinschaftsunternehmen, bekanntgegeben. Sowohl UPM als auch Sappi besitzen Werke in Süddeutschland. UPM betreibt in unserer Region Papierfabriken in Augsburg und in Schongau, am Standort Augsburg arbeiten 500 Beschäftigte, in Schongau rund 275. Sappi hat unter anderem ein Werk im baden-württembergischen Ehingen an der Donau.

    Bisher haben beide Unternehmen eine nicht-bindende Absichtserklärung unterzeichnet. Diese sieht vor, dass der finnische UPM-Konzern sein komplettes Geschäft für grafisches Papier in das Gemeinschaftsunternehmen einbringt. Sappi, ein Konzern mit südafrikanischen Wurzeln, würde sein Europageschäft einbringen. Den Wert des Gemeinschaftsunternehmens beziffern die Partner auf rund 1,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen würde beiden Konzernen je zur Hälfte gehören. UPM würde zusätzlich eine Barausschüttung von 613 Millionen Euro bekommen, Sappi 139 Millionen Euro. Dafür müsste das neue Gemeinschaftsunternehmen Kredite über 750 Millionen Euro aufnehmen.

    UPM und Sappi: Ziel ist ein unabhängiges Unternehmen

    „Ziel von beiden Partnern ist es, ein neues und unabhängiges Unternehmen zu schaffen, das eigene Strategien entwickeln kann“, erklärt Gunnar Eberhardt, der seit 2024 Chef des Bereichs für grafische Papiere im UPM-Konzern ist. Drei Jahre nach Vollzug des Zusammenschlusses sollen deshalb UPM als auch Sappi die Möglichkeit haben, ihre Anteile am Gemeinschaftsunternehmen zu veräußern. Ob dieses dann einen Investor bekommt oder an die Börse geht, darüber sei es zu früh zu spekulieren. Auch über den Namen oder Hauptsitz des Joint Ventures gibt es noch keine Angaben.

    Gunnar Eberhardt, UPM: „Schritt ist für beide Firmen positiv“

    Ein Hintergrund für den Zusammenschluss ist die schwierige Situation auf dem Papiermarkt: „Das Papiergeschäft ist in einem strukturellen Marktrückgang begriffen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Bedarf an Zeitungs- und Zeitschriftenpapier ist rückläufig. „Es gibt notorische Überkapazitäten“, erklärt Eberhardt. „Durch die Zölle in den USA drängt auch mehr und mehr außereuropäisches Papier auf den europäischen Markt.“

    Eberhardt begrüßt deshalb die Absichtserklärung: „Der Schritt ist für beide Firmen positiv“, sagt er. „Es kann ein neuer, starker Spieler entstehen, der viel mehr Möglichkeiten hat, sich wettbewerbsfähig aufzustellen und in das Geschäft zu investieren.“ Für die Papierhersteller werde es zum Beispiel immer wichtiger, den CO2-Fußabdruck zu verbessern, also die CO2-Emissionen zu reduzieren. „An unserer Kunden senden wir das wichtige Signal aus, dass Papier verfügbar bleibt und sie auf einen verlässlichen Hersteller zählen können.“

    Einsparungen von 100 Millionen Euro im Jahr geplant

    Durch den Zusammenschluss rechnen beide Unternehmen mit Einsparungen von rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Diese sollen zum Beispiel durch gebündelten Einkauf und eine schlankere Verwaltung zustande kommen. Zudem könnten Teile der Papierproduktion auf effizientere Maschinen verlagert werden. Bis das Gemeinschaftsunternehmen unter Dach und Fach ist, werden noch einige Monate vergehen. Der Zeitplan sieht vor, dass in den ersten Monaten des Jahres 2026 eine verbindliche Absichtserklärung folgt. Parallel dazu laufen bereits die Fusionskontrolle durch die EU und die Finanzierungsgespräche mit den Banken.

    „Es kann ein neuer, starker Spieler entstehen“, sagt Gunnar Eberhardt zur geplanten Fusion. Er leitet den Bereich grafische Papiere bei UPM.
    „Es kann ein neuer, starker Spieler entstehen“, sagt Gunnar Eberhardt zur geplanten Fusion. Er leitet den Bereich grafische Papiere bei UPM. Foto: upm

    UPM hat angesichts des schrumpfenden Marktes in jüngster Zeit Papiermaschinen in Plattling und in Ettringen stillgelegt. In Ettringen gingen 235 Arbeitsplätze verloren. Dort ist in diesen Tagen allerdings nach schwierigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern eine Einigung auf einen Sozialplan für die Beschäftigten geglückt. „Wir haben einen für beide Seiten tragbaren Kompromiss gefunden. Dies ist gut, es gibt vor Weihnachten auch den Beschäftigten Klarheit“, sagt Eberhardt.

    Neue Chefin für die deutschen Papierwerke von UPM

    Der bisherige Werkleiter Wolfgang Ohnesorg verlässt das Unternehmen und geht in den Ruhestand. UPM bündelt die Funktionen der Werkleiter in einer Stelle. Neue Leiterin der deutschen Papierwerke wird Eva Kriegbaum, die vom Technologieunternehmen Merck kommt.

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